Assortative Paarung

Assortative Paarung liegt vor, wenn Arten mit geschlechtlicher Fortpflanzung zur Begattung mit Individuen neigen, die ihnen in gewisser Hinsicht ähnlicher (positive assortative Paarung) oder unähnlicher (negative assortative Paarung oder disassortative Paarung) sind, als dies bei einem rein zufälligem Paarungsverhalten der Fall wäre. Den Gegensatz, wenn Paarungswahrscheinlichkeit und Ähnlichkeit unkorreliert sind, bezeichnet man als Panmixie.

Assortative Paarung steht nicht im Widerspruch zu geschlechtsspezifisch asymmetrischer Paarung. Selbst wenn Männer regelmäßig einen Meter größer als ihre Partnerinnen wären, läge assortative Paarung vor, wenn die 1,60-Frauen sich für 2,60-Männer, die 1,70-Frauen sich für 2,70-Männer, usw., entscheiden.

Panmixie impliziert keine rein zufällige Paarung mit einem beliebigen Partner. Es können durchaus klare Partnerpräferenzen vorliegen. Nur müssen diese Präferenzen dann gleichmäßig über die gesamte Population verteilt sein.

Beispiele

  • Positive assortative Paarung:
    • Einkommen [Buss]
    • Alter [Buss]
    • Sprache [Buss]
    • Religion [Buss]
    • Etnischer Hintergrund [Buss]
    • Sozio-ökonomischer Status [Buss]
    • Intelligenz [Yue-Pan]
    • Wohnort [Buss]
    • Genom [Guo]
    • Karitatives Engagement [Tognetti]
  • Negative assortative Paarung:
    • Geschlecht
      (Die meisten Menschen sind heterosexuell.)

      Negative assortative mating in human populations has never been reliably demonstrated, with the single exception of sex. [Buss]

    • Extraversion (geringer Effekt) [Watson]
    • Immunsystem (MHC-Moleküle) [Chaix]
  • Nicht-assortative Paarung (Panmixie):
    Bei Faktoren wie z.B.

    • Blutgruppe
    • Sternzeichen
    • Hausnummer (zum Zeitpunkt des Kennenlernens)

    würde ich sehr geringe bis keine assortative Paarung vermuten. Einen Beleg für einen Faktor mit Panmixie habe ich allerdings nicht gefunden.

Wie kommt es zu diesem Phänomen?
Folgende Ursachen sind denkbar:

  • Idiosynkratische Präferenzen
    Die meisten Individuen präferieren einen Partner, der ihnen selbst ähnlich ist.
  • Sytematische Präferenzen im Wettbewerb
    Die meisten Individuen haben ähnliche Präferenzen, während die Menge der Eigenschaften innerhalb der Population eine gewisse Streuung aufweist. Oder allgemeiner: die Nachfrage nach bestimmten Eigenschaften ist größer als das Angebot. In dieser Konstellation können nicht alle Präferenzen realisiert werden. Es entsteht ein Wettbewerb um die systematisch präferierten Eigenschaften, den diejenigen gewinnen, die selbst diese Eigenschaften aufweisen. Die Komplementärmenge der Verlierer hat somit ebenfalls ähniche Eigenschaften. Daraus ergibt sich die beobachtbare assortative Paarung.
  • Passive assortative Paarung / Propinquity
    Individuen mit den gleichen Eigenschaften besetzen das selbe Habitat und haben deshalb eine erhöhte Paarungswahrscheinlichkeit. (Beispielsweise paaren sich Akademiker eher untereinander, weil sie im Studium häufiger aufeinander treffen.)
  • Konvergenz
    Die Ähnlichkeit der Individuen ist zu Beginn der Beziehung noch nicht gegeben. Sie entwickelt sich im Laufe der Zeit durch wechselseitige Anpassung.

Wissenschaftliche Forschungsergebnisse
Zu der Entscheidung zwischen idiosynkratischen und systematischen Präferenzen schreibt [Burley]:

High-quality individuals should be more selective than low-quality ones, so that for any phenotypic gradient along which individuals can be ranked in terms of their quality/desirability as mates, high-quality individuals will pair assortatively. In a finite population this will leave lower quality individuals to mate among themselves, not because they prefer to mate assortatively, but because their own desirability precludes them access to better mates. The pattern that results from a type preference for high quality mates, expressed by both sexes, is indistinguishable from one resulting when each phenotype prefers itself. As a result, it is impossible to decifer the process responsible solely from observing a mating pattern.

Es ist also jedenfalls nicht von vornherein klar, was stimmt.

Die letzten beiden Sätze gelten allerdings nur, wenn man lediglich einen Faktor betrachtet. Bei mehreren Faktoren kann man beobachten, ob die Paarungswahscheinlichkeit in Abhängigkeit von den Faktoren additiv ist. Hat man z.B. zwei Faktoren A und B mit jeweils assortativer Paarung, so sollten sich bei idiosynkratischen Präferenzen viel-A-wenig-B-Individuen und wenig-A-viel-B-Individuen nur extrem selten paaren, da sie sich maximal unterscheiden. Bei systematischen Präferenzen hingegen würden die beiden sich mit durchschnittlicher Wahrscheinlichkeit paaren, ähnlich wie zwei mittel-A-mittel-B-Individuen, denn der Mangel-Faktor kann durch den Überschuss-Faktor ausgeglichen werden und es ergibt sich ein mittlerer Marktwert. Dieser Effekt wurde in einer Studie für den Nachweis, dass die Assortativität in den Gesichtszügen jedenfalls nicht ausschließlich auf systematischen Präferenzen beruht, genutzt. [Alvarez] Zur umgekehrten Aussage sagt diese Studie allerdings nichts.

Umgekehrt kann Assortativität auch nicht ausschließlich mit idiosynkratischen Präferenzen erklären. Dies folgt aus diversen Studien, die Attraktivitätsunterschiede in allen möglichen menschlichen Eigenschaften nachgewiesen haben. (Siehe z.B. hier.)
Denn wenn es keinen Wettbewerb gäbe und die assortative Paarung alleine auf idiosynkratischen Präferenzen beruhte, wären alle Menschen so attraktiv, wie das entsprechende Merkmal häufig ist. Übergewicht wäre in den USA besonders sexy. Und in manchen Regionen Afrikas wären die Menschen auf fast verhungerte Partner scharf. Tatsächlich gibt es jedoch eine umgekehrte Tendenz.

Weiter kann man die Partnerpräferenzen erfragen und mit den Eigenschaften der tatsächlichen Partner vergleichen. Bei Übereinstimmung liegen idiosynkratische Präferenzen, bei signifikanten Abweichungen systematische Präferenzen vor. In [Watson] wurden so religiöse und politische Einstellungen als eher idiosynkratische, Intelligenz und Persönlichkeit als eher systematische Präferenzen ermittelt.

Passive assortative Paarung / Propinquity wurde in vielen Studien Nachgewiesen, z.B.: [Nagoshi94], [Nagoshi87], [Reynolds], [Tambs]

Konvergenz als mögliche Ursache von assortativer Paarung wurde in [Watson] weitgehend verworfen. Lediglich das Persönlichkeitsmerkmal Offenheit west eine gewisse Konvergenz auf – mit negativem Vorzeichen. (D.h. die Partner unterscheiden sich in diesem Aspekt mit der Zeit immer mehr.)

Fazit: Assortative Paarung entsteht durch ein Zusammenspiel von idiosynkratischen und systematischen Präferenzen sowie passiver Assortation.

Assortative Paarung als Argument gegen Pickup
Wie wir oben gesehen haben, gilt: Wenn gleich und gleich sich zusammen tun, dann heißt das nicht zwingend, dass gleich und gleich sich attraktiv finden. Sondern manchmal auch nur, dass gleich und gleich auf der selben Resterampe landen. Assortative Paarung impliziert nicht, dass es kein Attraktivitätsgefälle gibt. Und es folgt nicht, dass man nichts zur Steigerung seiner Attraktivität tun kann.

Nichtsdestotrotz wird von Pick-up-Kritikern Assortative Paarung als Argument gegen Pick-up verwendet:

My grandfather was a great fisherman. He told me that the type of fish you catch depends on the kind of lure you use. Dating and mating are no different. The subset of assertive strategies, borrowed from the pick-up artist tackle-box, are indeed appealing to some women. They also apparently lead particularly to casual sex encounters (as they were designed to do). So, if that fits with your love-life goals, then such „assertive“ strategies may work for you. If you have other goals, then be mindful to stay away from that „lure“ when you see it in the water. That way you won’t get „hooked“ into something you’re not interested in.

[Psychology Today]

Ever since interviewing pickup artist Mystery in 2007, I’ve wondered about the kind of women who fall for his shtick. Is it insecurity, masochism … a fetish for fuzzy top hats? Pickup artist techniques work to pair up like-minds. […] Ladies who subscribe to negative stereotypes about their own gender will take a liking to aggressively dominant men. […] Sexist women are essentially choosing sexist men.

[Salon]

Nein, Pick-up funktioniert nicht weil es für jeden Honk irgendwo ein passendes Gegenstück gibt. Sondern weil es für diese PUA-Honks ganz besonders viele passende Gegenstücke gibt. Und das aus allen denkbaren Subkulturen. Ja, PUAs haben vermutlich mehr „sexistische“ – will heißen: nicht radikalfeministische – Freundinnen als Nicht-PUAs. Weil sie die Wahl haben. Kein psychisch gesunder Mann will eine Männerhasserin, der er jeden Tag seine Privilegien beichten muss. Aber prinzipiell funktioniert Pick-up bei Feministinnen genauso, wie bei normalen Frauen. Oh, und seltsamerweise können die ganzen feministischen ABs keine passende feministische Freundin finden. Warum das so ist, können die Vertreter des Assortative-Mating-Arguments freilich nicht erklären.


Literatur:
[Alvarez] Liliana Alvarez, 2004; Narcissism guides mate selection: Humans mate assortatively, as revealed by facial resemblance, following an algorithm of “self seeking like”, Evolutionary Psychology
[Burley] Nancy Burley, 1983; The meaning of assortative mating, Evolution and Human Behavior, Volume 4, Issue 4, Pages 191–203
[Buss] David M. Buss, 1985; Human Mate Selection
[Chaix] Chaix R, Cao C, Donnelly P. Is Mate Choice in Humans MHC-Dependent? Przeworski M, ed. PLoS Genetics. 2008;4(9)
[Guo] Guo G, Wang L, Liu H, Randall T. Genomic Assortative Mating in Marriages in the United States. DeAngelis MM, ed. PLoS ONE. 2014;9(11)
[Nagoshi87] Nagoshi, C. T., Johnson, R. C., & Ahern, F. M. (1987). Phenotypic assortative mating vs. social homogamy among Japanese and Chinese parents in the Hawaii Family Study of Cognition. Behavior Genetics, 17, 477–485.
[Nagoshi94] Nagoshi, C. T., & Johnson, R. C. (1994). Phenotypic assortment versus social homogamy for personality, education, attitudes, and language use. Personality and Individual Differences, 17, 755–761.
[Reynolds] Reynolds, C. A., Baker, L. A., & Pedersen, N. L. (2000). Multivariate models of mixed assortment: Phenotypic assortment and social homogamy for education and fluid ability. Behavior Genetics, 30, 455–476.
[Tambs] Tambs, K., Sundet, J. M., & Berg, K. (1993). Correlations between identical twins and their spouses suggest social homogamy for intelligence in Norway. Personality and Individual Differences, 14, 279–281.
[Tognetti] Tognetti, A.; Berticat, C.; Raymond, M.; Faurie, C. (2014-05-01). Assortative mating based on cooperativeness and generosity. Journal of Evolutionary Biology. 27 (5): 975–981.
Original Articles
[Watson] David Watson, Eva C. Klohnen, Alex Casillas, Ericka Nus Simms, Jeffrey Haig, 2004; Match Makers and Deal Breakers: Analyses of Assortative Mating in Newlywed Couples
[Yue-Pan] Yue-Pan, Ke-Sheng Wang. Spousal concordance in academic achievements and IQ. A principal component analysis. Open Journal of Psychiatry. 2011. 1. 14-19

Weblinks:
Wikipedia: Assortative Paarung, Assortative mating

Kritik am Pickup #2

Ein besonders bei Männern beliebter Klassiker der PU-Kritik:

Was empfindest du dabei? Ernüchterung, weil Pick-up offenbar doch nicht so toll funktioniert? Genugtuung, weil der blöde PUA mal so richtig vorgeführt wurde? Also ich finde das Video einerseits ärgerlich, weil es sich „unfairer“ Mittel bedient, um Pick-up zu diskreditieren, andererseits aber auch sehr hilfreich, um zu verstehen, wie Pick-up funktioniert. Unfair ist es weil das Unvermögen eines einzelnen Coaches als Argument gegen die Wirksamkeit von Pick-up insgesamt verwendet wird. Und weil die Kritik nicht konstruktiv ist. Olli macht ja keinen Vorschlag, wie man es besser machen könnte, wie er Frauen kennenlernt, etc.

Hilfreich ist das Video, wenn du die folgenden Lehren daraus ziehst:

  • Nicht jeder, der sich PUA nennt, ist auch einer.
    PUA ist kein Ausbildungsberuf. Es gibt keinerlei staatliche Prüfungen, die für Qualitätssicherung sorgen. Kein Wunder, dass es auch ein paar schwarze Schafe unter den PUAs gibt. Von einem professionellen PUA hätte ich mir auch ein bisschen mehr erwartet. Da gibt es sicher bessere. Die guten PUAs sind jedoch vermutlich intelligent genug, sich nicht von jedem Honk vorführen zu lassen.
  • Pick-up ist mehr als „Frauen ansprechen“.
    Ich glaube das Video demonstriert eindrucksvoll, dass es nicht genügt, mal eine Frau anzusprechen. Und dass ganz viele Frauen ansprechen auch nicht zwangsläufig zum Erfolg führt. Nicht mal bei gutaussehenden Männern, die frei von Ansprechangst und Schüchternheit sind. Frauen ansprechen ist ein wichtiger Teil von Pick-up. Aber bei Weitem nicht alles.
  • Pick-up ist kein Zuckerschlecken.
    Wie hast du dir denn Pick-up vorgestellt? Hast du geglaubt, Pick-up ist eine Wunderpille, die man einmal einwirft, und schon kommen die heißesten Mädels zu dir geflogen? Oder dachtest du, Pick-up ist ein Wohlfühl-Paradies, in dem es keine Ablehnung gibt? Nein, Pick-up besteht erst mal nur aus harter Arbeit, Körben, Niederlagen und Verzweiflung. Pick-up ist der Versuch, der sich abzeichnende Katastrophe des lebenslangen Alleinseins mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln entgegenzutreten. Pick-up ist der Kampf gegen die eigenen Ängste und Unzulänglichkeiten. Pick-up ist etwas verdammt uncooles, nicht nur wegen diesem Video.
    Wenn du als AB auf die Straße gehst und Frauen ansprichst, kann ich dir versprechen, dass es noch viel, viel schlechter laufen wird. Nein, du brauchst nicht erwarten, dass du auch nur ein einziges Mal so respektvoll gekorbt wirst wie in diesem Video. Trotzdem ist ein solches Trauerspiel millionenfach erfolgreicher als gar niemandem anzusprechen.
  • Wer sich zum Pick-up öffentlich bekennt, macht sich zur Zielscheibe für Hohn und Spott.
    Zu dem Thema gibt es auch innerhalb der Pick-up-Szene unterschiedliche Ansichten. Ich jedenfalls sehe mich in meiner Meinung bestätigt, dass es besser ist, die Themen Pick-up und AB-tum für sich zu behalten*.
  • Pick-up ist nicht kompetitiv
    Im Pick-up kämpfst du nicht gegen andere, sondern nur gegen dich selbst. Dein Ziel ist es, besser zu werden, als du jetzt bist, nicht unbedingt besser als andere Männer. Dein Ziel ist es, an einen Punkt zu kommen, an dem du mit deinem Sexualleben zufrieden bist. Und nicht, gegen irgendwelche Herausforderer erfolgreich anzutreten.
  • Nicht alle Männer haben es gleich schwer
    Olli zeigt null Anzeichen von Schüchternheit oder Ansprechangst. Er startet von einem Niveau, das von Natur aus schon über dem liegt, was der Coach sich mühsam antrainiert hat. Kein Wunder, dass er bei den Frauen (etwas) besser ankommt. Dieser Umstand ist aber kein Argument gegen die Wirksamkeit von Pick-up. (Genausowenig wie die Existenz gesunder Menschen die Wirksamkeit von Medizin für Kranke widerlegt.)

* Vgl. dazu auch [LdS, S. 204]
Soll ich über das, was die Verführungskunst lehrt, offen sprechen?
Nein, das macht nicht den geringsten Sinn. Behalte es für dich! Den sozial konditionierten und von Minderwertigkeit befeuerten Spott unbedarfter Betas musst du dir nicht antun. Wozu auch?

Links:
So lernst Du (K)eine kennen!


Klar gibt es unglückliches Verliebtsein, dem will ich ganz sicher nicht widersprechen. Ich weiß auch, wie Scheiße es ist, unerwidert verliebt zu sein und den_die Angebetene_n immer wieder sehen zu müssen. ABER DAFÜR GEBE ICH DOCH NICHT MEINEM GEGENÜBER DIE SCHULD!!!
[Link]

Ein Zitat, das die unterschiedliche Grundhaltung von Feminismus und Pick-up gut verdeutlicht. Die Feministin versucht die Gesellschaft zu verändern, um ihre persönlichen Probleme in den Griff zu bekommen. Der angehende PUA versucht sich selbst zu ändern. Die Feministin denkt in moralischen Kategorien, der PUA in Machbarkeitskategorien. Die Feministin jammert, der PUA handelt.
Um zu dem Zitat zurück zu kommen: Nein, wir geben nicht den Frauen die Schuld. WIR GEBEN NIEMANDEM DIE SCHULD!!! Statt dessen arbeiten wir aktiv an unseren Problemen. (Und wenn wir unbedingt jemandem die Schuld geben müssten, dann wären das wir selbst. Aber wir tun es nicht, weil vom Schuld geben alleine nichts besser wird.)


Lustigerweise haben Frauen meist eine viel bessere Meinung vom Pick-up, wenn es um den eigenen Sohn oder den Bruder, und nicht um einen potentiellen Partner geht:

Ich hab da keine so schlechte Erfahrung, mein Bruder sucht schon lange ein nettes Mädel für eine ernsthafte Beziehung, und er ist so ein netter junger Mann, und trotzdem erzählt er mir, dass die Frauen ihn immer abweisen. Warum weiss ich auch nicht. Ich mach mir schon wirklich Sorgen; irgendwas macht er falsch. Und er ist schon ziemlich mit seinen Ego runter. Vielleicht sollten wir Frauen uns einmal überlegen wie man schlechte Typen von guten unterschiedet. Denn er ist sicher nett und kriegt nie was gutes ab. Das ist auch unfair.
[Link]

Evolutionsbiologisch ist das leicht erklärbar: Der Bruder trägt viele ihrer Gene, und die Frau möchte ihn bei deren Verbreitung unterstützen. Frauen, die beim Thema Pick-up vor allem sich selbst als potentiellen PUA-Partner sehen, äußern sich ablehnend, da sie ihre intuitiven Selektionsprozesse nicht aushebeln lassen wollen. Sie möchten einen „genetischen Alpha“, keinen Beta, der sich das Alphaverhalten nachträglich antrainiert hat. Beobachte mal, wie oft Frauen in Bezug auf Pick-up die Formulierungen „hereinfallen“ oder „echter Alpha“ (als Gegensatz zu PUA) verwenden!


Die Hamburger Psychotherapeutin Dr. Eva Wlodarek hat „großes Mitgefühl“ mit Frauen, die sich von den perfiden Strategien von Pick-up Artists haben verführen lassen. Wlodarek rät Frauen, die von einem Pick-up Artist getäuscht worden sind, das Erlebnis offen mit Freundinnen zu besprechen.
[Link]

Ich habe auch großes Mitgefühl mit Männern, die sich von den perfiden Strategien der Push-up-BH-Trägerinnen haben verführen lassen. Lach nicht, so was kann für Männer echt grausam sein! Kürzlich ist mein Kumpel auf so eine hereingefallen. Er hatte sich so gefreut, endlich mal wieder was bumsbares an Land zu ziehen. Und dann packt er sie aus und merkt, dass sie eine flache Flunder ist. Die hatte Schaumstoffpolster statt Titten!!! Dem ging es danach hundeelend. Der hat Rotz und Wasser geheult! Und mich hat es einen Kasten Bier gekostet, um ihn wieder mit der Welt zu versöhnen.

(Wobei der Vergleich natürlich etwas hinkt. Durch Pick-up werden Männer wirklich selbstbewusster und attraktiver, während Push-ups nur etwas vorspielen und die Brüste selbst aber nicht wirklich vergrößern.)


Siehe auch:
Kritik am Pick-up

Julien Blanc

Momentan macht der „Pick-up-Artist“ Julien Blanc Schlagzeilen. Auf höchster politischer Ebene werden Abwehrmaßnahmen gegen den „meistgehassten Mann der Welt“ initiiert. Die Welt scheint stärker bedroht zu sein als von Ebola und IS zusammen. Was ist davon zu halten?

  • Julien Blanc ist ein wiederlicher Mensch, dem zu Recht die Redeerlaubnis entzogen wird. Seine Aufrufe zu Gewalt sind inakzeptabel und unverzeihlich.
  • Der Typ mag sich PUA nennen. Das heißt noch lange nicht, dass er einer ist. Tragisch ist, dass er damit die ganze PU-Bewegung in Verruf bringt, und so die vielen netten Männern, die mit so jemandem nichts zu tun haben möchten, in die Sex- und Partnerlosigkeit treibt. Tragisch ist es aber nicht für dich, der du meinen Ratschlag, den ich an anderer Stelle schon einmal gegeben habe, beherzigst:

    Mach dein Handeln nicht vom gesellschaftlichen Dafürhalten abhängig.

  • Was ich am schlimmsten an dem Typ finde, sind nicht die als „Würgen“ bezeichneten Zärtlichkeiten, sondern eher solche Sätze wie dieser:

    Ich habe meine Frauen gern so, wie ich meine Handys mag: Zerbrochen. [Link]

    Wie kann man zerbrochene Handys mögen? Scherz beiseite, so eine frauenverachtende Haltung geht gar nicht, und steht auch im krassen Widerspruch zu den Idealen der Pick-up-Bewegung:

    Verlasse sie besser, als du sie angetroffen hast.

    Pick-up ist auch dafür da, um Frauen glücklich zu machen. Nein, Frauen sind nicht dann besonders glücklich, wenn ein Mann sich wie ein kastriertes Zwergkaninchen benimmt und dabei die Weisheiten von Alice Schwarzer rezitiert. Nein, Frauen werden nicht dadurch glücklicher, dass du sie vor jeder Berührung dreimal fragst, ob das für sie okay ist. Ja, für viele Frauen ist es Glück, einen charismatischen Alpha an der Seite zu haben, der ihr regelmäßig die Seele aus dem Leib vögelt. Auch dann, wenn sie das niemals zugeben würden.

  • An dieser Stelle sei auch einmal kurz darauf hingewiesen, dass unsere Gesellschaft mit feministischer Gewalt ganz anders umgeht. Z.B. kommentiert die Feministin Alice Schwarzer den Fall, in dem eine Frau ihrem Mann im Schlaf den Penis abgeschnitten hat, so:

    Sie hat ihren Mann entwaffnet. (…) Der Damm ist gebrochen, Gewalt ist für Frauen kein Tabu mehr. Es kann zurückgeschlagen werden. Oder gestochen. [Link]

    Schwarzer wurde für ihren Aufruf zur Gewalt nicht zur Rechenschaft gezogen. Sie wurde vielmehr von Politik und Medien hofiert und mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Nachtrag:
Julien Blanc hat sich offenbar für sein Verhalten entschuldigt. Dazu hätte ich noch eine kleine Frage, und zwar:

WAS SOLL DIE SCHEISSE??

Julien, kennst du nicht den wichtigen PU-Grundsatz für den Erfolgreichen Umgang mit Frauen?

Entschuldige dich nie für etwas, das du einmal gesagt hast. (vgl. [Fikken, S. 286], [16C, #8])

Oder um es im Pick-up-Jargon auszudrücken:

Wenn du dich einmal für einen Frame entschieden hast, gib ihn auf keinen Fall als Reaktion auf weibliches Verhalten auf. [LdS, S. 119]

In deinem Fall war das der Sexistisches-Arschloch-Frame, den du wegen einer Vielzahl von Frauen, die jetzt sehr böse auf dich sind, aufgegeben hast. Du verweichlichte Muschi!

Ja, ich weiß, du hast Scheiße gebaut. Und es tut dir ganz schrecklich leid. Aber durch dein Einknicken machst du es doch nicht besser! Was hat es dir denn objektiv gebracht? Hat irgend eine Zeitung getitelt „Julien Blanc ist doch ein Guter! Geht zu seinen Seminaren!“? Hat ein Staat seine Einreisebeschränkungen zurückgenommen? Du hast nur deine eigenen Gewissensbisse beruhigt und dich nebenbei vor deinen Fans unglaubwürdig gemacht.

Wenn du wirklich etwas in Bezug auf diese Sache tun möchtest, dann geh in dich, und überleg dir, was du für ein Problem mit Frauen hast. Aber lass die Welt bitte daran nicht teilhaben!


Siehe auch:
Kritik am Pick-up

Weblinks:
The Julien Blanc banning, a victory for mob rule, A Pursuit of Truth
Julien Blanc und Pickup, Alles Evolution

Einen sehr gut recherchierten Artikel zu einem weiteren Fall von Hysterie über einen Pick-up-Artist findet man auf Alles Evolution.

Kritik am Pick-up

Pick-up hat in der Gesellschaft keinen guten Stand. Das sollte dich nicht weiter stören. Nur Pussies machen ihr Handeln vom gesellschaftlichen Dafürhalten abhängig. Nur für den Fall, dass du die vorgebrachten Einwände ernst nimmst habe ich hier ein paar gängige Kritikpunkte aufgelistet:

Der Löwenanteil der Kritik am PU enthält überhaupt kein Argument. Er enthält lediglich moralische Empörung und Verachtung. Z.B.:

Mein Mann hatte das Buch (Anm.: Lob des Sexismus) als Urlaubslektüre mit – und es kostete fast unsere Beziehung. Noch niemals hat mich ein Buch deratig empört! Um dieser Empörung Luft zu machen, habe ich es Seite für Seite verbrannt, stellvertretend für alle Frauen, die etwas auf sich halten. [Link]

Der Rest der PU-Kritik beruht auf Unkenntnis der Sachlage. Die Soziologin Leonie Viola Thöne hat es geschafft, alle wesentlichen Vorurteile über Pickup in einen Satz zu packen und das ganze als ernst gemeinte Kritik zu verkaufen:

Pick-up Artists sind manipulative, frauenfeindliche Aufreißer, die einem mehrstufigen Plan vom ersten Ansprechen bis zum Sex folgen und eine große Zahl von einstudierten Verhaltensmustern und Tricks nutzen, um möglichst viele Frauen flachzulegen. Diese Männer wollen die Frau brechen. [Link]

  • PU ist eine Manipulationstechnik
    Von Manipulation eines Menschen spricht man dann, wenn die Annahme eines Identifikationsangebots oder einer Ware und Dienstleistung nicht zu seinem Vorteil, sondern zu seinem Nachteil führt. [Wikipedia] Das steht im Widerspruch zum Pick-up-Motto „Verlasse sie besser, als du sie angetroffen hast.“ Und noch mehr zu meinem Motto „Verlasse sie überhaupt nicht, wenn sie dich gut behandelt.“ PU hat in diesem Sinne nichts mit Manipulation zu tun. Was aber stimmt ist, dass PU nicht auf der bewussten, rationalen, argumentativen Ebene operiert, sondern tief in das emotionale Unterbewusste eingreift. Darf man das? Ich meine ja. Aber letztlich ist es deine Entscheidung, ob du dieses Leben ungeküsst durchleiden willst, oder ob du von deinem hohen moralischen Ross herunterkommst und tust, was zu tun ist. Der weibliche Sexualtrieb ist eben, wie er ist, und wird sich auch nicht durch irgendwelche Sonntagsreden ändern lassen.
  • PU ist frauenfeindlich.
    Schon komisch, dass Männer, die durch die Hölle gehen um Frauen glücklich zu machen, als frauenfeindlich bezeichnet werden. Aber so ist die Welt eben. Damit müssen wir Männer leben.
  • PU lehrt dich, auswendig gelernte Sprüche aufzusagen.
    Unsinn. PU lehrt dich, du selbst zu sein. Da auswendig gelernte Sprüche besser sind, als gar nichts zu sagen, werden sie Anfängern manchmal empfohlen.
  • PUAs wollen möglichst viele Frauen ins Bett kriegen.
    Unsinn. Die meisten, die sich mit Pick-up beschäftigen, wollen endlich mal eine Freundin haben. Danach kommen die, die sich nach einem normalem Sexualleben sehnen, und einfach mit dem einen oder anderen Mädel ein bisschen Spaß haben wollen. Die PUAs, die Frauen reihenweise flach legen, sind äußerst selten. Abgesehen davon verstehe ich nicht, warum man sich darüber empören muss.
  • PUAs suchen schwache Frauen, um sie zu brechen. Selbsbewusste Frauen fallen auf sowas nicht rein.
    Ganz im Gegenteil. PUAs suchen starke, selbstbewusste Frauen mit voll entwickeltem Sexualtrieb. Die Psycho-Wracks (sog. LSE-Frauen) lassen sie links liegen. Ein wesentlicher Teil der PU-Lehre beschäftigt sich damit, die beiden Frauentypen auseinander zu halten.
  • Die Männer betreiben PU nur, um andere PUAs zu beeindrucken.
    Nö. Sie machen das, um Sex zu haben. Der Einwand kommt meistens von Frauen. Er ist ein Fehlschluss, begründet in der Tatsache dass Frauen Partner suchen, die ihrem sozialen Umfeld gefallen, während Männer Partnerinnen suchen, die ihnen selbst gefallen.
  • Die Normalos schaffen es doch auch ohne PU.
    Nein, die wenden PU auch an. Entweder machen sie das intuitiv, oder sie haben es als Teenager per Trial and Error gelernt. Vielleicht nicht so perfekt wie ein PUA, aber immerhin ausreichend, um eine Frau abzukriegen.
  • PUAs erfinden ihre Geschichten nur.
    Hört man oft in AB-Kreisen. Das liegt daran, dass die PU-Geschichten so dermaßen weit vom Erleben eines ABs entfernt liegen, dass viele ABs sowas beim besten Willen nicht für real halten können. Es gibt übrigens auch das umgekehrte Phänomen: Normalos, die denken ABs hätten ihre Partnerlosigkeit nur erfunden, um irgendjemand zu beeindrucken.
  • Echte Alphas brauchen so was nicht.
    Zustimmung. „Echte Alphas“ (im PU-Jargon „Naturals“) machen intuitiv schon alles richtig. Aber was sollen die Anderen bitteschön tun? Ihre sexuelle Energie in den Bau von Rohrbomben stecken?
  • Diese PUAs sind in Wirklichkeit nur arme Würstchen!
    Halbwahr. Genau genommen sind sie Ex-arme-Würstchen. Und soll ich dir noch was verraten? Diese Rollstuhlfahrer sind in Wirklichkeit gar nicht so cool, wie sie immer tun. Das sind nur arme Würstchen, die gar nicht laufen können.
    Ein Gehbehinderter braucht einen Rollstuhl, um sich fortzubewegen genau so, wie ein Flirtbehinderter Pick-up braucht, um eine Partnerin zu finden. Spott an dieser Stelle finde ich einfach nur schäbig. Im Übrigen verwenden alle Männer, die Erfolg bei Frauen haben, die gleichen Techniken. Naturals machen es intuitiv und PUAs haben es erlernt.
    [Anm: Nichts liegt mir ferner, als Rollstuhlfahrer beleidigen zu wollen. Mir ist leider kein besserer Vergleich eingefallen.]
  • Bei mir hätte ein PUA keine Chance!
    Ganz sicher? Du hast also bisher nur mit depressiven Nerds geschlafen, die du ansprechen musstest und die dir beim ersten Date einen Heiratsantrag gemacht haben. Nicht ohne immer zu wiederholen, wie wenig sie selbst eine so tolle Frau wie dich verdient hätten. Interessant. Falls es doch anders war, haben sie zu mindest teilweise PU-Techniken verwendet.
  • Die „Fachsprache“ der PUAs ist albern/kindisch/abstoßend/unnötig/…
    Das sehe ich auch so. Aber zwingt dich irgendjemand, deren Ausdrucksweise zu übernehmen? Es genügt vollkommen, deren Konzepte zu verstehen und anzuwenden.

Der Großteil der PU-Kritik enthält keinerlei Hinweis darauf, was man denn als Mann tun könnte, um an eine Partnerschaft zu kommen. (Und wenn doch, dann sind das Dinge, die nicht funktionieren und auch vom PU-Kritiker selbst niemals getestet wurden.) Häufig wird allein das Vorhandensein einer Strategie regelrecht dämonisiert. Das ist schlimm, weil ABs solche auf das Moralempfinden abzielende Kritik besonders zu Herzen geht und weil sie häufig ohnehin an einer Strategielosigkeit bei der Partnersuche leiden. Durch pauschale Strategiekritik werden sie völlig lethargisch.

Pick-up ist vermutlich das wirksamste Mittel zur Bekämpfung des AB-tums. Es gibt aber leider auch große Nachteile und Probleme bei der Anwendung von PU für ABs:

  • In den PU-Foren herrscht ein rauer Ton. Die Leute dort haben wenig Verständnis dafür, dass es ABs viel mehr Kraft kostet, die gleichen Dinge wie sie zu tun, und dass die Erfolge, die ABs erzielen können, oft nur sehr bescheiden sind. Du kannst dort keinen Trost, kein Mitgefühl für deine Lage bekommen. Nur knallharte Ratschläge, verborgen unter einem Berg aus Unsinn, Besserwisserei und Vorwürfen.
  • In PU-Foren wirst du mit Menschen konfrontiert, denen es ungleich besser geht wie dir, die regelmäßig Sex mit den heißesten Mädels haben und die dieses Glück nicht mal sonderlich zu schätzen wissen. Die ständige Konfrontation damit ist nicht unbedingt leicht zu ertragen und wirkt sich zudem negativ auf dein Selbstwertgefühl und deine Depressivität aus.
  • PU wird von vielen PUAs maßlos Idealisiert und zum Heiligen Gral der Persönlichkeitsentwicklung aufgewertet. Wer nicht durch das Stahlbad Frau geht, wird nicht als vollwertiger Mann betrachtet. Dazu möchte ich anmerken, dass Millionen Schwuler auch ohne weibliches Korrektiv ganz gut mit ihrem Leben klar kommen, dass viele ABs in Bereichen außerhalb der Partnersuche äußerst erfolgreich sind und dass viele Gewaltverbrecher sehr begehrt beim schönen Geschlecht sind. Der Frauenerfolg scheint als nicht wirklich als Indikator für den Wert eines Menschen zu taugen. Pick-up ist ein Werkzeug für einen bestimmten Zweck. Es hat ein paar nette Nebenwirkungen, aber es macht aus dir keinen besseren Menschen. Wenn du einen Stahlstift in die Wand klopfen willst, empfiehlt sich die Verwendung eines Hammers. Wenn du eine Frau nageln willst, nimmst du Pick-up. In beiden Fällen hast du ein Mittel zur Zielerreichung, aber bleibst ein Mensch, mit all seinen Stärken und Schwächen. Du wirst nicht dadurch „zum Mann“, dass du Sex hast. Du bist auch jetzt schon ein vollwertiger Mensch.

Siehe auch:
Kritik am Pickup #2
Julien Blanc

Weblinks:
Kritik an Pickup und warum sie häufig keine konstruktive Diskussion ermöglicht, Alles Evolution