Der Alpha

Was ist ein Alpha?
Viele ABs haben ein völlig falsches Bild davon, was ein Alpha ist. (Der Begriff Alpha scheint jedoch weitgehend bekannt zu sein.) Sie stellen sich oft einen primitiven, solariumgebräunten Disco-Proll im Muskel-Shirt und mit tiefergelegtem Auto vor, der damit prahlt, wie viele wasserstoffblonde Weiber er wieder flach gelegt hat. So jemand hat nicht viel mit dem, was im Pick-up mit „Alpha“ gemeint ist, zu tun. So ein Verhalten zeugt nur von geringem Selbstwertgefühl und dem Bedürfnis, sich größer zu machen, als man eigentlich ist.
Des weiteren hat ein Alpha nicht notwendigerweise ein traditionelles Rollenbild, lässt Frauen nicht notwendigerweise waschen, putzen und kochen. Das Charakteristikum des Alpha ist es, die Aufgabenverteilung zu definieren. Er kann gerne sagen „Ich koche, und du reparierst das Auto.“ Der Satz, der einen Alpha am meisten konterkariert ist ein „Ist mir gleich, entscheide du!“.
Es geht auch nicht um die Verteilung irgendwelcher Güter oder die Bewahrung „männlicher Besitzstände“. Du kannst gerne sagen „Du verwaltest das Geld, ich lackier mir die Fußnägel“. Wichtig ist nur, dass du eine Ansage machst.
(Es gibt übrigens auch ABs, die sich selbst für einen Alpha halten, gleichwohl sie weder Partner, noch Freunde, noch sonst wie Kontakt zu anderen Menschen haben. Schon erstaunlich, wie man mit der Selbstwahrnehmung so weit daneben liegen kann.)

Der Begriff Alpha stammt aus der Verhaltensbiologie und bezeichnet dort das Leittier einer Herde oder eines Rudels. Ähnliches gilt auch für den Menschen: Ein Alpha-Mann ist ein Mann, der führt. Sei es in der Beziehung oder im Kreis seiner Freunde. Er ist es, der Entscheidungen trifft, gemeinsame Unternehmungen vorschlägt, etc. Er verfügt über eine hohe Sozialkompetenz, d.h. er weiß, wie seine Mitmenschen auf seine Vorschläge reagieren werden und kann dieses Wissen einsetzen, um seine Pläne durchzusetzen. Er hat diese Rolle, weil es ihm Freude bereitet, seine Wünsche zu kommunizieren und Entscheidungen zu treffen. Und nicht, weil er unbedingt ein Alpha sein will. Typische Alphas sind z.B. James Bond, Martin Luther King, Jesus.

Im sozialen Gefüge gibt es neben dem Alpha drei weitere Menschentypen: Den Querulanten, den Mitläufer und den Außenseiter. Der Querulant hat kein Problem damit, seine von der des Alphas abweichende Meinung zu äußern. Ihm fehlt jedoch die Fähigkeit, diese in der Gruppe durchzusetzen. Häufig nennt er auch gar keinen Alternativvorschlag. Es scheint so, als ginge es ihm nur ums Meckern um des Meckerns willen. Der Mitläufer hat entweder keine eigene Meinung, oder er äußert sie aus irgendwelchen Gründen nicht. In der Regel ist er einfach froh, dass er auch dabei sein darf und hat keine besondere Ambitionen, das genaue Programm vorzugeben. Häufig mangelt es ihm auch an Kreativität und Erfahrung, um als Ideengeber zu agieren. Der Außenseiter hat gar keine Freunde und kommt somit auch nie in Situationen, in denen er eine der obigen sozialen Interaktionsformen zeigen könnte.

Muss ich ein Alpha werden, um eine Freundin zu finden?
Sie dich mal um! Wie hoch ist der Anteil der Alphas unter den Männern? Vielleicht 5%. Und wie viele Männer sind keine ABs? Ca. 98%. Kann sein, dass ich mit meinen Schätzungen daneben liege. Aber die beiden Werte sind sicher nicht gleich hoch. Also kann man es auch als Beta schaffen und braucht sich nicht mit diesem Alpha-Blödsinn rumzuquälen?! Nein! Aus folgenden Gründen:

  • Partnererfolg ist ein multifaktorielles Ding. Die Männer, mit denen du dich vergleichst, haben keine Depression, keine Behinderung, keine soziale Phobie, sind größer, optisch attraktiver, beruflich erfolgreicher, wohlhabender, sexuell erfahrener … als du. Wenn du mit denen konkurrieren willst, dann musst du wenigstens ein Alpha sein, um die ganzen anderen Defizite auszugleichen
  • So gut wie alle verpartnerten Männer, die ich kenne, verhalten sich wenigstens ihrer Partnerin gegenüber wie ein Alpha. Wenigstens teilweise. Zu mindest haben sie das in der Beziehungsanbahnungsphase getan. Eine Frau kann sich nur in den Alpha in dir verlieben. Der Beta, der ihr jeden Wunsch erfüllt und nie die Initiative ergreift, ist für jede Frau komplett uninteressant. Immer. Ohne Ausnahme. Selbst, wenn er Milliardär, Rockstar oder Mister World ist.
  • So gut wie alle ABs, die ich kenne, zeigen null Alphaverhalten. In vielen anderen Bereichen verhalten sie sich mehr oder weniger „normal“, aber wenn es darum geht, eine Gruppe von Menschen zu führen, haben sie alle deutliche Defizite. Dabei ist das das Durchsetzen eines großen Projektes weniger das Problem als das setzen von vielen kleinen Führungsimpulsen. Geh mal auf ein AB-Treffen! Da wirst du feststellen, dass ABs durchaus ein- oder mehrtägige Veranstaltungen, ja sogar ganze Sommerurlaube organisieren können. Und trotzdem wird die Gruppe immer wieder irgendwo ratlos stranden, weil keiner den Impuls zum Aufbrechen gibt.

Wie werde ich zum Alpha?
Glaub bitte nicht, du könntest von heute auf morgen zum Alpha mutieren, indem du auf einmal den Ton angibst. Der Alpha-Thron ist heiß begehrt und der erfahrene Alpha kennt genügend Strategien, um ihn gegen Schwächlinge wie dich zu verteidigen. (Beispielsweise indem er dich vor der Gruppe lächerlich macht, dich nicht über gemeinsame Unternehmungen informiert, …) Als AB fehlen dir einfach die Soft Skills, um diesen Kampf zu gewinnen. Lass es lieber gar nicht so weit kommen. Außerdem wirken plötzliche große Verhaltensänderungen immer suspekt. Der Weg zum Alpha fürt über viele Jahre voller homöopatischer Modifikationen deiner freundschaftlichen Beziehungen und über den mehrfachen vollständigen Austausch deines Freundeskreises (z.B. durch den Umzug in eine andere Stadt). Alpha zu werden ist die härteste aller Aufgaben auf dem Weg zum erfolgreichen Verführer.

Such dir Vorbilder in deinem Umfeld, die Alpha-Verhalten zeigen. Schau dich auch bei Youtube mal ein bisschen zum Thema um. Neben dem üblichen Pick-up-Kram möchte ich dir auch den Hundeflüsterer / Cesar Millan ans Herz legen. Er zeigt sehr deutlich (und besser als viele PUAs), was Alpha-Verhalten ist. Beobachte genau, wie er seine Hunde führt, sie dazu bringt das von ihm erwünschte Verhalten (z.B. Gassi gehen, Aggressionsvermeidung) zu zeigen! Er wendet nie Gewalt an (zerrt z.B. nicht an der Leine), sondern führt immer so, dass der Hund scheinbar seine Autonomie behält. Gleichzeitig setzt er klare Grenzen. Und so solltest du auch Menschen führen.

… oder wenigstens Dating-Alpha?
Der Dating-Alpha verhält sich nur seinen Dates/Partnerinnen gegenüber wie ein Alpha, behält aber im Kreis seiner Freunde seine untergeordnete Position. Natürlich ist das alles andere als optimal. Frauen kommen in der Regel schnell dahinter, wie du außerhalb von Datingsituationen wirklich bist. Und nichts hassen Frauen mehr, als Männer, die sich für sie verstellen. Aber trotzdem: ein Fake-Alpha ist besser als ein Gar-Nicht-Alpha. Er gibt ihr immerhin eine kleine Chance, etwas Attraktives an ihm zu sehen.

Wenn du ein Date hast, dann solltest du nicht nur die Grobplanung aller gemeinsamen Unternehmungen übernehmen, sondern auch alle paar Minuten ihr mit kleinen Alpha-Impulsen versichern, dass du deine Führungsrolle wahrnimmst. Zwinge dich zu solchen Führungs-Impulsen, indem du folgenden Formulierungen hin und wieder in dein Gespräch einbaust:

  • Lass uns doch mal ins Restaurant X gehen, die haben heute …
  • Komm, wir machen Y! Das wird dir bestimmt Spaß machen!
  • Ich mache am Sonntag Z. Kommst du mit?
  • Ich kann dir die Lasagne hier empfehlen. Die schmeckt fantastisch!
  • Schau mal, da drüben hab ich was interessantes gesehen!
  • Komm mal mit, ich muss dir was zeigen!
  • Lass uns doch noch schnell die Handynummern austauschen.

Vermeide Formulierungen wie:

  • Was möchtest du lieber machen?
  • Ist das okay für dich, wenn wir jetzt noch X machen?
  • Es ist mir gleich, wo wir essen gehen. Ich will einfach nur mit dir zusammen sein.
  • Könnte ich vielleicht mal deine Handynummer haben, wenn das für dich kein Problem ist?

Lass mich die Essenz dieser Beispielsatze noch einmal zusammenfassen:
Frauen sind freie Menschen, die tun und lassen können, was sie wollen. Du kannst sie in keiner Weise zu einem von dir gewünschten Verhalten zwingen. Wenn eine Frau sich deinen Wünschen beugt, dann aus folgenden Gründen:

  1. Weil du es ihr sagst.
  2. Weil du sie sonst verlässt.

Erläuterungen dazu:
Ad 1: Sprich klar und deutlich aus, was du dir von ihr wünschst. Überfordere sie dabei nicht („Sex“), sondern geh in kleinen Schritten vorwärts. Begründe deine Anweisungen mit dem Wunsch, sie glücklich zu machen.
Ad 2: Frage sie nicht um Erlaubnis, sondern informiere sie über dein Tun. Sag ihr, was du wann zu tun gedenkst und erlaube ihr, dich zu begleiten, wenn sie sich benimmt. Bitte sie nicht darum, dir Gesellschaft zu leisten. Dränge sie zu nichts. Verlasse sie, wenn sie dir nicht folgt. Und zwar ohne viel Aufhebens darum zu machen. Frauen lieben die Angst vor dem Verlassenwerden. Habe du aber keine Angst davor, von ihr verlassen zu werden. Wenn sie nicht bereit ist, dir zu folgen, dann hattest du niemals eine Chance bei ihr. Durch Beta-Verhalten hättest du eine Beziehung mit ihr nur noch unwahrscheinlicher gemacht.

Diese Dinge bergen eine gewisse Gefahr, bei dir in den falschen Hals zu kommen. Sieh dir deshalb noch mal meine Beispielsätze für Alpha-Verhalten an und versuche, die beiden Alpha-Essenzen darin wiederzuerkennen. Versuche im Verhalten deiner Mitmenschen, in Büchern und Filmen Alpha- und Beta-Merkmale wahrzunehmen. (Hier ein Beispiel dafür.) Sieh dir auch mal den folgenden Bericht von Kerlchen, einem Ex-AB, der es zum Dating-Alpha geschafft hat, an.

Ich treffe mich regelmäßig mit meiner Freundin, 2-3 mal in der Woche. In der Regel innitiere ich diese Treffen, indem ich ihr konkret sage wann und wo wir uns Treffen. Entweder mündlich bevor wir uns verabschieden oder über SMS „Wir teffen uns am Dienstag wieder um 16 Uhr im Stadtpark. Bring dein Ticket und etwas Geld mit.“
Wenn ich etwas mit ihr unternehme, dann bestimme ich in der Regel was wir machen und nur in ganz seltenen Fällen verrate ich ihr vorher, was das ist. Ich gehe mit ihr ins Museum, zu Ausstellungen, Billard, Minigolf und Bogenschießen oder lasse mir etwas kreatives einfallen.

Wenn ich Hunger habe, dann frage ich nicht: „sollen wir etwas essen?“ sondern sage: „Ich habe hunger, ich mache jetzt etwas zu essen.“ Dem kann sie sich dann anschließen, und in der Regel kochen wir dann zusammen. Auch hier übernehme ich die Führung: „Ich schneide das Gemüse und du kümmerst dich um die Soße.“ Und wenn sie dann doch mal anderer Meinung ist, dann ist das vollkommen okay, wenn sie lieber das Gemüse schneiden will, dann lasse ich sie. [Link]

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