Normalo-Sprüche: Du sollst nicht suchen!

Als AB wirst du wahrscheinlich mit einer Reihe von immer widerkehrenden Ratschlägen und Kommentaren zu deiner Situation konfrontiert. Ich starte hier mal eine Serie, in der ich einige davon kritisch kommentiere. Viele dieser Sprüche enthalten einen wahren Kern, sind aber so missverständlich formuliert, dass sie ABs noch erfolgloser machen, als sie ohnehin schon sind.


Normalo-Sprüche

Der Grund für diesen Ratschlag ist, dass Männer, die intensiv und bislang erfolglos nach einer Freundin suchen, needy und damit unattraktiv wirken. Wenn eine Frau das Gefühl hat, dass du „auf der Suche nach einer Freundin“ bist, dann bist du für sie als potentieller Partner gestorben. Ich habe schon von so vielen Frauen gehört, dass sie Männer abgelehnt haben, weil sie den Eindruck hatten, diese seien zu sehr „auf der Suche“.

Andererseits ist es so, dass du, wenn du nicht suchst, und einfach nur darauf wartest, dass sich von selbst etwas ergibt, niemals eine Freundin finden wirst. Deine Traumfrau wird nicht einfach so auf deine Couch geflogen kommen. Sie wird dich auch nicht im Supermarkt ansprechen. Als Mann musst du selbst aktiv werden und auf Frauen zugehen. Immer wieder, trotz aller Abweisungen. Die meisten ABs haben Jahre oder Jahrzehnte mit „nicht suchen“ zugebracht und sind deshalb völlig erfolglos geblieben.

Die Lösung zu dem Dilemma lautet: Du sollst schon suchen, aber du darfst dich nicht dabei erwischen lassen! Erzähl ihr nicht, was du alles unternommen hast, bei welchen Singelbörsen du dich angemeldet hast, an welchen Speed-Datings du teilgenommen hast und wie die Frauen dich alle haben abblitzen lassen. Date vor allem Frauen außerhalb deines Bekanntenkreises. Vermeide unbedingt, nach einer Abweisung dich mit anderen Frauen zu treffen, die von dieser Abweisung erfahren könnten. Du wirkst dann nur wie ein Verzweifelter, der es wahllos bei jeder irgendwie verfügbaren Frau probiert. Und so jemanden möchte keine Frau haben.


Weblinks:
Sprüche allgemein:
Sprüche, AB-Wiki
Sprüche (von verpartnerten Frauen)…, AB-Treff
Normalo-Sprüche, AB-Treff

Du sollst nicht suchen:
It’ll Happen When You Stop Looking, The Huffington Post
Why You Only Find Love When You Stop Looking For It, Lifehack
4 Reasons You Should Stop Looking for a Girlfriend, TSB Magazine
Don’t Look For A Girlfriend, Return Of Kings
„Partner finden ohne zu suchen – so gelingt’s“ – Interview mit Michael Mary, ElitePartner
Seelenpartner kann man nicht suchen. Seelen finden sich., Open Mind Akademie
„Man sollte nicht nach dem perfekten Partner suchen“, Süddeutsche Zeitung

Warum man die Liebe seines Lebens nicht suchen sollte…, AB-Treff
Wenn Du aufhörst zu suchen …, AB-Treff
Aufhören zu suchen, AB-Treff
What do they mean „stop looking for a girlfriend and you’ll find one“, Forever Alone Reddit
Wieso sagt man: Man sollte nach Beziehungen/Liebe nicht suchen?, gutefrage.net
“Hör auf zu suchen, dann kommt er von ganz allein” Stimmt diese Aussage wirklich?, erdbeerlounge

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8 Kommentare zu “Normalo-Sprüche: Du sollst nicht suchen!

  1. Ich würde sagen:
    Man kann schon beim Suchen erwischt werden, aber man muss dabei deutlich machen, dass man nicht verzweifelt ist und nimmt was kommt.
    Deswegen finde ich auch das Schema von Mystery da so interessant. es macht deutlich, dass man Interesse an ihr zeigt, wenn sie IOIs sendet und dann am besten, weil sie sich qualifiziert hat, also weil sie etwas gezeigt hat, was man gut finden kann (also nicht einfach aussehen).

    • Nach meinem Sprachempfinden beinhaltet der Begriff „suchen“ bereits etwas Verzweiflung. Wenn ich mir einen Suchenden vorstellen soll, dann denke ich z. B. an jemanden, der hektisch durch die Wohnung läuft, dabei Gegenstände umwirft, Schubladen durchwühlt und panische Selbstgespräche führt, so in der Art: „Scheiße, wo ist mein Schlüssel. Der kann doch nicht plötzlich weg sein. Eben war er doch noch da. Ich hab keine Zeit. Ich muss gleich los. Ich brauch das scheiß Ding. Jetzt!!!“

      Hier zeigt sich übrigens das generelle Problem solcher Allerweltssprüche wie „Du sollst nicht suchen“, „Sei du selbst“, …: Sie sind so schwammig formuliert, dass man je nach Interpretation etwas hilfreiches oder komplett unsinniges darin lesen kann. Ganz im Gegensatz zu guter Pick-up-Literatur, die sehr konkret sagt, wie man sich in bestimmten Situationen verhalten sollte und dies mit lebensnahen Praxisbeispielen illustriert.

      • „Sei Du selbst“ ist direkt der beste Kandidat für die nächste Folge.

        Der Tipp wird wohl in die Richtung gemeint, dass man sich nicht bist zur Selbstverleugnung verbiegen soll (das stimmt sogar – wirkt unauthentisch und macht nicht glücklich), aber so verstanden, dass man an sich gar nichts ändern soll (was nicht stimmt – mit der bisherigen Lebensweise ist man ja nicht zufrieden).

        Die Crux ist nur: Die meisten Menschen wissen gar nicht, was sie alles sein können. Und bei den bisher zu netten, vorsichtigen Leuten ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie viele Dinge nicht ausprobiert haben, weil sie dachten, sie könnten das nicht machen, andere würden sich lustig machen, das müsste man in jungen Jahren lernen oder ganz sein lassen usw. Nur sind unperfekte, auch mal scheiternde, aber risikofreudigere Menschen irgendwie interessanter als diejenigen, die stets auf Nummer Sicher gehen und alles seinen gewohnten Gang gehen lassen…

      • Wenn ich zum Thema „Sei Du selbst“ noch ein Fundstück einreichen darf:

        Ursprung: Samstagssammlung von „Fettlogik überwinden“.

        47-jähriger Kriegsveteran muss an Krücken gehen; Ärzte geben ihm keine Chance, je wieder normal zu laufen. Dann fängt er mit Yoga an…

        Ich halte i.a. nichts von solchen Rührgeschichten, die unter dem Motto „Du musst nur an Dich glauben!“ laufen. Hier ist jedoch interessant, dass es nicht nur um den Glauben an sich, sondern Fleiß und Durchhaltevermögen ging.

        Am Anfang ist der Kerl schwer übergewichtig, etwa so, wie man sich Klischee-IT-ler vorstellt. Entsprecht legt er sich auch ständig hin bei seinen Versuchen, man sieht einen Patzer nach dem nächsten…

        …aber siehe da, mit der Zeit wird er besser, und die Pfunde schwinden. Am Ende kann er nicht nur alleine gehen, er rennt sogar, und dabei sieht er gut durchtrainiert aus. Natürlich kein Adonis, aber für einen Mann, der auf die 50 zugeht, doch recht charismatisch.

        Der Mann hat offensichtlich nicht nur gesehen, was er war, sondern wollte mehr aus sich machen. Und vor allem hat er sich nicht von den Misserfolgen abschrecken lassen.

      • Vielen Dank für den Link! Das Video ist wirklich sehr interessant. Generell sind thematisch passende Fundstücke hier gerne gesehen.

        Falls du sehnsüchtig auf einen Post zum Thema „Sei du selbst“ wartest, muss ich dich leider etwas vertrösten. Ich werde mich in nächster Zeit verstärkt Projekten außerhalb der Blogosphäre widmen.

  2. „Du sollst nicht suchen“ heißt eigentlich „Du sollst nicht wirken wie jemand, der sucht.“

    oder länger:

    Du musst sogar suchen! Aber die Suche selbst darf nicht Dein erster und einziger Lebensinhalt sein, sondern eher etwas, was bei Dir noch irgendwo im Hintergrund mitläuft, während Du die ganze Zeit ein interessantes Leben führst und immer etwas zu tun hast. Du suchst nicht nach der einen Frau, sondern freust Dich allgemein, neue Leute kennenzulernen.

  3. Pingback: Warum ich „Sei Du selbst“ für einen recht nutzlosen Ratschlag halte | Geschlechterallerlei

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