Was soll ich schenken?

Weihnachten ist der Orgasmus des Kapitalismus

Anlässlich der anstehenden Feierlichkeiten zur Huldigung des Konsum-Gottes habe ich mal eine kleine Notiz zum Thema Geschenke verfasst.

Schenken ist needy, beta und nice-guy. Ein Geschenk zeigt der Frau nur, dass du dich so minderwertig fühlst, dass du meinst ihre Zuneigung durch großzügige Gaben erkaufen zu müssen. Asexuelle Geschenke zeigen ihr, dass du deine Sexualität vor ihr verbirgst. Als Geschenk zum Fest der Liebe genügt es vollkommen, wenn du ihr eine Ladung Sperma ins Gesicht spritzt. Wenn sie sich beschwert, reagierst du am besten mit einem frechen Spruch. Wenn du es nicht schaffst, eine Frau an dich zu binden, ohne ihr Geschenke zu kaufen, ist das ein Zeichen, dass du dringend an deiner Persönlichkeit arbeiten solltest. Korrekt?

Nein! Die obige Denkweise ist ein typisches Beispiel für falsch verstandenes Pick-up, für einen Übergang zum anderen Extrem (Überkompensation). Geschenke zum Geburtstag und zu Weihnachten sind Pflicht, weitere optionale Geschenk-Tage (gerne auch unangekündigte) können je nach Art der Beziehung sinnvoll sein. Wer mit seiner Partnerin ein Keine-Geschenke-Abkommen schließt, zeigt nur, dass ihm ein gewaltiges Stück an Sozialkompetenz fehlt.

Schenken ist alpha
Wer schenkt, tut zu einem gewissen Grad das Gleiche, wie jemand, der Frauen auf der Straße anquatscht. Er zeigt Interesse an einer Person, wird selbst aktiv um sie glücklich zu machen und geht ein gewisses Risiko ein, damit zu scheitern. Schenken ist jedoch keine Verführungstechnik. Geschenke gibt es nur für Frauen, mit denen du bereits Sex hast, die dich gut behandeln und mit denen du dir eine gemeinsame Zukunft vorstellen kannst.

Ein Alpha ist kein Geizhals und kein Bettler. Er hat kein Problem damit, auch mal ordentlich zu investieren, wenn es darum geht, sich und seinen Mitmenschen eine geile Zeit zu bescheren.

Der schenkende Beta
Das betahaftigste Geschenk, das man machen kann, ist Geld. Wer Geld schenkt, zeigt, dass er keine Ahnung hat, was dem/der Beschenkten Freude machen könnte und gleichzeitig, dass er zu needy ist, um in so einem Fall das Geschenk einfach ganz wegzulassen. Wenn du einer Frau Geld schenkst und danach noch mit ihr schlafen möchtest, ist das nichts anderes als Prostitution. Eine Stufe darüber liegt das unverhältnismäßige Geschenk: Ein Drink ausgeben, damit sie mit dir spricht, einen Blumenstrauß zum ersten Date mitbringen, ein Geburtstagsgeschenk, dass dreimal so teuer ist wie das, was sie dir geschenkt hat. Mit überbordenden Geschenken machst du ihr keine Freude, sondern zeigst nur deine Needyness.

Gründe fürs Schenken

  • Schenken macht glücklich
    Es ist einfach wunderschön, wenn es gelingt, den Geschmack einer Frau genau zu treffen. Wenn sie vor Freude in der Wohnung herumspringt, wenn sie weitererzählt, was sie Tolles bekommen hat, und man einfach spürt, dass sie sich wirklich von Herzen darüber freut. Unbezahlbar.
  • Schenken macht sexuell aktiv
    Gerade in längeren Beziehungen besteht die Gefahr, dass die Aktivitäten im Bett irgendwann nachlassen. Neben vielen anderen Gründen ist eine mögliche Ursache, dass die Frau sich nicht mehr begehrt fühlt, vielleicht weil du ihr nie was schenkst.
  • Schenken verbindet
    Geschenke erschaffen und archivieren gemeinsame Erlebnisse und machen eine Trennung unwahrscheinlicher.

Vorbereitung
Die Weichen für ein gutes Geschenk werden lange vor der Entscheidung für ein konkretes Objekt gestellt. Geschenke zeigen, wie gut du deine Freundin kennst, ob du weißt, was sie gerne trägt, welcher Schmuck ihr gefällt, was ihr Spaß macht, … Achte auf Hinweise dazu, hör ihr aufmerksam zu, stelle Fragen, die ihr dabei helfen, ihren Geschmack zu offenbaren.

Gute Geschenke

  • Die Klassiker: Blumen und Schmuck
    Klingt langweilig, ist teuer, aber unglaublich wirkungsvoll. Weil es den weiblichen Dekoriertrieb unmittelbar anspricht. Ich habe Frauen selten so glücklich gesehen, wie nach diesen Langweiler-Geschenken. (Und selten so unglücklich, wie wenn ich sie längere Zeit nicht damit bedacht habe.)
  • Ein gemeinsames Event
    Ein Geschenk, dass beiden Spaß macht. Es gibt unzählige Möglichkeiten: Ein Konzertbesuch, ein Wochenendtrip in eine andere Stadt, ein Fallschirmsprung, ein Kochkurs, …
  • Etwas Sexuelles (Unterwäsche, Sexspielzeug)
    Auch hier profitiert ihr beide, daher sehr empfehlenswert. Sieh aber zu, dass es nicht zu billig oder nuttig sondern edel und sinnlich wirkt.
  • Etwas Süßes
    Hiermit ist nichts Zuckerhaltiges und nichts (allzu) Kitschiges gemeint, sondern etwas, was Frauen dazu bewegt „och, wie süß!“ zu sagen. Typischerweise Abbildungen oder Nachbildungen von Wirbeltierbabys.
  • Ein eigenartiges Ding
    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das wirklich bei den Frauen gut ankommt. Ich hatte jedenfalls schon viel Spaß dabei, ein Objekt zu verschenken, dem man nicht unmittelbar ansieht, wozu man es verwenden könnte, und dann den ganzen Tag beim Versuch, dies zu ergründen, herumzualbern.
  • Ein Fotobuch / -kalender / …
    Ist etwas aufwendig, aber wenn die Frau es wert ist, kann man das schon mal machen. Bereitet viel Freude, da es gemeinsame Erlebnisse wieder in Erinnerung bringt.

Schlechte Geschenke

  • Etwas Selbstgemachtes
    Viele Frauen beklagen sich bitter darüber, dass sie nie etwas Selbstgemachtes zu bekommen. Trotzdem bleibt das ein Wunsch, den ich ihnen niemals erfüllen werde. Ganz einfach, weil ich nichts so sehr hasse wie zu malen, basteln, stricken oder töpfern. Und ehrlich gesagt kann ich mir auch nicht vorstellen, dass eine Frau beim Anblick einer selbst gehäkelten Wollmütze auf dem Gabentisch wirklich Freude empfindet – von der asexualisierenden Wirkung solcher Darreichungen mal ganz zu schweigen. (Umgekehrt finde ich es übrigens auch grausam, wenn die Frau versucht, ihren Mann mit Selbstgemachtem zu beglücken. Ich hab mal bei einem befreundetem Pärchen gesehen, dass die Frau dem Mann ein großes, hässliches Bild gemalt hat, dass dieser sich auch noch aufhängen musste. Entwürdigend!)
  • Etwas Praktisches
    Ich habe oft so ein inneres Bedürfnis, praktische Gegenstände zu verschenken. Vor allem, wenn sich jemand täglich mit einem halb defekten Gerät herumquält, möchte ich das Leid beenden und das Gerät durch ein funktionsfähiges ersetzen. Kommt leider bei Frauen nicht gut an.
  • Pärchen-Kitsch
    Liebesschlösser, Pärchenketten, Sternschnuppen, kitschige Bilder/Statuen/Kissen, ein Schlüssel zu ihrem Herzen, etwas Herzförmiges, … Die Welt ist voll von diesem Schmalz, und scheinbar gibt es Leute, die sowas kaufen. *schüttel* Wer den Weg zu ihrem Herz findet, hinterlässt dabei keine Schleimspur.
  • Pralinen
    Viele Frauen haben dazu ein zwiespältiges Verhältnis (einerseits lecker, andererseits dickmachend). Von daher: lieber nicht.

Die Semiotik des Schenkens
Frauen beurteilen Geschenke nicht (nur) nach ihrem praktischen Nutzen, dem unmittelbaren Spaßfaktor, etc., sondern betreiben meist eine eigenartige Hermeneutik. Eine Personenwage wird beispielsweise als „er findet mich dick“ interpretiert, und sollte deshalb niemals (nicht mal auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin) geschenkt werden. Ein Parfüm wird jedoch nicht als „er mag nicht, wie ich rieche“ gelesen, und eignet sich gut als Geschenk für die Freundin. Für Blumen und Edelsteine gibt es dezidierte Auslegungsanleitungen. Eine ansprechende Verpackung kann den Wert des Inhalts vervielfachen. Ein Wein, der vom nächsten Urlaubsziel stammt, schmeckt nach Urlaub und ist etwas ganz anderes als einfach nur ein Wein. Ein gemeinsames Wochenende kann augepeppt werden, indem du sie unangekündigt am Freitag „von der Arbeit entführst“. Ganz allgemein gesprochen erzählt ein gutes Geschenk eine kleine Geschichte, und ist kein isolierter Brocken, den du ihr so vor die Füße wirfst

Sie heult rum, weil ihr die Geschenke nicht genug waren (Weibliches Entitlement)
Mach ihr klar, dass sie, nur weil sie mit dir schläft, noch lange keinen Anspruch auf Geschenke hat. Sag ihr, dass sie nicht brav war und deshalb nicht mehr verdient hat. Vermeide es auf jeden Fall, ihre Ansprüche als berechtigt anzuerkennen, denn dann kannst du nur verlieren.

Warum schenken wir überhaupt?
Schenken ist ein in den meisten Kulturen weit verbreitetes Ritual. Es hat in der Regel nichts mit Altruismus oder Umverteilung zu tun, sondern ist eher mit einem Tauschgeschäft vergleichbar: Wer etwas schenkt, bekommt mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann etwas zurück geschenkt. Es ist jedoch ein Tausch, bei dem wir nicht genau wissen, was wir bekommen, und folglich auch oft etwas erhalten, was wir gar nicht wollen. Warum also tun wir das? Warum kaufen wir uns nicht einfach selbst das, was wir brauchen?

  • Vertrauen
    Wer etwas schenkt, zeigt, dass er zu einem Tauschgeschäft mit nicht explizit formulierten Konditionen bereit ist. Er zeigt Vertrauen, dass seine Großzügigkeit eines Tages erwiedert werden wird. Er würde dem Beschenkten wohl auch im Kampf gegen Feinde beistehen oder während einer Hungersnot seine Nahrung teilen, ohne eine unmittelbare Gegenleistung auszuhandeln. Man kann Geschenke also als „Costly Signal“ (kostspieliges Signal) für Beistand in Notlagen interpretieren. Insofern hat Schenken einen unmittelbaren evolutionären Nutzen.
  • Empathie
    Es ist allgemein in zwischenmenschlichen Beziehungen und insbesondere in romantischen Paarbeziehungen für den Erfolg der Beziehung von großem Wert, sich in den Partner hinein versetzen zu können, die Vorlieben des Partners korrekt einschätzen zu können, ohne jedes mal explizit danach fragen zu müssen. Durch ein Geschenk zeigt man, wie sehr es einem gelingt, „blind“ zu erraten, was dem Partner wohl gefällt. Das Ergebnis dieses Tests gibt Aufschlüsse über die Qualität der Beziehung.

Wirtschaftliche Bedeutung
Es ist natürlich ein Segen für die Wirtschaft, dass die Menschen sich ständig gegenseitig Dinge kaufen, die sie gar nicht brauchen und nach der Übergabe direkt in den Müll werfen. Nicht auszumalen, was wäre, wenn sich jeder nur noch selbst die Sachen kaufte, die er wirklich haben möchte!

In diesem Sinne
Frohe Weihnachten!


Nachtrag:
Ein bisschen unsicher war ich schon, als ich diesen Post veröffentlichte. Im Gegensatz zu den meisten anderen Beiträgen stützt er sich nicht auf wissenschaftliche Forschungsergebnisse und nicht mal auf umfangreiche Field Reports, sondern lediglich auf eine eher geringe Anzahl eigener Erfahrungen. Das Thema Geschenke wird ja leider von den meisten PUAs nicht behandelt. Erfreulicherweise war Weihnachten 2015 für mich ein voller Erfolg. Ein preiswertes Schmuckstück sowie ein paar andere Dinge, bei denen ich in erster Linie an mich gedacht habe, – alles in ansprechende Geschichten verpackt – haben bei meinem Schatz begeisterte Freude hervorgerufen. Die Zeiten, in denen ich viel Zeit und Geld in Geschenke, die letztlich nicht gefallen haben, investiert habe, scheinen endgültig vorbei zu sein.


Weblinks:
Eine besondere Gabe, Süddeutsche Zeitung
Wünsch dir was!, Süddeutsche Zeitung
Philosoph Quarch: Wieso wir schenken, migros magazin
Blumen verschenken: So machen Sie jede Frau glücklich, Der Berater
How Do Gift Exchanges Impact Your Relationship?, Psychology Today

Das Geschenk und der lange Weg – Eine kurze Geschichte, myMONK
Das leere Geschenk – eine kurze Geschichte, myMONK

The Unpalatable Truth About Giving Women Gifts, Chateau Heartiste
The Alpha Male Gifts That Women Love, Chateau Heartiste
Schlechte Geschenke und ihr Einfluss auf eine Beziehung, Alles Evolution
Eine evolutionäre Perspektive auf Geschenke unter jungen Erwachsenen, Alles Evolution
Was soll ich meiner Freundin schenken?, Der Anna Code

Geschenk für die Freundin, Pick Up Tipps
Geschenke Sammlung|Geburtstage, pick up forum
kleine Geschenke für Frauen, pick up forum
Schenken? und wenn ja, was?, pick up forum
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