Das Haus der Verführung

Wer sich mit Pick-up beschäftigt, wird wahrscheinlich irgendwann auf das Phänomen stoßen, dass manche Männer sich recht PU-konform verhalten und trotzdem kaum Frauenerfolg haben, während manche andere scheinbar alles falsch machen, und trotzdem regelmäßig Hotties an Land ziehen. Dafür sind diverse Erklärungsansätze* denkbar. Eine mögliche Ursache ist, dass nicht alle PU-Technicken gleich effektiv sind. Es gibt eine Rangfolge der Wirksamkeiten und es gibt Dependenzen der Form „Wenn A nicht erfüllt ist, dann bleibt B wirkungslos“. Wer z.B. keine Frauen anspricht, wird auch keine mit nach Hause nehmen – unabhängig davon, was er sonst noch so zu bieten hat.

Die Sache ist in gewisser Weise vergleichbar mit einem Hausbau, wo man zweckmäßigerweise von unten mit dem Mauern anfängt und erst zum Schluss den Dachstuhl erstellt. Wahrscheinlich kann man es unter exzessivem Ressourceneinsatz auch andersherum machen. Den Dachstuhl an einem in der Luft stehenden Hubschrauber aufhängen und dann mit Spezialmörtel von oben nach unten mauern. Aber effizient ist es nicht.

Ein weiteres Beispiel für eine „stufenförmige Auslese“ findest du bei den Bewerbungsverfahren um eine berufliche Tätigkeit. Hier musst du auch erst mit deinem Bewerbungsschreiben überzeugen, um überhaupt zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden. Wenn dein Anschreiben nur so vor Rechtschreibfehlern strotzt, brauchst du dir um das Interview überhaupt keine Gedanken zu machen. Umgekehrt bringt dir eine herausragende Rechtschreibkompetenz aber auch keine Bonuspunkte ein. Es ist wie bei einem Hürdenlauf: Es kommt nur darauf an, dass du keine Hürde reißt. Wie hoch du sie überspringst, ist für die Gesamtwertung egal.

Genug der Analogien. Das folgende Schaubild gibt einen Überblick über die Hierarchie der verschiedenen Verführungsdisziplinen:
(eine chronologische Reihenfolge ist jedoch nicht impliziert)

Haus der Verführung

Ansprechen und Eskalieren
Die absolute Basisschicht. Conditio sine qua non. Wenn du zwei Männer siehst, bei denen der scheinbar unattraktivere die deutlich heißere Freundin hat, dann liegt das oft einfach daran, dass ersterer weitereskaliert hat, wo letzterer aus Angst vor Abweisungen passiv geblieben ist. Vermutlich würden 99% der Männer als AB sterben, wenn sie in diesem Bereich nicht lieferten. Noch unwahrscheinlicher als dass eine Frau dich anspricht, ist es, dass sie irgendwas in Richtung Eskalieren unternimmt. Auch wenn du mit einer Frau flirtest kannst du quasi davon ausgehen, dass sie nicht vorschlagen wird, mal was zu zweit zu unternehmen – egal wie sehr es zwischen euch knistert. Im günstigsten Fall wird sie dich mit IOIs** zuschütten in der Hoffnung, dass du dann den nächsten Schritt machst. Ich kenne übrigens genügend Frauen, die mir erzählt haben, dass eine zunächst aussichtsreiche Anbahnung trotz beiderseitigen Interesses Ergebnislos blieb, weil der Mann nicht zu Ende eskaliert hatte. Und ich habe schon mehrfach Beschwerden von Frauen gehört sie habe erst mit Zaunpfahl winken müssen, bis ihr Freund endlich kapiert habe, was sie wolle. Selbst die Initiative zu ergreifen war für keine der Damen eine auch nur denkbare Option. Umgekehrt gilt aber nicht, dass Ansprechen und Eskalieren automatisch zum Erfolg führt. Es gibt durchaus (einige wenige) ABs, die wie wild Frauen ansprechen, und trotzdem nie zum Zug kommen.

Unterhaltungskompetenz
Dazu gehören die Fähigkeit, interessante, abwechslungsreiche Gespräche zu führen, aber auch, spannende Aktivitäten für Dates zu organisieren. Unterhaltungskompetenz ist das, was z.B. die Bild-Zeitung der Zeitschrift „Interne Revision“ voraus hat. Es ist ein wichtiger Punkt, den man kaum mit den darüber liegenden Ebenen ausgleichen kann. Keine Frau will einen schweigsamen Langweiler oder einen verkopften Theoretiker, ganz egal ob er ihren Shittests pariert, sich unneedy verhält und über eine prall gefüllte Geldbörse verfügt. Dies ist allerdings auch eine Disziplin, in der die meisten ABs ausgesprochen schlecht abschneiden und die sich auch durch Pick-up nur bedingt therapieren lässt.

Resilienz und Dominanz
Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, auf psychische Angriffe („Shittests“) angemessen reagieren zu können. Unter Dominanz versteht man die Fähigkeit, Entscheidungen für eine Gruppe zu treffen sowie den damit einhergehenden sozialen Status. Dominante Männer werden im Pick-up als „Alpha“ bezeichnet. Aus evolutionspsychologischer Sicht sind dies essentielle Anforderungen an einen Mann, der der Frau und ihrem Kind Schutz und Nahrung bieten soll.

Die Resilienz- und Dominanz-Ebene bereitet wohl den durchschnittlichen Normalos am meisten Probleme und ist deshalb das zentrale Element der meisten Einführungen in Pick-up. Diese Ebene entscheidet darüber, ob du in der „Friendzone“ als guter Kumpel verharrst, oder ob du überhaupt als potentieller Partner in betracht gezogen wirst. (Viele sozial isolierte ABs hingegen wären schon froh, überhaupt mal in die Friendzone zu kommen. Sie scheitern bereits an den darunter liegenden Ebenen.)

Non-Needyness und Preapprovedness
Wenn du dich über Resilienz und Dominanz als potentieller Partner interessant gemacht hast, dann folgt als nächste Stufe die Qualitätssicherung. Die Frau möchte wissen, ob du von ihren Geschlechtsgenossinnen auch für gut befunden wurdest.

Du kennst das Prinzip vom Einkaufen im Internet. Auch dort verkauft sich ein Produkt besonders gut, wenn bisherige Kunden es per Rezension und 5-Sterne-Bewertung empfohlen haben. (Und auch dort fällt das Rating in eine höhere Ebene des Entscheidungsbaums. Es wird erst wirksam, wenn ein grundsätzliches Interesse an dem Produkt besteht. Z.B. wird ein Mann sich keine Tampons kaufen, nur weil sie super bewertet wurden.) Da sich der weibliche Sexualtrieb lange vor dem Aufkommen elektronischer Ratingplatformen entwickelt hat, setzt dieser jedoch auf indirekte Strategien zur Gewinnung von Ratingdaten. Wie sehen diese Strategien konkret aus? Zum einen achten Frauen darauf, ob ihr Kandidat von möglichst attraktiven Frauen begleitet wird, wie diese ihn behandeln, ob er beiläufig mal was von irgendwelchen Frauengeschichten erzählt oder zumindest den Eindruck macht als wisse er, worauf es in einer Beziehung ankommt. („Pre-approvedness“) Zum anderen beobachten sie, wie er auf weibliche Reize reagiert. Ist es für ihn das normalste der Welt, von attraktiven Frauen begehrt zu werden? Ist er von sich und seinen Verführerqualitäten überzeugt? Oder zeigt er die typischen Verhaltensweisen eines Mannes, der keine Frauen abkriegt? Wirkt er unsicher und gehemmt? Vermeidet er es aus Angst vor Zurückweisung, Frauen anzusprechen, sie zu berühren („Hover Hand“), zu eskalieren? Versucht er, ihre Zuneigung mit Geschenken oder dem Erbringen von Dienstleistungen zu kaufen? Stellt er sie „auf ein Podest“ und hält sich selbst ihrer nicht würdig? („Needyness“)

Aussehen
Dazu zählen sowohl angeborene Faktoren (Körpergröße, Physiognomie, Hautfarbe, …) als auch modifizierbare Faktoren, die du selbst in der Hand hast (Frisur, Kleidung, Muskeln, …). Die Optik spielt bei Frauen eine deutlich geringere Rolle als bei Männern, ist aber alles andere als irrelevant. (Wäre sie das, bräuchten Männer beim Online-Dating keine Fotos hochzuladen.) Wenn die darunter liegenden Kriterien ihren Ansprüchen genügen, wird das Aussehen oft zum entscheidenden Faktor. Man kann auch im Alltag leicht beobachten, dass es durchaus eine gewisse Häufung von Paaren mit vergleichbarer optischer Attraktivität gibt.

Status und Erfolg
Ein oft überschätzter Faktor der Partnerwerbung. Wie oft habe ich den Satz „Wenn du erfolgreich bist, dann kommen die Frauen von alleine“ gehört? Und welchen Realitätsbezug hat er? Die Frauen interessieren sich einen Scheiß für deine Karriere, solange du nicht richtig flirten kannst! Und darauf warten, dass die Frauen „von alleine“ kommen, ist wohl der dümmste Ratschlag, den man geben kann. Es gibt unzählige ABs, die ihr Studium mit Bestnoten abschließen und dann in einem großen Konzern Karriere machen oder erfolgreich ein eigenes Unternehmen gründen, und trotzdem bei keiner Frau landen können. Status und (beruflicher) Erfolg können zwar durchaus deine Erfolgschancen verbessern, aber nur, wenn du bereits „Game“ hast.

Geld
Geld, das einfach nur auf dem Konto rumliegt, ist für Verführungszwecke vollkommen irrelevant. Wenn dir jemand eine Milliarde überweist und du dann einfach dein AB-Leben weiterlebst, hätte das absolut null Auswirkung auf deinen Frauenerfolg. Geld, das du verwendest, um damit zu prahlen oder dir ihre Zuneigung zu erkaufen, wirkt kontraproduktiv. Hier sticht das Needyness-Kriterium das finanzielle. Wenn du jedoch dein Geld verwendest, um Spaß zu haben (z.B. durch Investitionen in schnelle Autos, teure Reisen oder eine eigene Yacht), und wenn man dir ansieht, dass du dabei Spaß hast, dann kann Geld schon schon so einiges bewirken. (Sei aber gewarnt: Mir sind einige Fälle von Männern bekannt, die sich zu einseitig auf den Verführungsfaktor Geld verlassen haben und dann von ihrer Herzdame ziemlich gefickt wurden. Und zwar nicht auf die angenehme Art.)

Geld ist ein wichtiger Faktor für den Übergang von einer Fickbeziehung zu etwas Dauerhaften, insbesondere wenn es ums Heiraten geht. Die „Fuckzone“ tritt – nach meiner Erfahrung – bei Männern vor allem in der Kombination „gutes Game + kein Geld“ auf. Für Ehescheidungen ist Geld- und Jobverlust ein bedeutender Auslöser. Aber es ist nichts, um eine Frau erst mal ins Bett zu bekommen.

* z.B. dass es noch unerforschte Effekte gibt oder solche, die zu komplex sind, um sich in einem praxistauglichen Regelwerk übersichtlich darstellen zu lassen.
** Ein Beispiel dafür, ergänzt um ihren inneren Monolog:

Am Samstag kam der Hilferuf von meiner Vereinskollegin, die an ihrem Fahrrad geschraubt hatte, dann aber nicht weiter kam.
(„Hilfe, meine Pussy vertrocknet!“)
Zur Begrüßung bekam ich erst mal einen Adventskalender als nachträgliches Geburtstagsgeschenk.
(„Um wirklich sicher zu gehen, dass du es kapierst!“)
Sie legte sich aufs Bett und ich stand erst mal gehemmt daneben, bis sie mich zu sich rief. Also lagen wir da, quatschten und schauten ein wenig Simpsons.
(„Also wo das Bett ist, hab ich ihm gezeigt. Wo das Loch ist, muss er selbst herausfinden.“)
Nach einer Weile widmete ich mich meiner eigentlichen Aufgabe und schraubte am Rad.
(„Oh nein, ich glaube der Typ bumst Fahrräder.“)
Mittlerweile war klar, dass Formel 1 verschoben wurde und „Schwiegertochter gesucht“ verschoben würde, aber sie machte keine Andeutungen, dass ich gehe sollte und legte sich wieder aufs Bett.
(„Na, gut, eine letzte Chance gebe ich ihm noch.“)
Nachdem ich meine Hände bestmöglich von Ölschmier befreit hatte, legte ich mich auch wieder zu ihr. Eigentlich die ideale Gelegenheit, um sich nun aneinander zu kuscheln oder wenigstens etwas körperliche Nähe herzustellen. Aber irgendwie blockierte mein Kopf mal wieder.
(„Oh mein Gott! Ich bin so erbärmlich! Wie konnte ich mich so erniedrigen vor einem Typ, der absolut nichts von mir will.“)

SameOldGuy auf AB-Treff

Siehe auch:
Der Fünf-Minuten-PUA

Weblinks:

Das einzig ewichtige ist:

ANSPRECHEN + AUF EIN DATE EINLADEN

Alles andere ist Scheißegal. Vergiss den Rest. Konzentrier dich zu 100% nur dadrauf, regelmäßig Frauen anzusprechen und nach der Nummer zu fragen.

Berliner Banger auf naturalnumbersgame

You can approach thousands of women, but if you have no game, if you persist in engaging women with your socially clumsy schtick and never trying to improve yourself, all that you’ll get is a huge notch count of rejections — a botch count.

Château Heartiste

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2 Kommentare zu “Das Haus der Verführung

  1. Die Pyramide ist nicht schlecht. Sie stimmt sicherlich für junge Frauen. Wenn eine Frau jedoch über 30 ist oder alleinerziehend, dann ist der Versorger-Faktor also Geld/Status deutlich höher.

  2. Naja, mir ist das alles zu kompliziert. Da konzentrier ich mich lieber darauf die Quantenphysik zu verstehen und ein neues Betriebssystem zu programmieren, das ist deutlich einfacher als die weibliche Psychologie zu verstehen.

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