Assortative Paarung

Assortative Paarung liegt vor, wenn Arten mit geschlechtlicher Fortpflanzung zur Begattung mit Individuen neigen, die ihnen in gewisser Hinsicht ähnlicher (positive assortative Paarung) oder unähnlicher (negative assortative Paarung oder disassortative Paarung) sind, als dies bei einem rein zufälligem Paarungsverhalten der Fall wäre. Den Gegensatz, wenn Paarungswahrscheinlichkeit und Ähnlichkeit unkorreliert sind, bezeichnet man als Panmixie.

Assortative Paarung steht nicht im Widerspruch zu geschlechtsspezifisch asymmetrischer Paarung. Selbst wenn Männer regelmäßig einen Meter größer als ihre Partnerinnen wären, läge assortative Paarung vor, wenn die 1,60-Frauen sich für 2,60-Männer, die 1,70-Frauen sich für 2,70-Männer, usw., entscheiden.

Panmixie impliziert keine rein zufällige Paarung mit einem beliebigen Partner. Es können durchaus klare Partnerpräferenzen vorliegen. Nur müssen diese Präferenzen dann gleichmäßig über die gesamte Population verteilt sein.

Beispiele

  • Positive assortative Paarung:
    • Einkommen [Buss]
    • Alter [Buss]
    • Sprache [Buss]
    • Religion [Buss]
    • Etnischer Hintergrund [Buss]
    • Sozio-ökonomischer Status [Buss]
    • Intelligenz [Yue-Pan]
    • Wohnort [Buss]
    • Genom [Guo]
    • Karitatives Engagement [Tognetti]
  • Negative assortative Paarung:
    • Geschlecht
      (Die meisten Menschen sind heterosexuell.)

      Negative assortative mating in human populations has never been reliably demonstrated, with the single exception of sex. [Buss]

    • Extraversion (geringer Effekt) [Watson]
    • Immunsystem (MHC-Moleküle) [Chaix]
  • Nicht-assortative Paarung (Panmixie):
    Bei Faktoren wie z.B.

    • Blutgruppe
    • Sternzeichen
    • Hausnummer (zum Zeitpunkt des Kennenlernens)

    würde ich sehr geringe bis keine assortative Paarung vermuten. Einen Beleg für einen Faktor mit Panmixie habe ich allerdings nicht gefunden.

Wie kommt es zu diesem Phänomen?
Folgende Ursachen sind denkbar:

  • Idiosynkratische Präferenzen
    Die meisten Individuen präferieren einen Partner, der ihnen selbst ähnlich ist.
  • Sytematische Präferenzen im Wettbewerb
    Die meisten Individuen haben ähnliche Präferenzen, während die Menge der Eigenschaften innerhalb der Population eine gewisse Streuung aufweist. Oder allgemeiner: die Nachfrage nach bestimmten Eigenschaften ist größer als das Angebot. In dieser Konstellation können nicht alle Präferenzen realisiert werden. Es entsteht ein Wettbewerb um die systematisch präferierten Eigenschaften, den diejenigen gewinnen, die selbst diese Eigenschaften aufweisen. Die Komplementärmenge der Verlierer hat somit ebenfalls ähniche Eigenschaften. Daraus ergibt sich die beobachtbare assortative Paarung.
  • Passive assortative Paarung / Propinquity
    Individuen mit den gleichen Eigenschaften besetzen das selbe Habitat und haben deshalb eine erhöhte Paarungswahrscheinlichkeit. (Beispielsweise paaren sich Akademiker eher untereinander, weil sie im Studium häufiger aufeinander treffen.)
  • Konvergenz
    Die Ähnlichkeit der Individuen ist zu Beginn der Beziehung noch nicht gegeben. Sie entwickelt sich im Laufe der Zeit durch wechselseitige Anpassung.

Wissenschaftliche Forschungsergebnisse
Zu der Entscheidung zwischen idiosynkratischen und systematischen Präferenzen schreibt [Burley]:

High-quality individuals should be more selective than low-quality ones, so that for any phenotypic gradient along which individuals can be ranked in terms of their quality/desirability as mates, high-quality individuals will pair assortatively. In a finite population this will leave lower quality individuals to mate among themselves, not because they prefer to mate assortatively, but because their own desirability precludes them access to better mates. The pattern that results from a type preference for high quality mates, expressed by both sexes, is indistinguishable from one resulting when each phenotype prefers itself. As a result, it is impossible to decifer the process responsible solely from observing a mating pattern.

Es ist also jedenfalls nicht von vornherein klar, was stimmt.

Die letzten beiden Sätze gelten allerdings nur, wenn man lediglich einen Faktor betrachtet. Bei mehreren Faktoren kann man beobachten, ob die Paarungswahscheinlichkeit in Abhängigkeit von den Faktoren additiv ist. Hat man z.B. zwei Faktoren A und B mit jeweils assortativer Paarung, so sollten sich bei idiosynkratischen Präferenzen viel-A-wenig-B-Individuen und wenig-A-viel-B-Individuen nur extrem selten paaren, da sie sich maximal unterscheiden. Bei systematischen Präferenzen hingegen würden die beiden sich mit durchschnittlicher Wahrscheinlichkeit paaren, ähnlich wie zwei mittel-A-mittel-B-Individuen, denn der Mangel-Faktor kann durch den Überschuss-Faktor ausgeglichen werden und es ergibt sich ein mittlerer Marktwert. Dieser Effekt wurde in einer Studie für den Nachweis, dass die Assortativität in den Gesichtszügen jedenfalls nicht ausschließlich auf systematischen Präferenzen beruht, genutzt. [Alvarez] Zur umgekehrten Aussage sagt diese Studie allerdings nichts.

Umgekehrt kann Assortativität auch nicht ausschließlich mit idiosynkratischen Präferenzen erklären. Dies folgt aus diversen Studien, die Attraktivitätsunterschiede in allen möglichen menschlichen Eigenschaften nachgewiesen haben. (Siehe z.B. hier.)
Denn wenn es keinen Wettbewerb gäbe und die assortative Paarung alleine auf idiosynkratischen Präferenzen beruhte, wären alle Menschen so attraktiv, wie das entsprechende Merkmal häufig ist. Übergewicht wäre in den USA besonders sexy. Und in manchen Regionen Afrikas wären die Menschen auf fast verhungerte Partner scharf. Tatsächlich gibt es jedoch eine umgekehrte Tendenz.

Weiter kann man die Partnerpräferenzen erfragen und mit den Eigenschaften der tatsächlichen Partner vergleichen. Bei Übereinstimmung liegen idiosynkratische Präferenzen, bei signifikanten Abweichungen systematische Präferenzen vor. In [Watson] wurden so religiöse und politische Einstellungen als eher idiosynkratische, Intelligenz und Persönlichkeit als eher systematische Präferenzen ermittelt.

Passive assortative Paarung / Propinquity wurde in vielen Studien Nachgewiesen, z.B.: [Nagoshi94], [Nagoshi87], [Reynolds], [Tambs]

Konvergenz als mögliche Ursache von assortativer Paarung wurde in [Watson] weitgehend verworfen. Lediglich das Persönlichkeitsmerkmal Offenheit west eine gewisse Konvergenz auf – mit negativem Vorzeichen. (D.h. die Partner unterscheiden sich in diesem Aspekt mit der Zeit immer mehr.)

Fazit: Assortative Paarung entsteht durch ein Zusammenspiel von idiosynkratischen und systematischen Präferenzen sowie passiver Assortation.

Assortative Paarung als Argument gegen Pickup
Wie wir oben gesehen haben, gilt: Wenn gleich und gleich sich zusammen tun, dann heißt das nicht zwingend, dass gleich und gleich sich attraktiv finden. Sondern manchmal auch nur, dass gleich und gleich auf der selben Resterampe landen. Assortative Paarung impliziert nicht, dass es kein Attraktivitätsgefälle gibt. Und es folgt nicht, dass man nichts zur Steigerung seiner Attraktivität tun kann.

Nichtsdestotrotz wird von Pick-up-Kritikern Assortative Paarung als Argument gegen Pick-up verwendet:

My grandfather was a great fisherman. He told me that the type of fish you catch depends on the kind of lure you use. Dating and mating are no different. The subset of assertive strategies, borrowed from the pick-up artist tackle-box, are indeed appealing to some women. They also apparently lead particularly to casual sex encounters (as they were designed to do). So, if that fits with your love-life goals, then such „assertive“ strategies may work for you. If you have other goals, then be mindful to stay away from that „lure“ when you see it in the water. That way you won’t get „hooked“ into something you’re not interested in.

[Psychology Today]

Ever since interviewing pickup artist Mystery in 2007, I’ve wondered about the kind of women who fall for his shtick. Is it insecurity, masochism … a fetish for fuzzy top hats? Pickup artist techniques work to pair up like-minds. […] Ladies who subscribe to negative stereotypes about their own gender will take a liking to aggressively dominant men. […] Sexist women are essentially choosing sexist men.

[Salon]

Nein, Pick-up funktioniert nicht weil es für jeden Honk irgendwo ein passendes Gegenstück gibt. Sondern weil es für diese PUA-Honks ganz besonders viele passende Gegenstücke gibt. Und das aus allen denkbaren Subkulturen. Ja, PUAs haben vermutlich mehr „sexistische“ – will heißen: nicht radikalfeministische – Freundinnen als Nicht-PUAs. Weil sie die Wahl haben. Kein psychisch gesunder Mann will eine Männerhasserin, der er jeden Tag seine Privilegien beichten muss. Aber prinzipiell funktioniert Pick-up bei Feministinnen genauso, wie bei normalen Frauen. Oh, und seltsamerweise können die ganzen feministischen ABs keine passende feministische Freundin finden. Warum das so ist, können die Vertreter des Assortative-Mating-Arguments freilich nicht erklären.


Literatur:
[Alvarez] Liliana Alvarez, 2004; Narcissism guides mate selection: Humans mate assortatively, as revealed by facial resemblance, following an algorithm of “self seeking like”, Evolutionary Psychology
[Burley] Nancy Burley, 1983; The meaning of assortative mating, Evolution and Human Behavior, Volume 4, Issue 4, Pages 191–203
[Buss] David M. Buss, 1985; Human Mate Selection
[Chaix] Chaix R, Cao C, Donnelly P. Is Mate Choice in Humans MHC-Dependent? Przeworski M, ed. PLoS Genetics. 2008;4(9)
[Guo] Guo G, Wang L, Liu H, Randall T. Genomic Assortative Mating in Marriages in the United States. DeAngelis MM, ed. PLoS ONE. 2014;9(11)
[Nagoshi87] Nagoshi, C. T., Johnson, R. C., & Ahern, F. M. (1987). Phenotypic assortative mating vs. social homogamy among Japanese and Chinese parents in the Hawaii Family Study of Cognition. Behavior Genetics, 17, 477–485.
[Nagoshi94] Nagoshi, C. T., & Johnson, R. C. (1994). Phenotypic assortment versus social homogamy for personality, education, attitudes, and language use. Personality and Individual Differences, 17, 755–761.
[Reynolds] Reynolds, C. A., Baker, L. A., & Pedersen, N. L. (2000). Multivariate models of mixed assortment: Phenotypic assortment and social homogamy for education and fluid ability. Behavior Genetics, 30, 455–476.
[Tambs] Tambs, K., Sundet, J. M., & Berg, K. (1993). Correlations between identical twins and their spouses suggest social homogamy for intelligence in Norway. Personality and Individual Differences, 14, 279–281.
[Tognetti] Tognetti, A.; Berticat, C.; Raymond, M.; Faurie, C. (2014-05-01). Assortative mating based on cooperativeness and generosity. Journal of Evolutionary Biology. 27 (5): 975–981.
Original Articles
[Watson] David Watson, Eva C. Klohnen, Alex Casillas, Ericka Nus Simms, Jeffrey Haig, 2004; Match Makers and Deal Breakers: Analyses of Assortative Mating in Newlywed Couples
[Yue-Pan] Yue-Pan, Ke-Sheng Wang. Spousal concordance in academic achievements and IQ. A principal component analysis. Open Journal of Psychiatry. 2011. 1. 14-19

Weblinks:
Wikipedia: Assortative Paarung, Assortative mating

Wissenschaftliche Erforschung des Pick-ups

Dieser Post soll einen Überblick über den aktuellen Stand der empirischen Pick-up-Forschung liefern. Die Forschungsergebnisse werden entsprechend der Struktur meines früheren Posts „Der Fünf-Minuten-PUA“ dargestellt.

  1. grünDominanz
    Dominantes Verhalten macht Männer attraktiver. (Frauen aber nicht.)

    Edward K. Sadalla, Douglas T. Kenrick, Beth Vershure; 1987; Dominance and heterosexual attraction., Journal of Personality and Social Psychology, Vol 52(4), 730-738.
    [Link]

    Verträgliche Männer haben weniger Sexualpartner und werden auf Fotos als unattraktiver bewertet.

    Geoffrey C. Urbaniak, Peter R. Kilmann; 2006; Niceness and Dating Success: A Further Test of the Nice Guy Stereotype; Sex Roles; Volume 55, Issue 3-4, pp 209-224
    [Link]

    Dominant aussehende Teenager haben früher Sex.

    Allan Mazur; 1994; Dominant looking male teenagers copulate earlier; Ethology and Sociobiology, Vol.15(2):87–94
    [Link]

    Eine dominante, expansive Körperhaltung macht attraktiver

    Tanya Vacharkulksemsuk, Emily Reit, Poruz Khambatta, Paul W. Eastwick, Eli J. Finkel, Dana R. Carney; 2016; Dominant, open nonverbal displays are attractive at zero-acquaintance; PNAS
    [Link]

    1. halb grünAnsprechen
    2. Ein empirischer Nachweis der erfolgssteigernden Wirkung des Ansprechens steht noch aus. Es gibt lediglich Belege dafür, dass Männer es häufiger tun und dabei weniger erfolgreich sind:

      Feldstudie in Singlebars: Männer sprechen Frauen ca. 3,5 mal so häufig an wie umgekehrt.

      Monica M. Moore; 1985; Nonverbal Courtship Patterns In Women; Ethology and Sociobiology; Vol.6(4): 237–247

      Alle Frauen, die Männer in Single-Bars ansprechen, erhalten ausschließlich positive Reaktionen, während selbst die erfolgreichsten Männer nicht mehr als 70% positive Reaktionen erziehlen konnten.

      M. R. Cunningham; 1989: Reactions to Heterosexual Opening Gambits: Female Selectivity and Male Responsiveness; Personality and Social Psychology; Bulletin 15, 27-41

      Die Erfolgsquote beim direkten Ansprechen auf Sex liegt bei 0%, wenn Männer Frauen ansprechen und bei ca. 70%, wenn Frauen Männer ansprechen.

      Russel D. Clark III, Elaine Hatfield; 1989; Gender differences in Receptivity to Sexual Offers; Journal of Psychology & Human Sexuality; 2, 39-55.
      [Blog]

      Während es für Männer schwer ist, auch nur eine Telefonnummer zu bekommen, müssen Frauen lediglich lächeln und warten, bis sie angesprochen werden.

      Andreas M. Baranowski; 2012; The Science of Seduction: Towards an evidence-based approach to heterosocial skills training.; Saarbrücken: Akademikerverlag.; S. 60

    3. grünBerührungen initiieren
      Frauen akzeptieren eine Aufforderung zum Tanz eher, wenn sie leicht am Unterarm berührt wurden.
      Frauen vergeben ihre Telefonnummer eher, wenn sie leicht berührt wurden.
      Frauen beschreiben Männer, die sie leicht berührt haben als dominanter und sexuell attraktiver.

      Nicolas Guéguen; 2007; Courtship compliance: The effect of touch on women’s behavior
      [Link]

    4. grauUnternehmungen initiieren
    5. grünSonstiges initiieren
      Männer, die initiativ das Getränk der Frau nachschenken, werden „drastisch aufgewertet“.

      [Sprenger] Robin Sprenger; 2014; Männliche Absolute Beginner: Ein kommunikationswissenschaftlicher Ansatz zur Erklärung von Partnerlosigkeit; Springer VS; S. 310

    6. grünC&F, Humor, nicht ernst nehmen
      Frauen werden Fotos mit Autobiographien von Männern vorgelegt. Die Frauen finden die Männer attraktiver, deren Autobiographien humorvoll formuliert sind. Kein entsprechender Effekt bei Männern.

      Eric Bressler, Sigal Balshine; 2006; The influence of humor on desirability; Evolution and Human Behavior, 27(1), 29–39

    7. grauRegeln brechen
  2. grünResilienz
    Neurotizismus korreliert bei Männern deutlich negativ mit sexuellem Erfahrungsstand (Nicht-jungfräulichkeit, Kuss- und Pettingfrequenz, Lebenszeitanzahl Sexualpartner). Keine signifikante Korrelation bei Frauen.

    C. Meston, P. Trapnell, B. Gorzalka; 1993; Sex and the Five Factor Model of Personality; Paper presented at the annual meeting of the International Academy of Sex Research, Pacfic Grove, CA

    Absolute Beginner sind neurotischer als sexuell erfahrene Männer

    [Sprenger] Robin Sprenger; 2014; Männliche Absolute Beginner: Ein kommunikationswissenschaftlicher Ansatz zur Erklärung von Partnerlosigkeit; Springer VS; S. 211
    gleiches Ergebnis in:
    F. Neyer; 1999; Die Persönlichkeit junger Erwachsener in verschiedenen Lebensformen.; Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie

    1. grauShit Tests
    2. grauFrame
    3. halb rotAuthentizität
    4. Absolute Beginner wirken auf Frauen etwas authentischer als sexuell erfahrene Singles.

      [Sprenger] Robin Sprenger; 2014; Männliche Absolute Beginner: Ein kommunikationswissenschaftlicher Ansatz zur Erklärung von Partnerlosigkeit; Springer VS; S. 304

    5. grauLMR / Freeze out
  3. grünAttraktivitätsgefälle
    Unattraktive Freunde des eigenen Geschlechts und attraktive Freunde des anderen Geschlechts machen heterosexuelle Menschen attraktiver. („ugly friend effect“ und „Hugh Hefner effect“)

    Anthony C. Little, Christine A. Caldwell, Benedict C. Jones, Lisa M. DeBruine; 2011; Effects of Partner Beauty on Opposite-Sex Attractiveness Judgments; Archives of Sexual Behavior, Volume 40, Issue 6, pp 1119-1127
    [News]

    1. graukein Podest
    2. grauqualifizieren
    3. grauMach dich rar!
    4. grauOneitis
    5. grauPush/Pull
    6. halb grünNeg
      Gain-Loss-Theorie: Menschen mögen andere Personen eher, wenn diese erst negative und dann positive Bewertungen äußern. (Im Vergleich zu nur positiven, nur negativen und erst negativen und dann positiven Bewertungen, wobei letztere am wenigsten gemocht wurden.)

      Elliot Aronson, Darwyn Linder; 1965; Gain and loss of esteem as determinants of interpersonal attractiveness; Journal of Experimental Social Psychology; Vol.1(2):156–171

    7. grauAufmerksamkeit streuen
    8. grünSocial Proof
      • Mate Choice Copying (Pre-selection, Preapproved by women, Herdentrieb, Lemming-Effekt):
        Frauen finden Fotos von Männern attraktiver, wenn diese als vergeben beschrieben werden. (Umgekehrter Effekt bei Männern)

        Jessica Parker, Melissa Burkley; 2009; Who’s chasing whom? The impact of gender and relationship status on mate poaching; Journal of Experimental Social Psychology 45; 1016–1019

        Frauen finden Fotos von Männern attraktiver, wenn diese von Frauen angelächelt werden. (Umgekehrter Effekt bei Männern)

        Jones, DeBruine, Little, Burriss, and Feinberg; 2007; Social transmission of face preferences among humans.; Proc Biol Sci. 274(1611):899-903

        Frauen finden Männer attraktiver, wenn diese in Begleitung einer attraktiven Frau sind. (Aber nicht, wenn die Begleitung unattraktiv ist.)

        D. Waynforth; 2007; Mate Choice Copying in Humans; Human Nature

    9. grünStatus / DHV
      • Frauen legen bei der Partnerwahl größeren Wert auf sozialen Status als Männer

        T. K. Shackelford, D. P.Schmitt, D. M. Buss, 2005, Universal dimensions of human mate preferences, Personality and Individual Differences, 39, 447-458

        Das gilt besonders dann, wenn die Männer am unteren Ende der Statushierarchie stehen und wenn es um Langzeitbeziehungen geht.

        Li, Norman P.; Yong, Jose C.; Tov, William; Sng, Oliver; Fletcher, Garth J. O.; Valentine, Katherine A.; Jiang, Yun F.; Balliet, Daniel; Nov 2013; Mate preferences do predict attraction and choices in the early stages of mate selection.; Journal of Personality and Social Psychology, Vol 105(5), 757-776.

      • Frauen legen bei der Partnerwahl größeren Wert auf das Einkommen des Partners als Männer

        D. M. Buss; 1985; Human Mate Selection; American Scientist, 73, 47-51

      • Frauen finden Fotos von Männer attraktiver, wenn diese in einem statushohen Kfz sitzen als in einem statusneutralen. (Kein entsprechender Effekt bei Frauen.)

        M. J. Dunn, R. Searle; 2010; Effect of manipulated prestige-car ownership on both sex attractiveness ratings; British Journal of Psychology, Volume 101, Issue 1, pages 69–80

      • Die Motorengeräusche teurer Sportwagen erregen Frauen (gemessen über die Testosteron-Konzentration im Speichel). Umgekehrter Effekt bei durchschnittlichen Kleinwagen.

        [News][News]

    10. halb grünPeacocking
      Frauen bevorzugen Männer für kurzfristige Beziehungen, wenn diese Produkte kaufen, die vor allem der Selbstpräsentation dienen.

      Sundie, Jill M.; Kenrick, Douglas T.; Griskevicius, Vladas; Tybur, Joshua M.; Vohs, Kathleen D.; Beal, Daniel J.; Peacocks, Porsches, and Thorstein Veblen: Conspicuous consumption as a sexual signaling system.; Journal of Personality and Social Psychology, Vol 100(4), Apr 2011, 664-680.
      [News]

  4. halb grünGeborgenheit
    1. grauHarmonie
    2. halb grünKörpersprache spiegeln
      Menschen mögen ihren Gesprächspartner mehr, wenn dieser ihre Körpersprache spiegelt.

      T. L. Chartrand, J. A. Bargh; 1999; The Chameleon Effect: The Perception-Behavior Link and Social Interaction

    3. grauEmotionale Themen
    4. grünSelbstoffenbarung
      Menschen empfinden einen enormen Zuwachs an Nähe, wenn sie einander Selbstoffenbarungsfragen stellen. Die Ergebnisse sind unabhängig davon, ob die Probanden in wesentlichen Einstellungen übereinstimmen und ob sie davon ausgehen, dass ihr Gesprächspartner sie mag.
      (Im Mittel fühlten sie sich nach 45 min ihrem Gesprächspartner näher, als 30% der Befragten ihrem engsten, tiefsten und intimsten Beziehungspartner.)

      A. Aron, E. Melinat, E. N. Aron, R. D. Vallone, R. J. Bator, The Experimental Generation of Interpersonal Closeness: A Procedure and Some Preliminary Findings

grünPauschale Pick-up-Forschung
Neben der Erforschung einzelner Aspekte des Pick-ups kann auch die gebündelte Wirkung verschiedener Techniken untersucht werden:

Nach einem Flirt-Coaching bekommen Männer, die Frauen ansprechen und nach deren Telefonnummer fragen, mehr positive Antworten. Das Flirt-Coaching bestand aus

  • einem theoretischen Teil, in dem die evolutionsbiologischen Hintergründe des Flirtens (inklusive Hinweise zur praktischen Anwendung) sowie der Stand der Wissenschaft zum Thema Verführung und Partnerwahl behandelt wurden
  • einem Diskussionsteil, in dem die Teilnehmer sich über ihre positiven wie negativen Erfahrungen mit dem Flirten sowie über mögliche Implikationen der wissenschaftlichen Ergebnisse austauschten
  • einem Praxisteil, in dem die Teilnehmer in Rollenspielen das Erfragen der Telefonnummer üben, die Interpretation von Körpersprache üben, nach Anleitung verschiedene klassische PU-Übungen zur Überwindung der Ansprechangst machen (z.B. fremde Menschen grüßen, sie nach einer Veranstaltung fragen, bewusst Ablehnung provozieren) und dazu Feedback erhalten.

Andreas M. Baranowski; 2012; The Science of Seduction: Towards an evidence-based approach to heterosocial skills training.; Saarbrücken: Akademikerverlag.

Legende
rot deutliche Indikationen, die gegen diese These sprechen
gelb unklare oder (scheinbar) widersprüchliche Indikationen
grün deutliche Indikationen, die für diese These sprechen
halb grün halb rot schwache Indikationen, die für/gegen diese These sprechen
grau unerforscht
[News], [Blog]: populärwissenschaftliche Darstellungen in Zeitungen und Blogs


Siehe auch:
Gründe für wissenschaftliche Pick-up-Forschung
Gründe für informelle Pick-up-Forschung