Normalo-Sprüche: Sei einfach du selbst!

Normalo-Sprüche

Ja, ich weiß, woher ich stamme,
Ungesättigt gleich der Flamme
Glühe und verzehr’ ich mich.
Licht wird alles was ich fasse,
Kohle alles, was ich lasse,
Flamme bin ich sicherlich.

Friedrich Nietzsche

Was bedeutet „man selbst sein“? Wörtlich genommen ist diese Forderung inhaltsleer. Man kann überhaupt nicht nicht man selbst sein. Für jedes x gilt immer x=x. (Identitätsaxiom) Im übertragenen Sinne ist damit gemeint, dass man seine Vorlieben, Wünsche und Sehnsüchte weder vor sich selbst noch vor seinen Mitmenschen versteckt. Jedenfalls nicht übermäßig*. Dass man sein Verhalten mehr nach den eigenen Maßstäben als an der Erwünschtheit bei anderen ausrichtet. Dass man bereit ist, innere und äußere Widerstände zu überwinden, um seine Ziele zu erreichen. Der Fachbegriff für „man selbst sein“ ist Authentizität. Der Weg dorthin besteht aus Selbstfindung (erkennen, was man will) und Selbstverwirklichung (realisieren, was man will).

Gnothi Seauton

Der Ratschlag „Sei du selbst“ ist für sich genommen ziemlich unpräzise und lässt einen großen Interpretationsspielraum zu. Diesen Spielraum werde ich nutzen, um zu einer möglichst umfassenden Zustimmung mit diesem Ratschlag zu gelangen. Daraus folgt jedoch auch eine Warnung an dich: Du solltest dich nie zu dogmatisch auf das Sei-du-selbst-Mantra beziehen und im Zweifel lieber das tun, was funktioniert, als das, was vermeintlich authentischer ist. Einige der verbreitetsten Missverständnisse, die sich aus der Gummi-Regel „Sei einfach du selbst“ ergeben, werde ich hier besprechen:

Keep It Real

  1. a) Wir sind von Natur aus „wir selbst“ und wer unauthentisch ist, hat sich aktiv verstellt.
    b) Man selbst werden ist einfach.
    Korrektiv: Werde, der du bist! (Pindar)
    Die wenigsten ABs versuchen aktiv, sich zu verstellen, um eine Frau zu beeindrucken. Gefälschte Rolex, Urlaubserlebnisse aus Ländern, die man in Wirklichkeit nur aus dem Fernsehen kennt und erbärmliche Versuche, das Verhalten vermeintlich cooler Konkurrenten nachzuahmen sind typisch für Männer, die zwar durchwachsene Ergebnisse haben, aber immerhin Ergebnisse. Ein Zustand, von dem ABs nur träumen können.
    Wenn ABs sich verstellen, dann passiert das in der Regel unbewusst und/oder in voller Überzeugung, gerade durch dieses Verhalten ganz sie selbst zu sein. Z.B. indem sie noch weniger unter Leute gehen in der Meinung, so ihr wahres Wesen auszuleben.
    Socially Akward Misfit
  2. Und der Ratschlag „Sei du selbst!“ bestärkt sie nur in ihrem Tun und macht somit alles nur noch schlimmer. Übrigens sind die wenigsten Menschen authentisch, wenn sie einfach tun, wonach ihnen gerade ist, ohne sich große Gedanken zu machen. (In sofern ist das „einfach“ in dem Spruch besonders unangebracht.) Es bedarf enormer Anstrengungen, um zu werden, wer man ist. Und wem es gelingt, wirklich er selbst zu sein, der wird mit den hübschesten Frauen, unermesslichem Erfolg und ewigem Ruhm belohnt.
    Warum aber ist das so? Warum sind die Menschen im ungecoachten Zustand nicht „sie selbst“? Warum ist es so verdammt hart, zu dem zu werden, was man eigentlich schon immer ist? Ich glaube nicht, dass die Menschen von Geburt an unauthentisch sind. Vielmehr meine ich, dass wir durch die vielen Verletzungen, die wir im Laufe des Lebens erfahren haben, gewisse Selbstschutzmechanismen aktivieren, die unser wahres Ich vor Angriffen verbergen.
    In der Orthopädie gibt es den Begriff der Schonhaltung, der eine Fehlstellung des Körpers bezeichnet, die angenommen wird, wenn die normale, gesunde Haltung Schmerzen verursacht. Diese unnatürliche Körperhaltung kann zu weiteren Verspannungen, Schmerzen und damit zu noch mehr Schonung führen. Ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen ist („Dekonditionierungssyndrom“). Oft bleibt die Schonhaltung bestehen, selbst wenn die schmerzhafte Ursache dafür schon lange abgeklungen ist. Menschen, die Probleme mit dem „sie selbst sein“ haben, haben meist eine „psychische Schonhaltung“ angenommen. Wer jahrelang gemobbt wurde, bei wem jede Eigenschaft seiner Person dem Gespött der Gruppe ausgesetzt wurde, für den wird es irgendwann zur Überlebensstrategie, das eigene Ich zu verbergen, um möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. (Dieser Sachverhalt liefert übrigens eine Kausalität zur starken Korrelation zwischen AB-tum und Mobbing-Erfahrung.) Und genau wie man die physische Schonhaltung nicht heilen kann, in dem man dem Patienten sagt, „Lauf doch einfach normal!“, kann man die psychische Schonhaltung nicht durch ein „Sei einfach du selbst!“ kurieren. Dazu ist jahrelange Arbeit und ein graduelles Abgewöhnen der falschen Verhaltensmuster erforderlich. Ferner ist neben einem Abbau von „falschen“ Selbstschutzstrategien ein Aufbau von „richtigen“ Verteidigungstechniken erforderlich, wie es im Pick-up gelehrt wird. (Agree & Amplify, Cocky & Funny, Amused Mastery, …) Bildlich gesprochen geht es darum, die „Maske“ durch den „Schild“ zu ersetzen. Sich vor Angriffen nicht zu verstecken, sondern sie aktiv abzuwehren. Es bringt nämlich nichts, nur die Masken abzulegen und wie ein Opferlamm alles über sich ergehen zu lassen.

  3. Seelenstriptease ist verführerisch
    Korrektiv: Zeig dich von deiner besten Seite
    Viele ABs glauben, mit „Sei du selbst“ sei ein emotionales Auskotzen vor der potentiellen Partnerin gemeint. Sie stellen sich einer Frau z.B. so vor:

    Ich arbeite im Niedriglohnsektor. Ich habe keine Freunde, deshalb verbringe ich viel Zeit vor dem Fernseher und dem PC. Ich bin seit zehn Jahren wegen meiner Depressionen in Therapie. Ich hatte noch nie eine Freundin und glaube auch nicht wirklich, dass ich je eine haben werde. Aber wie sagt man so schön: die Hoffnung stirbt zuletzt.

    Diese brutalst-mögliche Ehrlichkeit ist nichts, was dich einer Frau näher bringt. Frauen wollen Spaß haben, eine beschwingte, fröhliche Zeit mit dir verbringen. Nicht beim Blick in deine seelischen Abründe erschaudern. „Du selbst sein“ heißt, zu deinen Leidenschaften zu stehen. Du sollst der Frau zeigen, wofür du brennst. Nicht worunter du leidest. Deine Probleme löst du bitte selbst. (Oder holst dir Unterstützung von jemandem, der nicht als Sexualpartner in Frage kommt.)

  4. Selbstfindung ist im Alleingang möglich**
    Korrektiv: Feedback ist der Schlüssel zum Selbst
    Früher dachte ich, man könne am besten zu sich selbst finden, wenn man sich von allen störenden Einflüssen von außen abschirmt und sich alleine ganz auf sich selbst besinnt. Das ist jedoch nicht der Fall. Solch ein Vorgehen führt oft zu ganz grotesken Ergebnissen und macht den Menschen zu einem seltsamen Kautz, mit dem keiner etwas zu tun haben möchte.
    Du kannst nicht durch Introspektion im stillen Kämmerlein „du selbst“ werden. Das geht prinzipiell nur im Dialog mit möglichst vielen Menschen. Wie ein Rohdiamant, der erst durch das Schleifen zu einem funkelnden Brillanten wird, so kann auch das Selbst nur durch jahrzehntelange Reibung an anderen Menschen, die dich loben oder kritisieren, bewundern oder verspotten, zu einem wahren Selbst reifen.
    Wir brauchen das Feedback von anderen, um Dinge zu sehen, die wir selbst nicht bemerkt haben. Das heißt natürlich nicht, dass wir nur noch tun, was andere von uns erwarten. Sondern dass wir Kritik ernst nehmen. Uns danach richten, wenn sie uns überzeugt hat. Und dagegenhalten, wenn nicht.
  5. Jedes Selbst ist gleich gut
    Korrektiv: Schrei dein Ich in die Welt.

    Tobias und Bastian sind ehemalige Schulfreunde, die sich bei einem Klassentreffen nach langer Zeit wiedersehen. Tobias erzählt:

    Bis vor drei Jahren hatte ich einen langweiligen Büro-Job. Ich war sehr unzufrieden damit, habe gekündigt und bin Animateur auf Mallorca geworden. Ich bin ja so glücklich, dass ich diesen Schritt gewagt habe. Endlich kann ich tun, was mir wirklich Spaß macht. Und was das Beste ist: Es kommt bei den Mädels an. Jedes Wochenende hab ich eine andere Achtzehnjährige bei mir auf dem Zimmer. Wenn ich dir einen Rat geben kann, dann ist es: Sei du selbst! Scheiß auf alle Konventionen und mach, was du wirkich willst.

    Nach 3 Jahren sehen sie sich wieder, und Bastian berichtet:

    Ich habe deinen Rat zu Herzen genommen. Mit meinem Job in der IT bin ich sehr glücklich, den würde ich niemals aufgeben. Aber privat habe ich einiges geändert. Ich habe mein Fitnessstudio gekündigt und meinen Kumpels gesagt, dass ich nicht mehr mit ins Stadion gehe, weil Fußball mich eigentlich noch nie so richtig interessiert hat. Statt dessen habe ich eine Modellbahnanlage gebaut, an einer Open-Source-Software gearbeitet, Klingonisch gelernt und eine Geheimsprache entwickelt, die außer mir niemand versteht. Einerseits bin ich sehr glücklich, dass endlich meinen wahren Leidenschaften nachgehen kann. Andererseits macht mir die zunehmende Vereinsamung zu schaffen. Ich merke, dass ich immer weltfremder werde, und die wenigen Menschen, die ich noch treffe, mich auch dementsprechend behandeln. Das Thema Frauen sieht bei mir übrigens ganz schlecht aus.

    Auch wenn die Gerechte-Welt-Gläubigen noch so vehement das Gegenteil behaupten – in der Realität sind nicht alle Menschen gleich attraktiv, weder vom Aussehen, noch vom Charakter her. Extrovertierte sind attraktiver als Introvertierte. Gesprächige sind attraktiver als Schweigsame. Teamplayer sind attraktiver als Einzelgänger. Vorlaute sind attraktiver als Schüchterne. Resiliente sind attraktiver als Verletzliche. Dominante sind attraktiver als Submissive. Männliche Männer sind attraktiver als unmännliche. Neurotypische Männer sind attraktiver als Autisten. Tänzer sind attraktiver als Briefmarkensammler. Fussballspieler sind attraktiver als Schachspieler. Wenn deine Persönlichkeit eher auf der unattraktiven Seite des Spektrums liegt, bringt es nichts, diese abstoßenden Merkmale weiter zu kultivieren und zu glauben, dadurch mehr „du selbst“ geworden zu sein. Dann musst du versuchen, die jeweils andere Seite in dir zu entdecken. Viel Neues ausprobieren. Dich möglichst oft konträr zu deiner Persönlichkeit bewegen, immer auf der Suche nach Verhaltensweisen, die sowohl Authentisch als auch Attraktiv wirken. Insbesondere die Merkmale

    • Geselligkeit
    • Dominanz
    • Männlichkeit

    solltest du in keinem Fall zugunsten einer vermeintlichen Authentizität schwächen. Denn keine Frau steht auf unmännliche, submissive Eigenbrötler – egal wie authentisch sie damit sein mögen.
    Dem Leser, der durch derartige Ratschläge abgeschreckt wurde, sei erwähnt, dass rückblickend viele dies als den Weg zu ihrem wahren Selbst betrachten.

  6. Unser wahres Selbst liegt im Zentrum der Komfortzone.
    Korrektiv: Sei die beste Version von dir
    My mom said follow your dreams, so I went back to bed.
    Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass unsere wahren Vorlieben die sind, die uns möglichst angenehm erscheinen. Tatsächlich sind es jedoch die, die gewisse Dissonanzen erzeugen. An denen wir uns reiben können. Unser wahres Selbst liegt nicht im Zentrum der Komfortzone, aber auch nicht an ihrem Gegenpol. Sondern vielmehr am äußersten Rand des Erträglichen. Und es ist unsere Aufgabe, dieses Komfortzonenrandgebiet immer wieder von Neuem zu erkunden und auszuloten und die Grenze des Erträglichen immer wieder neu auszuhandeln.
    Wenn du z.B. morgens vom Wecker aus dem Schlaf gerissen wirst, mag es dir am angenehmsten erscheinen, einfach liegen zu bleiben, und im Laufe des Tages nichts anderes zu tun als dich von Fast Food zu ernähren und dich mit Unterhaltungselektronik zu beschäftigen. Jedenfalls nicht der gesellschaftlichen Konvention des „Arbeiten gehens“ zu folgen. Doch auch wenn du es in dem Moment nicht so siehst: Dieser Lebensstil ist nicht dein wahres Selbst. Es ist nichts, was dich langfristig glücklich macht.
    Anderes Beispiel: Wenn du in einem seriösen Anzugträgerunternehmen arbeitest, kannst du auch nicht einfach mit Flip-Flops und Hawaii-Hemd zum Dienst erscheinen. (Auch wenn das viel mehr deinem wahren Charakter entspräche.) Damit zeigst du keinen Mut zur Authentizität, sondern lediglich Abwesenheit jeglicher Sozialkompetenz. Du solltest aber auch nicht 30 Jahre lang die gleiche, langweilige Hemd-Anzug-Krawatte-Kombination tragen. Damit würdest du gar nichts von deinem Selbst preisgeben, und es dir in deiner Komfortzone bequem machen. Statt dessen könntest du z.B. versuchen, mit auffälligen Manschettenknöpfen, einer schicken Weste oder extravaganten Schuhen Akzente zu setzen, ohne gleich den kompletten Rahmen zu sprengen. Wenn du dir dann noch einen Bart stehen lässt und eine Glatze rasierst, wirst du dich nicht mehr beschweren müssen, von Kolleginnen nicht beachtet zu werden. Auch mit diesen kleinen Dingen kannst du schnell an die Grenzen deiner Komfortzone kommen. Und genau das ist es, was dich authentisch und interessant wirken lässt.

  7. Authentizität ist immer attraktiv
    Korrektiv: Es gibt nichts langweiligeres als dich selbst „im technischen Sinne“.
    Wenn das wahr wäre, wären Schauspieler die unattraktivsten Menschen der Welt. Und der Kölner Karneval wäre einer der keuschesten Orte der Erde. Denn dort ist keiner er selbst: Der Bäcker hat sich als Metzger verkleidet, der Polizist gibt sich als Sträfling aus, etc. Tatsächlich sind jedoch gerade verkleidete Männer für Frauen besonders interessant. Ob beim Karneval, auf einer Motto-Party oder einfach so – wer sich auffällig kostümiert, steigert seine Erfolgschancen („peacocking“). Neben der textilen Verstellung gibt es ein ähnliches, aber noch wirksameres Verführungsinstrument: Die Verstellung mit Worten. Wenn du einer Frau ehrlich erzählst, was du beruflich wirklich machst, ist sie spätestens nach dem dritten Wort eingeschlafen. Wenn du dich hingegen als Prinz aus Zamunda ausgibst, wird sie an deinen Lippen kleben. Lodovico Satana ist ein Meister dieser Technik. Seine vielen Beispiele können dir eine Inspirationsquelle sein. (Lies als Einstieg z.B. mal den Atomwaffenkontrolleur.)
    Die Trennlinie zwischen guter und schlechter Unauthentizität ist durch deine Intention gegeben. Wenn du dich mit dem Ziel verstellst, dass dir deine Rolle ernsthaft abgenommen wird, führt das ins definitive Aus, sobald der leiseste Verdacht auf Unaufrichtigkeit aufkommt. Wenn du dich hingegen verstellst, um zu unterhalten, um statt dröge Fakten auszutauschen eine anregende Konversation zu führen, dann katapultiert dich diese Unauthentizität in eine ganz andere Attraktivitätsliga. Ich kann dir nur raten: Verstell dich, so oft du kannst! Treib deinen Spaß mit ihr! Gib keine ehrlichen Antworten, wenn sie dich etwas fragt! (Es sei denn, es ist „Nein“.) Verabschiede dich von der männlichen Fakten-Realität und begib dich in die Phantasiewelt der Rollenspiele, der Uneindeutigkeiten, der fiktionalen Geschichten mit Spannungsbogen.
  8. „Sei du selbst“ heißt, es ist okay, die Fassung zu verlieren.
    Korrektiv: Du bist nicht deine Angst, Wut, Scham, Verzweiflung oder Needyness.
    Viele Authentizitäts-Gurus lehren, man solle seine Gefühle zeigen, egal wie es einem gerade geht. Als Kind und Jugendlicher habe ich das oft gemacht. Wenn ich von anderen gehänselt oder geschlagen wurde, habe ich oft angefangen, zu weinen. Das war nicht gut. Die Angreifer haben sich vielfach gerade dadurch ermutigt gefühlt, dann noch mal zuzuschlagen. In jedem Fall war es mit einem enormen Statusverlust verbunden. Das gleiche gilt beim Flirten: Wenn eine Frau dich shittestet, kannst du nicht einfach anfangen, zu heulen, oder dich in einem Tobsuchtsanfall über ihre Unverschämtheit aufregen. Sie macht diese Tests ja gerade um herauszufinden, ob du beim ersten Widerstand aus der Rolle fällst, oder ob du souverän bleibst und deinen „Frame“ behältst. Denn letztlich bist du nicht authentisch, wenn du als willenloses Opfer deiner Gefühlswallungen operierst. Du bist nicht du selbst, wenn du dich von deinen Gefühlen beherrschen lässt, sondern nur, wenn du deine Gefühle beherrschst.

    Wer stets so ist, wie er eben ist, muss scheitern – denn er ist allzu authentisch.

    Stefan Wachtel

    Peer Steinbrück
    Authentizität war ja Peer Steinbrücks zentrales Mantra im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2013. Darunter verstand er unter anderem das schonungslose Zeigen von Emotionen. Alles was er gerade fühlte, musste ungefiltert raus. Ob Stinkefinger, Tränen, Beleidigungen anderer Staaten und deren Politiker – Steinbrück hat uns wirklich nichts erspart. Allein der Wähler hat es ihm nicht gedankt. Genau genommen waren es die Wählerinnen, die ihm seine Authentizität übel genommen haben. Und ich könnte mir durchaus vorstellen, dass ein etwas staatsmännischerer Umgang mit der eigenen Emotionalität sich bei den Mädels gar nicht so schlecht gemacht hätte. Etwas weniger Theatralik, dafür mehr Professionalität und echte Leidenschaft für die Sache sind es, womit man Frauenherzen gewinnt – egal ob auf dem Weg zum Kanzleramt oder zum ONS.

    Eine Boulevardzeitung fragte: „Ist die Authentizität Steinbrücks Pfund?“ Falsch. Es war sein Sargnagel.

    Stefan Wachtel

  9. Pick-up und „man selbst sein“ sind Gegensätze
    Korrektiv: Pick-up weist dir den Weg zu deinem wahren Selbst.
    Pick-up hilft dir die Ängste zu überwinden, die dich davon abhalten, der zu sein, der du wirklich bist. Es ist die Therapie für deine psychische Schonhaltung. Ein Alpha ist im Wesentlichen nichts anderes als ein authentischer Mann.
  10. „Sei du selbst“ ist inhaltsloses Gelaber aus der Esoterik-Ecke
    Wenn du Leute fragst, was mit „man selbst sein“ eigentlich gemeint ist, kann es passieren, dass sie dich mit einem Schwall an Buzzword-Geblubber überschütten, ohne auch nur irgendwas zu erklären. So in etwa:

    Das heißt, du sollst dein wahres Ich zeigen, einfach DU sein, authentisch, geradlinig, echt. Ein Mensch mit Ecken und Kanten. Dich nicht hinter einer Maske verstecken. Dich nicht verbiegen lassen. Keine Rolle spielen.

    Wenn du nach so einem Vortrag noch verwirrter bist als zuvor, möchte ich dir sagen, dass Authentizität eigentlich etwas sehr konkretes ist, das man leicht in unmissverständliche Handlungsanweisungen übersetzen kann. Beispiel gefällig? Wenn du das nächste mal „Ist mir egal, was wir als nächstes machen. Ich richte mich da ganz nach dir.“ sagen willst, kannst du das durch ein „Ich würde jetzt total gerne in die Kneipe X gehen, die machen da so leckere Y!“ ersetzen. Und schon bist du ein ganzes Stück authentischer.

Bei aller Liebe zur Authentizität sollte man jedoch auch nicht vergessen, dass der Sei-du-selbst-Spruch ein beliebtes Mittel ist, um den Ratgebenden in die Position des allwissenden Beraters und den Ratsuchenden in die Position des Beratungsresistenten, der selbst schuld an seinem Schicksal ist, zu befördern. Den die behauptete Wirksamkeit ist kaum falsifizierbar. Wer jemandem rät, mehr Sport zu machen, auf Partys zu gehen oder Frauen anzusprechen, muss mit der Entgegnung rechnen, man befolge den Rat schon seit Jahren, jedoch ohne Erfolg. Wer zu mehr Authentizität rät, kann jede Entgegnung mit dem Argument, man sei eben nicht wirklich authentisch gewesen, abschmettern.

 

* Es gibt auch ein zu viel an Offenheit. Wer z.B. direkt nach dem Ansprechen seine bevorzugten Sexualpraktiken durchdekliniert, wirkt nicht authentisch, sondern creepy. Genauso ist es vollkommen akzeptabel, sich verschiedenen Personen (z.B. seinem Vorgesetzten und seiner Mutter) gegenüber unterschiedlich zu verhalten. Mann sollte sich nur nicht so sehr verstellen, dass es einem unangenehm wird, wenn z.B. bei einem Gespräch mit dem Chef unerwartet die Mutter hinzu stößt.
** Der Gedanke geht auf Georg Wilhelm Friedrich Hegel zurück. Er schreib im Kapitel „Herrschaft und Knechtschaft“ seiner Phänomenologie des Geistes:

Das Selbstbewußtsein ist an und für sich, indem und dadurch daß es für ein Anderes an und für sich ist; d.h. es ist nur als ein Anerkanntes.

Etwas verständlicher formuliert es der Philosoph Georg W. Bertram:

Wir entwickeln unser Ich in Reaktion auf Erfahrungen, die wir machen, auch negative Erfahrungen. Wenn ich keine Reaktion von anderen habe, kann ich stehen, wofür auch immer ich will: Das Ich bleibt leer.


Siehe auch:
Coming Out als AB
Der Koitus-Euphemismus
Der Fels und die Brandung
Rezensionen: Der perfekte Eroberer, Models

Zitat von „Betruger“ aus „Gastbeitrag: Eine (bittere?) Wahrheit“:

-> „sei einfach [nur] Du selbst“ (sagen oft: vergebene Frauen, Ratgeber)
Bei so einer Aussage mischt sich bei einem MAB besondere Bitterkeit hinzu, denn man war sein bisheriges Leben immer man selbst. Wenn man also ‚einfach sich selbst‘ bleibt, dann führt das nach dem Erfahrungswert logischerweise zu absolut garnichts! Gemeint sein kann bei diesem ‚guten Rat‘ beispielsweise, dass man nicht ’needy‘ rüberkommt oder sich zwanghaft verstellt, so dass es ganz offensichtlich auffällt (z.B. die Körpersprache nicht zur verbalen Sprache passt). ABER: um als AB erfolgreicher zu werden wird man zumindest seine Verhaltensweisen und manche Einstellungen ändern MÜSSEN – das bedeutet bis zu einem gewissen Grad tatsächlich ‚verstellen‘ – bis das irgendwann in Fleisch und Blut übergeht.

Weblinks:
Sei Du selbst, Zu sich selber finden; wikiHow (de)
How to Be Yourself, How to Find Yourself; wikiHow (en)
Authentizität, Selbstfindung, Selbstverwirklichung; Wikipedia (de)
Authenticity, True self and false self, Persona, Self-knowledge, Self-actualization, Psychology of self; Wikipedia (en)
Authenticity, PUA lingo

What It Means to Just Be Yourself and 3 Ways to Do It, Tiny Buddha
10 Wege, wie Du wirklich Du selbst sein kannst (Du wirst Dich dafür lieben), myMONK
Wann bist Du die beste Version von Dir?, HappyIch
Authentisch sein – eine Anleitung, Stephan Wiessler
Authentizität oder wie du einfach du selbst sein kannst, MalMini
Authentizität – Ich bin ich. Und sonst gar nichts., Digital Media Women

5 Reasons ‘Just Be Yourself’ Is Terrible Dating Advice, The Huffington Post
First Dates: Just Be Yourself?, The Soulmates Blog
Sei nicht authentisch: Warum Sie besser nicht so sind wie Sie sind, Svenja Hofert HR- und Karriereblog
How exactly is „just be yourself“ supposed to be good dating advice?, Quora
Sei einfach du selbst, im gegenteil
Sei bitte nicht du selbst, NEON
Hört bitte auf, mir zu raten, ich soll „einfach ich selbst“ sein!, bento

Authentizität und Pickup: Sei das beste Selbst, das du sein kannst, Alles Evolution
Gastbeitrag: Die wichtigsten Eigenschaften beim Verführen von Frauen sind Authentizität und männliche Polarität, Alles Evolution

„Sei einfach du selbst“ der unbrauchbarste Tipp für einen Einsteiger!, Pick Up Tipps
Sei Du Selbst ! -> was versteht IHR darunter ? (UMFRAGE), AB-Treff
Sei, wie Du bist und Du wirst ehrlich sein und…, AB-Treff
„Sei du selbst“? Totalveränderung? Beides?! Was ist dann noch „du selbst“?, AB-Treff
What normies says vs what they mean, FA Reddit
„Just be yourself“, FA Reddit
Just be yourself, FA Reddit

Videos:
Die größte Selbstverarschung: Sei einfach du selbst!, DonJon
Why You Shouldn’t „Be Yourself“, Todd Valentine
The art of being yourself | Caroline McHugh | TEDxMiltonKeynesWomen
The Power of Authenticity: Mike Robbins at TEDxGreenbrookSchool
authenticity | joe gerstandt
Will Smith on Being Your Authentic Self
The Search for Authenticity – The Agenda with Steve Paikin
Get Into The Ultimate State: The State of Authenticity – John Keegan
Der Mythos Authentizität – Rainer Niermeyer
Sei einfach du selbst… toller Ratschlag. ABER WIE??, Leonard Baumgardt

Musik:
Frank Sinatra – My Way
Gloria Gaynor – I am What I am
Die Ärzte – Lied vom Scheitern
Dream Theater – As I Am
Lady Gaga – Born This Way
Supertramp – The Logical Song

Der Koitus-Euphemismus

Eine alte Pick-up-Regel lautet: Sag ihr nie direkt, dass du sie ficken willst. (Es ist übrigens empirisch ganz gut belegt, dass das bei Frauen überhaupt nicht funktioniert. Bei Männern hingegen scheint das sowas wie die optimale Verführungsstrategie zu sein.) Es ist jedoch kein Problem, mit einem kleinen Euphemismus (z.B. DVD schauen, Goldfisch zeigen) anzudeuten, was gleich passieren wird.

Ist der Koitus-Euphemismus unehrlich?
Nein, der Koitus-Euphemismus dient nicht dazu, jemandem unter Vorspielung falscher Tatsachen in eine Sex-Falle zu locken, wie teilweise behauptet wird. Er ist vielmehr eine alternative Formulierung, die von sexuell aktiven Menschen zweifelsfrei verstanden wird. Jede Frau weiß, was die Stunde geschlagen hat, wenn du sie in deine Höhle schleppst oder beabsichtigst, ihr Nest zu besichtigen. Jeder Vorschlag, sich als Mann und Frau an einen Ort zu begeben, an dem man Sex haben könnte, wird im Allgemeinen als Einladung zum Sex interpretiert. Dieses Vorgehen ist weder unehrlich noch verklemmt, sondern einfach klare Kommunikation im Jargon der sexuell Aktiven.

Ein kleines Beispiel soll diesen Sachverhalt veranschaulichen: Ich datete mal eine Frau, mit der nach dem dritten Treffen immer noch nichts im Bett lief. Ich wusste, dass ich nach einem weiteren sexlosen Date wohl gefriendzoned werden würde und schlug ihr deshalb vor, doch gemeinsam eine DVD anzusehen. Sie lehnte das ab und machte statt dessen eine Reihe von Alternativvorschlägen, die alle eine Gemeinsamkeit hatten: sie fanden in der Öffentlichkeit statt. Die Art, wie sie argumentierte (unlogische Pseudoargumente), ließ keinen Zweifel daran, dass auch sie wusste, was mit „DVD-Abend“ gemeint ist. Ich blieb bei meiner Forderung und bekam schließlich das, was man unter einem heterosexuellen DVD-Abend versteht: Fünf Minuten Spielfilm, dann Übergang zum Hauptgang – sogar ohne die geringsten Anzeichen von LMR.

Warum wollen Frauen keine Männer, die den Sex ankündigen?

  • Es klinngt nicht gut
    Es gibt ein paar Dinge, die sagt ein kultivierter Herr nicht in aller Direktheit. Statt zu fragen „Wo kann ich hier meinen Kot ausscheiden?“ erkundigt er sich nach den Waschräumen. Statt zu sagen „Ich möchte meinen steifen Penis so lange in deiner Vagina reiben, bis das Sperma herausspritzt“, bietet er eine Besichtigung seiner Wohnung / einen Kaffee etc. an. In beiden Fällen liefert auch die indirekte Formulierung alle relevanten Informationen.
  • Es ist langweilig
    Sexuelle Spannung entsteht aus der Ungewissheit, aus uneindeutigen Signalen, wenn die Frau sich fragt „will er mich jetzt oder nicht?“. Wenn zweifellos klar ist, dass er sie ins Bett kriegen will, verliert sie das Interesse.
  • Es erschwert einen Rückzieher.
    Frauen wollen in der Regel keine verbindliche Zusage zum Sex erteilen. Sie wollen bis zur letzten Sekunde die Option auf einen Rückzieher behalten, ohne sich danach schlecht fühlen zu müssen. (Was zwar auch bei einer direkten Absprache nicht nötig wäre, aber ein „Ich dachte, wir wollen nur DVD schauen“ fühlt sich eben besser an als ein „Ich will jetzt doch nicht mehr poppen. Ich weiß auch nicht wieso.“)
  • Es entbindet Frauen nicht komplett von jeglicher Verantwortung
    Frauen willigen zum Sex meist nur dann ein, wenn sie die Verantwortung dafür nicht tragen müssen. Wenn du sie aber zwingst, „Ja“ zum Sex zu sagen, muss sie immer eine gewisse Mitverantwortung tragen, denn ohne ihr Ja wäre es ja nicht so weit gekommen. Frauen wollen sich hinterher sagen können, dass der Sex „einfach so passiert ist“. Er soll gerade nicht das Ergebnis einer bewussten Willensentscheidung sein.

Warum wollen Männer den Sex ankündigen?
Für Männer ist die Verführung eine Investition und Sex der Payout. (Ganz im Gegensatz zu den Frauen, die Verführung als Instrument zur Qualitätssicherung sehen.) Von daher ist es nur rational, dass Männer möglichst früh abklären möchten, ob es am Ende tatsächlich zum Sex kommt. (Während Frauen sich bis zum Schluss alle Optionen offen halten wollen.) Manche Männer fühlen sich wohl auch durch feministische Propaganda (vgl. „consent culture„) bemüßigt, ihren Beischlafwunsch zu einem frühen Zeitpunkt in sehr direkter Form anzukündigen.

Wie reagieren Frauen auf eine direkte Sex-Anfrage?
In den einschlägigen Videos

haben die Männer damit zwar keinen Erfolg, doch reagieren die meisten Frauen (überraschenderweise) nicht aggressiv. Ich kann mir diese Milde nur durch das überdurchschnittliche Aussehen und vor allem das unerschütterliche Selbstbewusstsein der Männer erklären. Meine persönliche Wahrnehmung ist allerdings eine andere. Mir haben schon viele Frauen von Männern berichtet, die ihnen ohne große Umschweife erklärt haben, was sie von ihnen wollen. Und ich kann die Berichte wie folgt zusammenfassen: Die meisten Frauen finden es total schlimm, direkt auf Sex angresprochen zu werden. Insbesondere dann, wenn der Mann unattraktiv ist. Eine höfliche Anfrage führt dann oft zu einer Reaktion, als hätte ihnen jemand Gewalt angetan. Noch Wochen später sind sie am schluchzen („Wie konnte er nur? Was denkt er von mir? Für wen hält er sich? …“). Dazu passt auch der Titel des Flirt-Ratgebers von amaryllis26, der die direkte Sex-Anfrage zu den „Abgründen des Internetdatings“ zählt.

Ein direktes Ansprechen kann aber auch Gelegenheiten bei bereits vorhandener Anziehung zerstören. Mir hat mal eine Frau von einem Mann erzählt, den sie attraktiv fand und mit dem sie gerne unverbindlichen Sex gehabt hätte. (Und das wahrscheinlich auch durch IOIs gezeigt hat.) Dieser fragte sie dann, ob sie mit ihm Sex haben möchte. Von der Direktheit der Frage überrascht lehnte sie reflexartig ab – sehr zu ihrem eigenen Bedauern.

Das andere Extrem
Wie bei den meisten Pick-up-Themen ist es auch hier wichtig, das richtige Maß zu halten und nicht zum anderen Extrem, einem komplett asexuellen Verhalten überzugehen. Beim Verführen ist es durchaus erforderlich, sein sexuelles Interesse an der Frau zu zeigen. Das sollte man dann aber raffiniert und frech und nicht plump und direkt tun. Es sollte nicht zu eindeutig sein, um nicht die sexuelle Spannung zu töten aber auch nicht zu vage, um nicht als herumdrucksen aufgefasst zu werden. Das ganze ist eine Gratwanderung, die für Anfänger schwer zu meistern ist.

Ist die direkte Sex-Anfrage chancenlos?
Nein. Auch wenn die wissenschaftlichen Studien eine Erfolgsquote von 0% konstatieren, gibt es immer wieder Männer, die berichten, damit Erfolg gehabt zu haben. Aber die Erfolgsquote liegt eben weit unter der bei der indirekten Methode. Insbesondere bei weniger attraktiven Männern, für die dieser Blog ja gemacht wurde. Wenn es anders wäre, könnte man die gesamte Korpus an Pick-up-Theorie vergessen und durch den einen Ratschlag ersetzen: Frag sie, ob sie ficken will.

Ein Beispiel für ein sehr direktes Ansprechen von Sex, das auch von anderen Bloggern als erfolgversprechend bewertet wurde, liefert Enrique Iglesias mit seinem Song “Tonight, I’m Fucking You”. Ich kann mir gut vorstellen, dass sowas bei einer geeigneten Mann-Frau-Kombination (Alpha-Mann, nymphomanische Frau) und guter Kalibrierung schnell zum gewünschten Ergebnis führt. Bei einem schüchternen Mann oder einer Frau, die viel Wert auf Comfort/Romantik legt, schätze ich die Erfolgschancen eher gering ein.


Siehe auch:

Genauso würde eine Frau niemals direkt auf ein explizit ausgesprochenes Sexangebot eingehen – man geht vielmehr dann ‘noch mit zu ihm ne DVD schauen …’ was dann letztendlich aufs Gleiche hinausläuft. Auch hier kann Sie sich dann vor ihrem sozialen Zirkel rechtfertigen mit ‘es ist halt einfach passiert’ – es war damit quasi die ‘Schuld’ des Mannes.

Gastbeitrag: Eine (bittere?) Wahrheit

Weblinks:

Viele Frauen lieben Glaubhafte Abstreitbarkeit (englisch plausible deniability), die Geschichte des Abends soll weniger ein “Dann habe ich ihn mit hoch genommen, weil ich ihn ficken wollte” sondern eher ein “es ist irgendwie passiert, er wollte nur kurz meine Wohnung anschauen und irgendwie war es dann schön und ich weiß gar nicht was passiert sind, aber morgens sind wir zusammen aufgewacht”.

Warum nicht einfach sagen, was man will?
Die meisten Frauen sind davon aber meiner Meinung nach wenig begeistert. Sie wollen eben eher, dass ihre Anti-Slut-Defense intakt bleibt, dass sie leugnen können, dass sie ihn deswegen mit hoch genommen haben, sie wollen sich auch noch nicht festlegen, sondern eher verführt werden, es soll aus der Stimmung heraus dazu kommen, weil der Moment passt und es gefällt ihnen nicht, dass auszusprechen, weil es billig und vulgär klingt.

Und die, die auch mit offenen Worten kein Problem hätten, haben auch nichts dagegen, wenn man es etwas einkleidet. Frauen ist ja üblicherweise bewußt, dass ein Mann, der mit ihnen auf ein Date geht, auch üblicherweise kein Problem mit Sex hat, wenn das gut gelaufen ist.

[Alles Evolution]

„Hast du Lust, noch auf einen Kaffee mit hoch zu kommen?“ ist wohl die eindeutigste Einladung zum Sex beim ersten Date. Gleich nach „Hast du Lust, noch auf Sex mit hoch zu kommen?“

[Der Berater]

„Willst du noch auf einen Kaffee zu mir hochkommen?“ heißt oft genug nichts anderes als „Wollen wir poppen?“, wenn man nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen möchte.

[der Freitag, Arne Hoffmann]

Im englischen Arbeiterklasse-Film „Brassed Off“, begleitet der Held eine hübsche junge Frau, die ihm an der Wohnungstür mitteilt: „Kommst du noch auf einen Kaffee mit rauf?“ Auf seine Antwort: „Da gibt’s ein Problem – ich trinke keinen Kaffee“ antwortet sie mit einem Lächeln: „Kein Problem. Ich hab‘ keinen da.“

[Die Welt]

Which wine do you prefer, red or white? [This is the covert signal that this is to be a sex date]

[Krauser PUA]

Forscher haben die neuen „Konsens-Vorschriften“, die eher einem Yes means Yes entsprechen, untersucht. Sie haben dazu Interviews mit Studenten geführt, um deren Vorstellungen zu ermitteln.

“That’s what they said hundreds of times in our first round of interviews,” Laker said. “‘It just happened.’” Rarely did students ever indicate they asked each other if they were consenting to the activity.

Alles Evolution

Warum eine Einladung zum DVD Abend fast immer beim Sex endet, pickupforum
Bootycall? Gilt hier dasselbe wie sonst (keine verantwortung abgeben)?, pickupforum
Der Kaffee zu Hause = Einladung zum Sex ?!, ElitePartner Forum
DVD-Abend als Synonym für Sex?, bym
„Lass und eine DVD bei mir gucken“ so nennt man das heutzutage, gofeminin
Einladung Nachhause=Sex?, erdbeerlounge
„Hey ich will jetzt einfach mit dir ficken“ , Telepolis Forum
2 Socially Acceptable Ways to Ask a Chick to Sleep With You, Good Looking Loser
Netflix and chill, Wikipedia

Literatur:

Vergiss aber nicht, dass es ganz unabhängig von Schuld und Scham immer ein Vorteil ist, die Frau möglichst lange im Unklaren über die eigenen Absichten zu lassen. Wenn sie von Anfang an genau weiß, dass du mit ihr schlafen willst, kann dies das instinktive Unbewusste mit einem Absinken der Anziehungskraft bestrafen. Halte dich also bedeckt! Besser ist es deshalb in jedem Fall, wenn du den Ablauf der Dinge so strukturierst, dass es den Anschein hat, alles wäre „einfach passiert“. Führe sie, übernimm die Verantwortung und gib ihr Gelegenheit, die Schuld für ihre unendliche Lust dir, dem Alkohol oder anderen Leuten zu geben! Sag zu der jungen Zuckerpuppe, mit der du auf dem bequemen Sofa deiner bevorzugten Cocktailbar seit einer vollen Stunde herumknutschst, nicht etwa: „Hey Kleines, lass uns zu mir nach Hause fahren und ficken!“ Das würde nur eine starke Gegenreaktion zum Selbstschutz vor Schuld auslösen und außerdem ihre instinktiven Kontrollmechanismen herausfordern. Erzähl ihr stattdessen von dieser großartig eingerichteten Asia-Bar gleich um die Ecke, die ihr euch ansehen könntet. […] „Was für lächerliche kleine Ausreden!“, wirst du jetzt vermutlich sagen. Selbstverständlich halte ich Frauen nicht für derart bescheuert, dieses Spiel nicht zu durchschauen. Aber das ist gar nicht so wichtig. Letzten Endes konstruiert ihr gemeinsam eure Ausrede und der Verführer leistet mit seiner Erfahrung nur die hauptsächliche Arbeit. Er gibt ihr die Chance, ihre sexuelle Lust ungehemmt und verantwortungslos auszuleben; an ihrem (schuld-)bewussten Selbst vorbei. [LdS, S. 79]

Die Frage „Möchtest du eine Beziehung mit mir?“ ist ungefähr so sinnvoll wie die Frage „Würdest du bitte mit mir schlafen?“ was wiederum ungefähr so sinnvoll ist, wie beim Teufel persönlich eine handgeschriebene Bibel in Auftrag zu geben. [LdS, S. 195]

Ich unterbreche sie, indem ich sanft einen Finger auf ihren Mund lege. Dann gehe ich einen Schritt auf sie zu, sehe ihr in die Augen und küsse sie. Sie wird schnell sehr leidenschaftlich. Ich sage: „Glaube ja nicht, dass du heute noch Sex bekommst.“ Sie versichert mir, keinen Sex zu wollen. Ich sage: „Wenn du mir versprichst, die Finger von mir zu lassen, können wir genauso gut bei mir zu Hause essen.“ […] Ich nehme ihre Hand und gehe los. [LdS, S. 159]

Wenn es bereits bei userem ersten Treffen zum Kuss kommt, sage ich zu meiner Begleiterin schon mal: „Komm, wir bezahlen“, bestelle ein Taxi und nenne dem Fahrer ganz selbstverständlich meine Adresse. […] Dabei sollte man sich nichts vormachen: Keine Frau ist so naiv, nicht zu wissen, dass, wenn sie mit in deine Wohnung kommt, automatisch auch der Gedanke an Sex im Raum schwebt. Wenn sie hier Bedenken hat, wird sie deiner Einladung nicht folgen.

[Pütz, S. 266f]

(Alle Hervorhebungen durch den Verfasser)

Der Fels und die Brandung

Viele Frauen wünschen sich einen Mann, der wie ein Fels in der Brandung ist. In der Tat ein sehr schönes Bild für das, was du werden solltest. Die Brandung ist eine launische Dame. Mal kommt sie mit kleinen, verspielten Kräuselwellen, mal kochend, schäumend und tobend mit Brechern, die bereit sind, alles zu verschlingen, was sich ihnen in den Weg stellt. Der Fels steht einfach nur da. Unbeeindruckt von allen Eskapaden der See. Er läuft dem Meer auch nicht nach, wenn es sich bei Ebbe zurückzieht. Du bist der Fels. Sie ist die Brandung. Begehe niemals den Fehler, diese natürliche Rollenverteilung umzukehren! Lass dich von ihren Gefühlswellen (positiven wie negativen) umspülen! Hüte dich davor, dich von Ihnen verbiegen zu lassen. Halte deine eigenen Gefühle unter Kontrolle. Insbesondere Gefühle in Bezug auf sie, sei es Liebe, Ärger, Bewunderung oder Verlustangst.

Wie bei jeder Regel gibt es auch hier eine Ausnahme: Der komplett gefühlskalte Eisklotz kommt bei den Frauen auch nicht so richtig an. Es gibt eine einzige legitime männliche Emotion, die da wäre: Spaß
Habe Spaß daran, Frauen auf der Straße anzuquatschen. Wenn sie dich abweist, habe Spaß daran, sie mit ihrem eigenen Spruch aufzuziehen. Wenn sie rumzickt, habe Spaß daran, ihre Emotionen aufzupeitschen.

Das Verbot männlicher Emotionen hat eine lange Tradition in allen Kulturkreisen der Welt. Erst vor wenigen Jahrzehnten wurde es aus dem Erziehungskanon der westlichen Welt gestrichen. Nichtsdestoweniger bildet es auch heute eine wichtige Grundlage eines erfolgreichen Lebens als Mann. Und intuitiv verhält sich die Mehrzahl der Menschen auch heute noch dementsprechend. Sieh dir z.B. mal die geschlechtsspezifischen Präferenzen für verschiedene Filmgenres* an: Frauen liegen bei Schnulzen und melodramatischen Filmen, die ein breites Gefühlsspektrum abbilden und zu empathischen Gefühlsäußerungen anregen („mitheulen“), vorne. Männer präferieren Actionfilme, die so gestrickt sind, dass selbst bei roher Gewalt keine Empathie mit den Opfern aufkommt.

Diese emotionale Geschlechtsdimorphismus existiert nicht ohne evolutionspsychologischen Grund. Wenn in der Steinzeit der Mann ohne Beute nach Hause kam und unter Tränen seiner Frau erklärte „Das Mammut konnte ich nicht jagen, weil es so groß und böse war. Und das Häschen nicht, weil es so klein und niedlich war, und mich mit großen Augen angeschaut hat“, dann bedeutete das für die ganze Familie den Tod. Solche emotional instabile Schmerzensmänner mussten Frauen um jeden Preis vermeiden.

Was kann man aber tun, wenn man anders fühlt, als man fühlen soll?

  1. verbergen
    Frei nach dem Motto: Fake it, till you make it.
    Schauspieler haben in der Regel deutlich weniger Probleme mit Frauen, als der Durchschnittsmann. Das liegt wohl auch daran, dass sie gelernt haben, wie man seine eigenen Gefühlsäußerungen kontrolliert und manipuliert. Lerne schauspielern, am besten in einer Schauspielgruppe. Zur Not kannst du auch versuchen, dir im Selbststudium etwas schauspielerisches Talent anzueignen.
  2. abstumpfen
    Es gehört zu den klassischen Ausbildungsinhalten jedes Pick-up-Programms, die männlichen Emotionen durch permanente Exponierung kontinuierlich abzustumpfen. Das beginnt mit dem abtrainieren der Korbempfindlichkeit und endet bei vielen in einem Zustand, in dem sie sich weder verlieben noch sonst irgendwas für Frauen empfinden können. Der Weg dahin ist steinig und das Ziel erscheint nicht lohnenswert. Mach dich trotzdem auf den Weg! Abstumpfen ist ein geringeres Übel als tief bewegt vor sich hin zu leiden.
  3. modifizieren
    Mit modifizieren meine ich, dass du direkten Einfluss auf deine Gefühlswelt nimmst. Sieh dir dazu das folgende Beispiel an:
    Du sitzt in einem Café und wartest jetzt schon 25 min auf dein Date. Was kannst du tun? Die Tränen unterdrücken, Mundwinkel ganz weit nach oben ziehen und immer daran denken, wie glücklich ein hungerndes afrikanisches Kind wäre, jetzt in diesem Café zu sitzen? Vergiss es! Jede Frau weiß, dass es dir weh tut, wenn sie dich versetzt. Und sie wird dich dafür noch mal bestrafen. Ein Teufelskreislauf. Deine einzige Chance ist es, jetzt schnell eine Andere zu organisieren. Wenn dein Date doch noch kommt, zeige, dass du Spaß hast. Zeige keinen Groll. Bitte sie einfach, sich dazu zu setzen, so als ob nichts geschehen wäre.

 

*
Vorlieben für Filmgenres nach Geschlecht
Who Watches What? : Assessing The Impact Of Gender And Personality On Film Preferences, Olivia Chausson, University of Cambridge


Weblinks:

  • Zitat aus einem auch insgesamt sehr interessantem Artikel:

    Therapeuten berichten, dass Frauen erst von ihrem Mann einfordern, Gefühle zu zeigen – und ihn genau dann verlassen, wenn er negative Gefühle, beispielsweise Depressionen, eingesteht. So haben diese Frauen sich das mit der Partnerschaft auf Augenhöhe dann nämlich doch nicht vorgestellt.

    Das geschwächte Geschlecht, Zeit Online   (Seite 4)

  • I desperately want an emotionally intelligent spouse who can converse intimately with me about our most vulnerable feelings. Except when I don’t. Sometimes what I really want is a fearless superhero who will walk through the house at four o’ clock in the morning and confront whatever strange noise I may have heard while I stand at the top of the stairs holding the phone.

    When my husband pointed all this out to me, I was stunned. Here I was championing the softer side of boys every day on my blog, but in real life I was often communicating a desire for the exact opposite. I was a classic case of saying one thing and doing another, but blissfully unaware of my hypocrisy.

    Tender and Tough: The Impossible Task We Give Our Men, The Good Men Project   (via)

  • Mittwochsrunde #27#, Wird man durch Pickup gefühlslos?, naturalnumbersgame

Literatur:
Eine interessante Studie, die meine These stützt:

Why Do Men Prefer Nice Women? Gender Typicality Mediates the Effect of Responsiveness on Perceived Attractiveness in Initial Acquaintanceships, Gurit E. Birnbaum et al., Pers Soc Psychol Bull., 2014  [Link]

Interessant auch, wie unterschiedlich und irreführend verkürzt die Presse diese Studie zusammenfasst. So schreibt die Süddeutsche aus männlicher Sicht „Kühl macht sexy“ während news.at die selbe Studie als „Einfühlsam macht sexy“ aus weiblicher Perspektive wiedergibt. Ein „Kühl macht Männer sexy“ oder „Einfühlsam macht Frauen sexy“ wäre der Studie eher gerecht geworden.

Coming Out als AB

Frauen verteilen ihre Liebe nach dem Matthäus-Prinzip:

Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat. (Mt 25,29)

Je mehr Erfolg ein Mann bei den Frauen hat, desto attraktiver wirkt er auf Frauen. Dieser Effekt ist in der Wissenschaft unter dem Schlagwort „Mate Choice Copying“ bekannt. Er wird von Pick-up-Artitsts intensiv genutzt, z.B. indem sie sich eine weibliche Begleitperson (sog. Wing Woman) suchen oder indem sie von irgendwelchen Frauengeschichten erzählen und so ihre Begehrtheit beim schönen Geschlecht unter Beweis stellen. (Wichtig dabei ist, niemals mit seinen Erfolgen zu prahlen!)

Männer hingegen verteilen ihre Liebe am liebsten an bedürftige Frauen! Sie bevorzugen Frauen, die sexuell möglichst unverbraucht sind. Kein Mann ist stolz darauf, wenn er über die Dorfmatratze auch mal drüber rutschen durfte.

Wie sag ich’s ihr?
Gar nicht! Ich habe schon unzählige Berichte von ABs gelesen, die nach einem Outing instantan und ohne weitere Begründung von ihrer Partnerin verlassen wurden. Es muss nicht immer so laufen, aber es gibt einfach zu viele Fälle, in denen es so läuft. Das ist übrigens selbst bei ABinen so, wenn auch nicht ganz so extrem. Umgekehrt habe ich noch nie gehört, dass ein Verheimlichen zu irgendwelchen Problemen geführt hat. Du brauchst auch keine Angst davor haben, dass es irgendwie herauskommen könnte. Ich habe noch nie davon gehört, dass eine Frau am Küssen oder am Sex erkannt hat, dass sie die Erste war. Umgekehrt kenne ich viele Berichte von Männern, deren Frauen nicht das geringste bemerkt haben.

Sexuelle Unerfahrenheit ist die der größtmögliche Attraktivitätskiller, den ein Mann haben kann. Frauen haben sehr tief sitzende Ekelgefühle gegenüber unerfahrenen Männern. Teilweise weigern sich selbst Prostituierte, mit ABs zu schlafen. Und das nicht, weil sie ungepflegt oder unästhetisch wären, sondern weil sie sich ihnen gegenüber als AB geoutet haben.

Du glaubst mir nicht, dass ein Outing wirklich so schlimm ist? Dann sieh dir mal folgende Zitate an:

Ich muß jedem MAB dringend davon abraten sich gegenüber Frauen als AB zu outen. Sogar ich als EX-ABine finde das eher abschreckend, „normale“ Frauen dagegen können damit überhaupt nicht umgehen. „Der hatte doch bestimmt noch nie Sex!“ ist mit das am abwertendsten gemeinte, was Frauen in meinem Umfeld über Männer sagen. Wenn MANN älter als 20 ist und noch nie Sex hatte, dann gilt man als absoluter Loser unter Frauen, sobald das bekannt wird. Und es WIRD weitergetratscht werden, einfach weil es so belustigend und ungewöhnlich ist. [Link]

Als ich vor ein paar Jahren meine Clique „kennenlernte“, wurde ich gleich zu Anfang jedes Mal von den Mädels mit einer herzlichen Umarmung und einem Wangenküsschen begrüßt (das war für mich damals der absolute Höhepunkt meiner sexuellen Erfahrungen!). Später, als nach und nach durchsickerte, dass ich noch nie eine Freundin gehabt habe, und als Gerüchte die Runde machten dass ich auch noch Jungfrau bin, änderte sich das schlagartig. Heute begrüßen mich die Mädels aus meiner Clique noch nicht einmal mehr mit einem Händeschütteln. Manchmal habe ich das Gefühl, jeder Normalo hat Angst davor, dass unser AB-Dasein ansteckend ist wie ein Virus. Also: Wählt sehr sorgfältig aus, wem ihr euer kleines Geheimnis erzählt. Ich habe aus meinen Fehlern gelernt. [Link]

Wir kamen zufällig ins Gespräch – und das so gut, dass wir über zwei Stunden lang an der Bar zusammenstanden, lachten und quatschten. Doch dann tauchte ganz unverhofft ein Kumpel von mir auf – und das Erste, was er zu der Frau sagte, war: „He, der hatte übrigens noch nie eine Freundin.“ Die Reaktion darauf werde ich nicht vergessen. Die Frau sah regelrecht erschrocken aus und starrte mich an, als würde ich kleine Kinder fressen. Dann hat sie ihr Getränk geschnappt und lief fluchtartig davon. [Link]

Haltet Euren AB-Status auf jeden Fall geheim – da muss ich mich den beiden Vorrednern anschließen. Ich selbst machte 1x den Fehler, als ich mit ca. Mitte 20 einem damaligen Arbeitskollegen davon berichtete, nachdem er mich aber direkt ausgefragt hatte (er selbst war Frauentyp und kontinuierlich in Beziehung). Und das wurde in dieser Firma dann gegen mich verwendet (jener Kollege und einer der Chefs hatten leider einen guten Draht zueinander), meine Karriere dort war bald am Ende, da jener Chef mich tatsächlich für einen „seltsamen Menschen“, Nerd o.ä. hielt. [Link]

“Groups of Women, who learned from men that I was a virgin, would talk about how undesirable I am because of my virginity.” Thus male virginity can lead to a vicious circle in which the fact of virginity makes the man undesirable to women thus decreasing the chance of losing the virginity. [Link]

Women like myself go on all your incel forums and we laugh at you. We screenshot your posts and send them to one another, giggling at what fucking losers you are. [Link]

Bellavita: Mich würde das auch abturnen. Dass ein Mittdreißiger noch mit keiner Frau im Bett war, liegt meist nicht an übertriebener Schüchternheit, sondern an Häßlichkeit. Wenn ihn vorher keine haben wollte, warum soll ich dann die erste sein? Nee, danke. Anlernen will ich auch keinen. Ich will einen, der auf demselben Kenntnisstand ist.
Gerrimee: Wenn es denn nur die Hässlichkeit wäre….! Mitte dreissig, Jungfrau und ausschliesslich Pornokenntnisse…. Schüttel! [Link]

Ist das normal? Was ist normal? Ein Priester der das Zölibat niederlegt und 40 ist – bei dem hab ich Verständnis. Aber ein Mann der eigentlich durchschnittlich ist – kein Freak ist – und noch nie Sex hatte – HILFE! [Link]

Viele, die die AB-Problematik nicht am eigenen Leib erlebt haben, werden dir das genaue Gegenteil davon raten. „Es ist das beste, ganz offen mit dem Thema umzugehen.“ Aber sicher doch. Und die bunten Eier legt der Osterhase. Auch die AB-Versteherin Roedenbeck hat manchmal solche Anwandlungen:
Schluss mit dem Absolute Beginners-Tabu!
Und wiederspricht damit einer ihrer zentralen eigenen Ratschläge:

Oute dich einer sorgfältig ausgewählten Person gegenüber!
[Roedenbeck, #1]

Lass dich von diesen Leuten nicht beirren! Ein Outing ist in der Regel irreversibel. Dir bleibt danach nichts anderes übrig, als mit den Konsequenzen zu leben. Das ging z.B. auch Wolfram Huke so:

MOPO am Sonntag: Hat der Film die Suche nach Liebe für Sie eher erleichtert oder erschwert?
Wolfram Huke: Erschwert, denke ich. Ich habe in dem Film ja etwas wahnsinnig Uncooles von mir preisgegeben. Seit der Film auf den Hofer Filmtagen gelaufen ist und Zeitungen berichtet haben, wissen einfach viele Menschen, was mit mir los ist. Da muss erst mal eine Frau kommen, der es egal ist, dass sich noch nie eine andere Frau für mich interessiert hat.
[Link]

Bootstrapping
Wie geht man konkret vor, wenn man sich vornimmt, alles zu verheimlichen? Soll man sich irgendeine Lügengeschichte zurechtlegen? Oder lieber um den heißen Brei herumreden?
Auf keinen Fall! Du solltest sie niemals direkt anlügen, herumdrucksen oder versuchen, ihren Fragen auszuweichen. Du solltest ohnehin niemals ernsthaft über irgendwelche Verflossenen sprechen. Auch dann nicht, wenn du irgendwann mal Erfahrungen vorzuweisen hast. Schon gar nicht, wenn sie konkret danach fragt. Dazu fällt mir eine interessante Beobachtung ein:

Weißt du, wie man erkennen kann, ob jemand AB ist? Man fragt ihn, ob er schon mal Sex hatte! Wenn er breit grinsend „Nein! Niemals! Ich doch nicht!“ sagt, ist er keiner. Wenn er rot wird und „Äh…, naja…, äh… ja klar hatte ich schon mal Sex.“ antwortet, ist er einer.

Der Trick funktioniert nicht immer, aber doch erschreckend oft. Behalte ihn immer im Hinterkopf, wenn du dein AB-tum verstecken musst. Jetzt aber zurück zum Thema:

Ich habe die Methode, mit der du das Henne-Ei-Problem sexuelle Unerfahrenheit lösen kannst „Bootstrapping“ genannt. Sie funktioniert folgendermaßen: Du hast zunächst eine Reihe von Dates, aus denen aber nichts weiter wird. Diese erfolglosen Dates werden die Basis für einen Erzählungsschatz, der den Eindruck sexueller Erfahrung vermittelt. Definiere niemals den Beziehungsstatus, den du und diese Frauen hatten. Sprich von ihnen stets in einer Weise, die viel Raum für Interpretationen lässt. Prahle nie mit ihnen, sondern tu so, als wolltest du vermeiden, dass sie etwas von ihnen erfährt. Das Wörtchen „wir“ kann dir dabei sehr wirkungsvolle Dienste erweisen, wenn es dir inmitten einer Erzählung heraus rutscht.

Nehmen wir einmal an, du erzählst gerade von deinem letzten Frankreichurlaub.

Du: … Und am letzten Tag waren wir auf dem Eiffelturm. Die Aussicht von da oben war einmalig.
Sie: Wen hattest du denn dabei?
Du: Das war Dominique, eine bezaubernde junge Frau aus der Provence, die für ihr Architekturstudium nach Paris gekommen ist.

Nach einer solchen Erzählung entsteht im Kopf deines Dates das Bild einer kleinen, süßen Französin und das eines Mannes, der solche Mädels mal eben so im vorbeigehen vernascht. Sie würde nicht im Traum daran denken, dass du die zwei Wochen, die du in Paris verbracht hast, von früh bis spät Frauen angequatscht hast, dass sich erst am letzten Tag das einzige Date dieses Urlaubs ergeben hat, dass Dominique eine übergewichtige depressive Frau, die überdies an einer schweren Skoliose litt, war, … Wie du siehst, kann man ohne auch nur ein einziges mal die Unwahrheit zu sagen eine komplett andere Welt im Kopf der Zuhörerin erschaffen.

Was soll ich sagen, wenn sie mich nach meiner letzten Beziehung fragt? Wenn sie wissen will, wie lange ich schon single bin?
Solche Fragen sind immer ein Zeichen dafür, dass du sie gelangweilt hast. Vermeide das Entstehen solcher Fragen, indem du für aufregende Dates und spannende Gesprächsthemen sorgst. Wenn sie doch aufkommen, gibt es für dich nur eine Lösungsmöglichkeit: scherzhaft antworten. Z.B so:

Single bin ich, seit ich wieder aus dem Knast raus bin. Davor hatte ich Bruno, den Gefängniswärter. Und ich muss dir sagen, ich genieße meine neu gewonnene Freiheit in vollen Zügen. Endlich kann ich mich beim Duschen wieder ungestört nach der Seife bücken.

Und lass dich nicht durch so Sprüche wie „Jetzt sag doch mal ehrlich!“ klein kriegen. Wenn du ihr jetzt nachgibst, zeigst du nur, dass du ihr nicht gewachsen bist.

Letzte Chance: Outing im TV
Hör zu: Bei einem TV-Outing hast du lediglich die Chance, es endgültig zu verbocken. Wenn du je in eine Situation kommen solltest, in der Google deinen Namen in Verbindung mit dem AB-tum bringt, bist du verbrannt. Du hast dann keine Chance mehr, eine Freundin zu finden. Das gilt für seriöse Formate genauso wie für die Verhorstung im Harz-4-TV. Ein medienwirksames Outing ist der absolute Super-Gau für deine Attraktivität. Du machst dich nicht nur vor deiner Partnerin zum Loser, du machst dich vor der ganzen Welt zum Loser. Die gute Frau müsste sich für dich schämen. Sich vielleicht rechtfertigen, warum gerade sie … Frauen legen viel Wert darauf, was andere Menschen über ihren Partner denken. Tu ihnen eine solche Schmach bitte nicht an!

Ich habe dich noch nicht ganz überzeugt? Du glaubst, bei den vielen Millionen Zuschauern müsste doch eine Frau dabei sein, der dein AB-tum nichts ausmacht? Vergiss es! Alle mir bekannten ABs, die sich im Fernsehen geoutet haben, haben keine einzige ernst gemeine Zuschrift bekommen. Zieh dir das noch mal rein: Da stellt sich ein Mann einer Menge von Frauen vor, die so groß ist, dass selbst der eifrigste Pick-up-Artist die in seinem ganzen Leben nicht alle hätte ansprechen können. Und nicht eine einzige kann sich auch nur ein Date mit ihm vorstellen.

Du glaubst, du könntest mit deinem Auftritt dazu beitragen, Vorurteile gegenüber ABs abzubauen? No Way! Die Ablehung durch Frauen hat nichts, aber auch gar nichts mit Vorurteilen zu tun. Die Ablehnung ist durch den weiblichen Sexualtrieb begründet. Und wenn du den ändern wolltest, müsstest du Frauen genmaipulieren.

Du möchtest dich selbst opfern und heldenhaft für mehr Akzeptanz von ABs werben? Tu es nicht! Du schadest damit allen ABs! Je mehr Menschen wissen, dass es ABs gibt, desto größer wird die Gefahr für ABs, enttarnt zu werden. Und das bedeutet in der Regel das Aus auf dem Partnermarkt.

Um Missverständnisse zu vermeiden …
Mir geht es hier ausschließlich um die Auswirkung eines Outings auf deinen Frauenerfolg. Alles andere ist mir egal, und das sollte es dir auch sein! Ob es dir peinlich ist, was die Anderen dann von dir denken, ob sie hinter deinem Rücken über dich lästern, etc. spielt keine Rolle.
Die meisten Menschen (Männer und Frauen) reagieren bei einem Outing dir gegenüber verständnisvoll und ermutigend. Was sie dann „hintenrum“ erzählen, ist eine andere Geschichte. Und die Auswirkung auf das weibliche sexuelle Begehren (das keine bewusste Entscheidung ist, sondern stets unterbewusst abläuft), ist noch mal etwas ganz Anderes. Um es mit den Worten eines anderen ABs zu sagen:

Ich habe mehrfach erlebt wie Frauen auf das Geständnis noch AB zu sein zwar tolerant reagieren, jedoch dann psychische Prozesse in ihr ablaufen die dazu führen, dass jegliche Anziehung verloren geht. [Link]

Der Unterschied zwischen dem moralischen Über-Ich einerseits und dem triebhaften Es andererseits wird von vielen ABs nicht verstanden, und führt dann zu so albernen Threads wie „Ich habe mich geoutet (und lebe noch)“ Ja klar lebst du nach einem Outing noch! Aber du lebst dann von einer Beziehung weiter entfernt, als je zuvor!!
Wenn du dich aber Menschen gegenüber outest, mit denen du keinen Sex haben möchtest, und die vertraulich mit dieser Information umgehen können (z.B. Freunde, Eltern, Geschwister, Therapeuten) dann sehe ich darin kein Problem. Ich habe das auch gemacht und überwiegend positive Reaktionen erlebt. Nur solltest du dir daraus keine wie auch immer geartete positive Auswirkung auf deine Partnersuche erhoffen. Die Menschen in deinem Umfeld kennen sich in der Regel nicht mit dem Problem „AB-tum“ aus, und können dir deshalb auch nicht helfen. (Auch wenn sie es noch so sehr versuchen.)


Weblinks:
“You’ve been with how many girls?!” (The Rational Male)

Iron Rule of Tomassi # 2:
NEVER, under pain of death, honestly or dishonestly reveal the number of women you’ve slept with or explain any detail of your sexual experiences with them to a current lover.

Wie über Sex reden wenn man noch keinen hatte? (pick up forum)

Ich rede während der Verführung selbst praktisch nie über Sex, jedoch kommt er (der Sex) in vielen meiner favorisierten RDs vor. Ich rate dir zu ein paar Notlügen in Form von lustigen Geschichten. Niemandem ist geschadet, wenn […]
Lustig sind auch immer Geschichten über sexuelle Ticks von Ex-Freundinnen. […]

Endless Enigma (= Lodovico Satana, der Autor von [LdS])

The Shit Test Encyclopedia (Illimitable Men)

“How many girls have you slept with?” – Translation: Do you get laid a lot or are you a sex starved beta? Saying you have not slept with many girls communicates low value. Exaggerate your number if it’s low. […] Fail-safe responses: “I’ve lost count.” – “What, today? Not many.” – “Pick a number, any number.”

An Anthropologist Explains Why Over 40% of People Refuse to Date Virgins (Vice)

„Over 30 percent of people told me they would not date a virgin,“ she says, and it makes sense in her theory of fast sex and slow love. (The actual statistic, from her 2013 Match.com study, is much higher: around 42 percent. And women are much less likely to date a virgin than men.) „If you don’t have regular intercourse, then most people see this as a barrier to intimacy.“

Literatur:
Singles in Beratung, Coaching und Therapie, Christian Thiel, S. 116

Der Markt für sehr oder völlig unerfahrene Männer ist überschaubar klein. Die meisten Frauen machen einen Rückzieher, wenn sie merken, dass ein Mann in diesem Alter wenig oder keine Erfahrungen mit Beziehungen und mit Sexualität hat.

Kurz-URL: is.gd/abouting

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