Mate Choice Copying

Ein Schlüssel, der in jedes Schloss passt, ist etwas Besonderes.
Ein Schloss, in das jeder Schlüssel passt, ist wertlos.

Volksweisheit

Aussage
Die menschliche Partnerwahl ist nicht unabhängig. Zwischen den Partnerwahlen der Frauen besteht eine positive Korrelation, zwischen denen der Männer eine negative.
Oder etwas allgemeinverständlicher:
Frauen stehen auf erfahrene Stecher und begehrte Vergebene, für die es bereits eine lange Warteliste gibt. Männer stehen auf Single-Frauen, die bislang durch möglichst wenige Betten gehüpft sind.

Alternative Bezeichnungen
Nachahmungseffekt, Mate Copying*, Nonindependent Mate Choice, Hugh Heffner Effect, Wedding Ring Effect

Alltagsbeobachtungen

  • Frauen mit ausschweifendem Sexualleben werden als Schlampe, Flittchen, Matratze etc. bezeichnet. Für Männer gibt es keine entsprechenden Verunglimpfungen. (Allenfalls Begriffe, die mehr Neid als Verachtung beinhalten, wie z.B. „Stecher“.)
  • In den meisten (traditionellen) Kulturen wird weibliche Jungfräulichkeit beim Eheeintritt erwartet, während es bei Männern akzeptiert wird, dass sie sich vorher „die Hörner abstoßen“. (In Europa durften Beispielsweise Frauen bis weit ins 20. Jahrhundert hinein kein weißes Brautkleid tragen, wenn diese vor Eheeintritt ihre Unschuld verloren hatten. Für Männer gab es keine entsprende Vorschrift.)
  • Der Satz „Ich hab einen Freund“ ist ein verbreitetes und effektives Instrument, mit dem Frauen unerwünschte Verehrer abwehren.
  • TV-Sendungen, in denen viele weibliche Protagonisten um einen Mann buhlen sind deutlich erfolgreicher als solche mit umgekehrter Geschlechterbesetzung (z.B. Der Bachelor/Die Bachelorette)
  • Islamistischen Selbstmordattentätern werden 72 Jungfrauen versprochen, keine sexuell erfahrene Frauen mit ganz vielen Verehrern.
  • Slut Shaming / Virgin Shaming:
    Männer werden tendenziell eher verspottet, wenn sie sehr wenige Sexualpartner hatten, Frauen wenn sie sehr viele hatten. (Den umgekehrten Fall gibt es auch, aber wesentlich seltener.)
  • Männliche Partner werden bei weiblichen Stars als Karrierehindernis gesehen – was dazu führen kann, dass diese freiwillig oder aufgrund vertraglicher Verpflichtungen vor der Öffentlichkeit geheim gehalten werden.

Pick-up-Techniken, die auf Mate Choice Copying beruhen

Evolutionsbiologische Begründung
Was spricht für und gegen ein Kopieren der Partnerwahl?
Vorteile:

  • Qualitätssicherung bei unvollstädiger Information hinsichtlich des evolutionären Werts des Partners, indem positive Bewertungen durch Konkurrenten in die eigene Partnerwahl mit einbezogen werden. (Qualität besteht hier aus genetische Qualität und Schutz- und Versorgungsqualität.)

Nachteile:

  • Geringere Erfolgschance bei der Partnerwerbung, da möglicherweise der Konkurrent bevorzugt wird
  • Geringere Befruchtungswahrscheinlichkeit, da direkt nach einer Befruchtung durch einen Konkurrenten keine weitere Befruchtung möglich ist
  • Höhere intrasexuelle Konkurrenz und damit mögliche physische Gefährdung durch Konkurrenten
  • Höhere Wahrscheinlichkeit, für den Nachwuchs eines Konkurrenten („Kuckuckskind“) aufkommen zu müssen
  • Geschlechtskrankheiten, die durch den Konkurrenten übertragen wurden

Bei Frauen ist der Faktor Qualitätssicherung der klar dominierende, da für sie die Kosten einer Fehlinvestition (9 Monate Schwangerschaft + viele Jahre Ernährung und Betreuung eines Kindes ohne Schutz und Versorgung durch einen geeigneten Partner + Opportunitätskosten) enorm sind, während sie für Männer minimal sind (einige Stunden für Verführung und Sex). Ferner ist die Informationslücke bei Frauen ungleich größer, denn die Fähigkeit, die (hauptsächlich vom Mann zu übernehmende) Aufgabe von Schutz und Versorgung zu leisten hängt stark von seinem Rang in der Gruppe ab und kann nicht unbedingt an Körpermerkmalen abgelesen werden. Auch der Faktor Geschlechtskrankheiten ist bei Frauen etwas gewichtiger, da Männer beim Sex mehr Körperflüssigkeit auf die Frau übertragen als umgekehrt.
Bei Männern dominieren hingegen die Faktoren Erfolgschance (Frauen sind das wählerischere Geschlecht), intrasexuelle Konkurrenz (physische Angriffe durch Männer sind potentiell gefährlicher), Kuckuckskind (bei Frauen praktisch ausgeschlossen) und Befruchtungswahrscheinlichkeit (Frauen sind nach einer Befruchtung für mindestens 9 Monate unfruchtbar, während Männer weniger als eine Stunde pausieren müssen („Refraktärphase„)).
Insgesamt überwiegen also bei Frauen die Vorteile und bei Männern die Nachteile.

Wissenschaftlicher Nachweis
Frauen finden Fotos von Männern attraktiver, wenn diese als vergeben beschrieben werden. (Umgekehrter Effekt bei Männern)

Jessica Parker, Melissa Burkley; 2009; Who’s chasing whom? The impact of gender and relationship status on mate poaching; Journal of Experimental Social Psychology 45; 1016–1019

Frauen finden Fotos von Männern attraktiver, wenn diese von Frauen angelächelt werden. (Umgekehrter Effekt bei Männern)

Jones, DeBruine, Little, Burriss, and Feinberg; 2007; Social transmission of face preferences among humans.; Proc Biol Sci. 274(1611):899-903

Frauen finden Männer attraktiver, wenn diese in Begleitung einer attraktiven Frau sind. (Aber nicht, wenn die Begleitung unattraktiv ist.)

D. Waynforth; 2007; Mate Choice Copying in Humans; Human Nature

Versuchspersonen werden Videoaufnamen eines realen Speeddatings gezeigt. Männer und Frauen finden Personen des anderen Geschlechts attraktiver, wenn deren Flirtpartner Interesse gezeigt hat.

S. S. Place, P. M. Todd, L. Penke and J. B. Asendorpf; 2010; Humans show mate copying after observing real mate choices; Evolution and Human Behavior, 31(5), 320-325

Mate Choice Copying bei Frauen wird durch alle Studien zweifelsfrei belegt. (Dies ist auch der für dich als Mann interessantere Teil der Aussage.) Bei Männern wurden sowohl positive als auch negative Korrelationen in der Partnerwahl festgestellt. Dazu folgende Erklärungsversuche:

Alle zitierten Studien haben den Faktor Ansprechen und Eskalieren ausgeblendet. Die damit einhergehenden Ängste führen jedoch zu Angstvermeidungsverhalten (z.B. Nichtansprechen von Frauen, bei denen man Ablehnung befürchtet), welches die Partnerwahl in erheblichem Maße beeinflusst. Da Männer in der Regel die Aufgabe des Eskalierens übernehmen müssen, ist bei Männern eine deutliche Abweichung zwischen den Studien und der Realität nicht unwahrscheinlich.

Eine weitere mögliche Ursache ist der folgende (auch für sich genommen interessante) „Porno-Effekt“:
Wenn Männer Videos von Frauen, die Sex mit anderen Männern haben (sog. Pornos) sehen, fühlen sie sich in der Regel erregt und empfinden keine Eifersucht. Wenn sie jedoch die sexuell aktive WG-Mitbewohnerin durch die Wand durchstöhnen hören oder wenn im Urlaub die Reisebegleitung sich was zum Bumsen mit ins gemeinsam genutzte Hotelzimmer bringt, kommen eher weniger Menschen in Onanierlaune. (Die meisten ABs werden traurig bis depressiv, viele Normalos nehmen es mit Humor, fragen z.B. „Darf ich mitmachen?“ oder feuern die Kopulierenden an.) Der MMF-Dreier ist in Pornos sehr beliebt, während viele Männer gegenüber diesem sog. Teufelsdreier deutliche Vorbehalte haben.
Unser Gehirn macht offenbar einen großen Unterschied zwischen hypothetischen und tatsächlichen Partnern bzw. Konkurrenten. In Videodarstellungen uns unbekannter Personen ist uns völlig klar, dass wir niemals selbst mit den Darstellern sexuell interagieren werden. Wir sehen die männlichen Darsteller nicht als Konkurrenten, sondern identifizieren uns mit diesen. Somit ist positives Mate Choice Copying zu beobachten. Im realen Leben, wenn ein Mann eine Frau verführen möchte und einem realen Konkurrenten begegnet, ist jedoch negatives Mate Choice Copying zu erwarten.

In der Arbeit von Place et al. hat die als besonders realistisch beschriebene Methode mit den Videoaufzeichnungen vermutlich zu einer stärkeren Identifikation mit dem Konkurrenten (Porno-Effekt) und damit zu positivem Mate Choice Copying geführt. Um die Frage des Mate Choice Copying bei Männern zu klären müsste man das tatsächliche Partnerwahlverhalten erforschen, z.B. durch verdeckte Beobachtungen in Bars und Diskotheken. Ferner steht eine wissenschaftliche Einordnung der unter „Evolutionsbiologische Begründung“ und „Alltagsbeobachtungen“ genannten Argumente noch aus.

* Die Verkürzung des Begriffs „Mate Choice Copying“ zu „Mate Copying“ finde ich etwas unglücklich, da letzteres wörtlich genommen ein Kopieren des Partners ist, der gemeinte Effekt jedoch ein Kopieren der Partnerwahlen der Konkurrenten ist.


Siehe auch:
Wissenschaftliche Erforschung des Pick-ups
Coming Out als AB

Weblinks:
Nachahmungseffekt, Wikipedia
Mate choice copying, Wikipedia

„Von anderen Frauen bereits für gut befunden“ (Pre-approved by other women) macht attraktiv, Alles Evolution
She wants someone who is already wanted, Alpha Game
¡SCIENCE! you dirty whore: Study Proves Women Love Men Who Are Loved By Women, Château Heartiste

(via)

zum Thema Slut Shaming:
Männer, die viel Sex haben sind Helden, Frauen die viel Sex haben sind Schlampen?, Alles Evolution
Doppelstandards bei Nacktfotos?, Alles Evolution
Schlampen und Helden – „Keiner kauft gern benutzte Ware“, taz
Ich bin eine Schlampe – ach nee, ein Mann, bento

zum Thema Virgin Shaming:
Beschämungen männlicher Jungfräulichkeit, Alles Evolution
Why is „virgin shaming“ acceptable in feminist circles, Quora
Virgin shaming is just as bad, if not more prominent than slut shaming, The Unpopular Opinions
Male virginity shaming, Lion of the Blogosphere
Stop Virgin Shaming, Liberty without Apologies
Why do people even make fun of virgins?, Forever Alone Reddit

Gründe für informelle Pick-up-Forschung

Die akademische Pick-up-Forschung an Universitäten hat im Gegensatz zur informellen Forschung in anonymen Internetforen folgende Nachteile:

  • mangelnde Innovationskraft
    Die akademische Forschung bleibt bei der Entdeckung von Verführungsstrategien weit hinter den Erfolgen der Pick-up-Gemeinde zurück
  • kleinere Datenbasis
    Die meisten wissenschaftlichen Studien werden mit unter 100 Probanden durchgeführt. Für die entsprechenden Aussagen im Pick-up gibt es in der Regel zigtausende von Erfahrungsberichten.
  • indirekte Methoden
    Ein Großteil der akademischen Forschung basiert darauf, dass Probanden zu ihren Vorlieben bei der Partnerwahl befragt werden. Bestenfalls werden bestimmte Indikatoren für Interesse (z.B. Herausgabe der Telefonnummer) beobachtet. Es gibt – im Gegensatz zu den Field Reports im Pick-up – keine mir bekannte Arbeit, in der sich die Probanden im Rahmen der Studie einen Partner auswählen und sich mit diesem auch tatsächlich paaren. Wenn es um die tatsächliche Paarung geht, treffen jedoch die meisten Menschen ganz andere Entscheidungen als bei einer Selbstauskunft, mit wem sie denn gerne würden.
  • rechtliche Probleme
    Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das bei der Paarung nicht verdeckt beobachtet werden darf. Die letzten Schritte der Verführung werden für die Forschung wohl immer unzugänglich bleiben.
  • ethische Probleme
    Viele Ergebnisse der Pick-up-Forschung werden von einem Großteil der Gesellschaft als unmoralisch angesehen. Ein Wissenschaftler, der das ignoriert, riskiert seine Karriere. (Das ist vermutlich ein Hauptgrund dafür, dass es noch so viele weiße Flecken auf der Karte der Pick-up-Forschung gibt.)

Siehe auch:
Gründe für wissenschaftliche Pick-up-Forschung
Wissenschaftliche Erforschung des Pick-ups

Gründe für wissenschaftliche Pick-up-Forschung

Die Sinnhaftigkeit wissenschaftlicher Forschung zu Pick-up-Themen wird innerhalb der PU-Community teilweise angezweifelt:

Ohne den Wert der informellen Erforschung von Verführungsstrategien klein reden zu wollen sehe ich gute Gründe für die akademische Erforschung des Pick-ups:

  • Forschung ist Teil unseres menschlichen Strebens, genau wie Musik, Kunst, Literatur und Sport. Sie bedarf keines Anwendungszwecks. Wir Mennschen sind wissbegierige Wesen, und jedes Körnchen zusätzlicher Erkenntnis macht unsere Welt ein kleines Bisschen lebenswerter.
  • Die enorme Masse an Erfahrungsberichten mag jemanden überzeugen, der keine grundsätzlichen Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Gesamtheit der PUAs hat. Bei vielen ABs ist jedoch genau das der Fall. Ihnen erscheint Pick-up wie eine obskure Sekte, die mit frei erfundenen Erfolgsgeschichten versucht, das Geld der Verzweifelten abzugreifen. Akademische Forschung hingegen genießt bei den meisten Menschen eine ausgezeichnete Reputation.
  • Man könnte einem Pick-up-Zweifler zurufen „Probier es aus, dann wirst du es selbst sehen!“ Das verkennt jedoch die Tatsache, dass Pick-up eine erhebliche Investition darstellt. Einen jahrelanger Kampf gegen die eigenen Ängste, vielleicht unterstützt durch tausende Euro teure Seminare. So etwas probiert man nicht einfach mal aus, wenn man es für völlig unplausibel hält.
  • Wissenschaftliche Forschung kann ferner die grundsätzliche Natur des Pick-ups etwas klarer herausstellen. Sie kann zeigen, dass Pick-up im Gegensatz zu Schlaghosen, Nierentischen oder Kreuzzügen keine Mode ist, die irgendwann wieder verschwindet. Dass Pick-up kein Trend ist, sondern eine Sammlung ewiger Wahrheiten über die Natur des Menschen.

Siehe auch:
Gründe für informelle Pick-up-Forschung
Wissenschaftliche Erforschung des Pick-ups

Weblinks:
Pickup vs. Wissenschaft (Alles Evolution)

Wissenschaftliche Erforschung des Pick-ups

Dieser Post soll einen Überblick über den aktuellen Stand der empirischen Pick-up-Forschung liefern. Die Forschungsergebnisse werden entsprechend der Struktur meines früheren Posts „Der Fünf-Minuten-PUA“ dargestellt.

  1. grünDominanz
    Dominantes Verhalten macht Männer attraktiver. (Frauen aber nicht.)

    Edward K. Sadalla, Douglas T. Kenrick, Beth Vershure; 1987; Dominance and heterosexual attraction., Journal of Personality and Social Psychology, Vol 52(4), 730-738.
    [Link]

    Verträgliche Männer haben weniger Sexualpartner und werden auf Fotos als unattraktiver bewertet.

    Geoffrey C. Urbaniak, Peter R. Kilmann; 2006; Niceness and Dating Success: A Further Test of the Nice Guy Stereotype; Sex Roles; Volume 55, Issue 3-4, pp 209-224
    [Link]

    Dominant aussehende Teenager haben früher Sex.

    Allan Mazur; 1994; Dominant looking male teenagers copulate earlier; Ethology and Sociobiology, Vol.15(2):87–94
    [Link]

    Eine dominante, expansive Körperhaltung macht attraktiver

    Tanya Vacharkulksemsuk, Emily Reit, Poruz Khambatta, Paul W. Eastwick, Eli J. Finkel, Dana R. Carney; 2016; Dominant, open nonverbal displays are attractive at zero-acquaintance; PNAS
    [Link]

    1. halb grünAnsprechen
    2. Ein empirischer Nachweis der erfolgssteigernden Wirkung des Ansprechens steht noch aus. Es gibt lediglich Belege dafür, dass Männer es häufiger tun und dabei weniger erfolgreich sind:

      Feldstudie in Singlebars: Männer sprechen Frauen ca. 3,5 mal so häufig an wie umgekehrt.

      Monica M. Moore; 1985; Nonverbal Courtship Patterns In Women; Ethology and Sociobiology; Vol.6(4): 237–247

      Alle Frauen, die Männer in Single-Bars ansprechen, erhalten ausschließlich positive Reaktionen, während selbst die erfolgreichsten Männer nicht mehr als 70% positive Reaktionen erziehlen konnten.

      M. R. Cunningham; 1989: Reactions to Heterosexual Opening Gambits: Female Selectivity and Male Responsiveness; Personality and Social Psychology; Bulletin 15, 27-41

      Die Erfolgsquote beim direkten Ansprechen auf Sex liegt bei 0%, wenn Männer Frauen ansprechen und bei ca. 70%, wenn Frauen Männer ansprechen.

      Russel D. Clark III, Elaine Hatfield; 1989; Gender differences in Receptivity to Sexual Offers; Journal of Psychology & Human Sexuality; 2, 39-55.
      [Blog]

      Während es für Männer schwer ist, auch nur eine Telefonnummer zu bekommen, müssen Frauen lediglich lächeln und warten, bis sie angesprochen werden.

      Andreas M. Baranowski; 2012; The Science of Seduction: Towards an evidence-based approach to heterosocial skills training.; Saarbrücken: Akademikerverlag.; S. 60

    3. grünBerührungen initiieren
      Frauen akzeptieren eine Aufforderung zum Tanz eher, wenn sie leicht am Unterarm berührt wurden.
      Frauen vergeben ihre Telefonnummer eher, wenn sie leicht berührt wurden.
      Frauen beschreiben Männer, die sie leicht berührt haben als dominanter und sexuell attraktiver.

      Nicolas Guéguen; 2007; Courtship compliance: The effect of touch on women’s behavior
      [Link]

    4. grauUnternehmungen initiieren
    5. grünSonstiges initiieren
      Männer, die initiativ das Getränk der Frau nachschenken, werden „drastisch aufgewertet“.

      [Sprenger] Robin Sprenger; 2014; Männliche Absolute Beginner: Ein kommunikationswissenschaftlicher Ansatz zur Erklärung von Partnerlosigkeit; Springer VS; S. 310

    6. grünC&F, Humor, nicht ernst nehmen
      Frauen werden Fotos mit Autobiographien von Männern vorgelegt. Die Frauen finden die Männer attraktiver, deren Autobiographien humorvoll formuliert sind. Kein entsprechender Effekt bei Männern.

      Eric Bressler, Sigal Balshine; 2006; The influence of humor on desirability; Evolution and Human Behavior, 27(1), 29–39

    7. grauRegeln brechen
  2. grünResilienz
    Neurotizismus korreliert bei Männern deutlich negativ mit sexuellem Erfahrungsstand (Nicht-jungfräulichkeit, Kuss- und Pettingfrequenz, Lebenszeitanzahl Sexualpartner). Keine signifikante Korrelation bei Frauen.

    C. Meston, P. Trapnell, B. Gorzalka; 1993; Sex and the Five Factor Model of Personality; Paper presented at the annual meeting of the International Academy of Sex Research, Pacfic Grove, CA

    Absolute Beginner sind neurotischer als sexuell erfahrene Männer

    [Sprenger] Robin Sprenger; 2014; Männliche Absolute Beginner: Ein kommunikationswissenschaftlicher Ansatz zur Erklärung von Partnerlosigkeit; Springer VS; S. 211
    gleiches Ergebnis in:
    F. Neyer; 1999; Die Persönlichkeit junger Erwachsener in verschiedenen Lebensformen.; Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie

    1. grauShit Tests
    2. grauFrame
    3. halb rotAuthentizität
    4. Absolute Beginner wirken auf Frauen etwas authentischer als sexuell erfahrene Singles.

      [Sprenger] Robin Sprenger; 2014; Männliche Absolute Beginner: Ein kommunikationswissenschaftlicher Ansatz zur Erklärung von Partnerlosigkeit; Springer VS; S. 304

    5. grauLMR / Freeze out
  3. grünAttraktivitätsgefälle
    Unattraktive Freunde des eigenen Geschlechts und attraktive Freunde des anderen Geschlechts machen heterosexuelle Menschen attraktiver. („ugly friend effect“ und „Hugh Hefner effect“)

    Anthony C. Little, Christine A. Caldwell, Benedict C. Jones, Lisa M. DeBruine; 2011; Effects of Partner Beauty on Opposite-Sex Attractiveness Judgments; Archives of Sexual Behavior, Volume 40, Issue 6, pp 1119-1127
    [News]

    1. graukein Podest
    2. grauqualifizieren
    3. grauMach dich rar!
    4. grauOneitis
    5. grauPush/Pull
    6. halb grünNeg
      Gain-Loss-Theorie: Menschen mögen andere Personen eher, wenn diese erst negative und dann positive Bewertungen äußern. (Im Vergleich zu nur positiven, nur negativen und erst negativen und dann positiven Bewertungen, wobei letztere am wenigsten gemocht wurden.)

      Elliot Aronson, Darwyn Linder; 1965; Gain and loss of esteem as determinants of interpersonal attractiveness; Journal of Experimental Social Psychology; Vol.1(2):156–171

    7. grauAufmerksamkeit streuen
    8. grünSocial Proof
      • Mate Choice Copying (Pre-selection, Preapproved by women, Herdentrieb, Lemming-Effekt):
        Frauen finden Fotos von Männern attraktiver, wenn diese als vergeben beschrieben werden. (Umgekehrter Effekt bei Männern)

        Jessica Parker, Melissa Burkley; 2009; Who’s chasing whom? The impact of gender and relationship status on mate poaching; Journal of Experimental Social Psychology 45; 1016–1019

        Frauen finden Fotos von Männern attraktiver, wenn diese von Frauen angelächelt werden. (Umgekehrter Effekt bei Männern)

        Jones, DeBruine, Little, Burriss, and Feinberg; 2007; Social transmission of face preferences among humans.; Proc Biol Sci. 274(1611):899-903

        Frauen finden Männer attraktiver, wenn diese in Begleitung einer attraktiven Frau sind. (Aber nicht, wenn die Begleitung unattraktiv ist.)

        D. Waynforth; 2007; Mate Choice Copying in Humans; Human Nature

    9. grünStatus / DHV
      • Frauen legen bei der Partnerwahl größeren Wert auf sozialen Status als Männer

        T. K. Shackelford, D. P.Schmitt, D. M. Buss, 2005, Universal dimensions of human mate preferences, Personality and Individual Differences, 39, 447-458

        Das gilt besonders dann, wenn die Männer am unteren Ende der Statushierarchie stehen und wenn es um Langzeitbeziehungen geht.

        Li, Norman P.; Yong, Jose C.; Tov, William; Sng, Oliver; Fletcher, Garth J. O.; Valentine, Katherine A.; Jiang, Yun F.; Balliet, Daniel; Nov 2013; Mate preferences do predict attraction and choices in the early stages of mate selection.; Journal of Personality and Social Psychology, Vol 105(5), 757-776.

      • Frauen legen bei der Partnerwahl größeren Wert auf das Einkommen des Partners als Männer

        D. M. Buss; 1985; Human Mate Selection; American Scientist, 73, 47-51

      • Frauen finden Fotos von Männer attraktiver, wenn diese in einem statushohen Kfz sitzen als in einem statusneutralen. (Kein entsprechender Effekt bei Frauen.)

        M. J. Dunn, R. Searle; 2010; Effect of manipulated prestige-car ownership on both sex attractiveness ratings; British Journal of Psychology, Volume 101, Issue 1, pages 69–80

      • Die Motorengeräusche teurer Sportwagen erregen Frauen (gemessen über die Testosteron-Konzentration im Speichel). Umgekehrter Effekt bei durchschnittlichen Kleinwagen.

        [News][News]

    10. halb grünPeacocking
      Frauen bevorzugen Männer für kurzfristige Beziehungen, wenn diese Produkte kaufen, die vor allem der Selbstpräsentation dienen.

      Sundie, Jill M.; Kenrick, Douglas T.; Griskevicius, Vladas; Tybur, Joshua M.; Vohs, Kathleen D.; Beal, Daniel J.; Peacocks, Porsches, and Thorstein Veblen: Conspicuous consumption as a sexual signaling system.; Journal of Personality and Social Psychology, Vol 100(4), Apr 2011, 664-680.
      [News]

  4. halb grünGeborgenheit
    1. grauHarmonie
    2. halb grünKörpersprache spiegeln
      Menschen mögen ihren Gesprächspartner mehr, wenn dieser ihre Körpersprache spiegelt.

      T. L. Chartrand, J. A. Bargh; 1999; The Chameleon Effect: The Perception-Behavior Link and Social Interaction

    3. grauEmotionale Themen
    4. grünSelbstoffenbarung
      Menschen empfinden einen enormen Zuwachs an Nähe, wenn sie einander Selbstoffenbarungsfragen stellen. Die Ergebnisse sind unabhängig davon, ob die Probanden in wesentlichen Einstellungen übereinstimmen und ob sie davon ausgehen, dass ihr Gesprächspartner sie mag.
      (Im Mittel fühlten sie sich nach 45 min ihrem Gesprächspartner näher, als 30% der Befragten ihrem engsten, tiefsten und intimsten Beziehungspartner.)

      A. Aron, E. Melinat, E. N. Aron, R. D. Vallone, R. J. Bator, The Experimental Generation of Interpersonal Closeness: A Procedure and Some Preliminary Findings

grünPauschale Pick-up-Forschung
Neben der Erforschung einzelner Aspekte des Pick-ups kann auch die gebündelte Wirkung verschiedener Techniken untersucht werden:

Nach einem Flirt-Coaching bekommen Männer, die Frauen ansprechen und nach deren Telefonnummer fragen, mehr positive Antworten. Das Flirt-Coaching bestand aus

  • einem theoretischen Teil, in dem die evolutionsbiologischen Hintergründe des Flirtens (inklusive Hinweise zur praktischen Anwendung) sowie der Stand der Wissenschaft zum Thema Verführung und Partnerwahl behandelt wurden
  • einem Diskussionsteil, in dem die Teilnehmer sich über ihre positiven wie negativen Erfahrungen mit dem Flirten sowie über mögliche Implikationen der wissenschaftlichen Ergebnisse austauschten
  • einem Praxisteil, in dem die Teilnehmer in Rollenspielen das Erfragen der Telefonnummer üben, die Interpretation von Körpersprache üben, nach Anleitung verschiedene klassische PU-Übungen zur Überwindung der Ansprechangst machen (z.B. fremde Menschen grüßen, sie nach einer Veranstaltung fragen, bewusst Ablehnung provozieren) und dazu Feedback erhalten.

Andreas M. Baranowski; 2012; The Science of Seduction: Towards an evidence-based approach to heterosocial skills training.; Saarbrücken: Akademikerverlag.

Legende
rot deutliche Indikationen, die gegen diese These sprechen
gelb unklare oder (scheinbar) widersprüchliche Indikationen
grün deutliche Indikationen, die für diese These sprechen
halb grün halb rot schwache Indikationen, die für/gegen diese These sprechen
grau unerforscht
[News], [Blog]: populärwissenschaftliche Darstellungen in Zeitungen und Blogs


Siehe auch:
Gründe für wissenschaftliche Pick-up-Forschung
Gründe für informelle Pick-up-Forschung