Rezension: Der perfekte Eroberer (Maximilian Pütz, Arne Hoffmann)

Der perfekte Eroberer

Der perfekte Eroberer ist ein Buch, das – im Gegensatz zu [LdS] – das Prädikat „kein Gelaber“ nicht unbedingt verdient hat. Die Autoren schreiben gerne viel, ohne viel dabei zu sagen. Konkrete Verführungstechniken sind sehr spärlich gestreut. Die wesentlichen Thesen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Sei du selbst! Sei immer ehrlich! Verschweige nichts!
    Ich sehe die Sache etwas differenzierter und möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass viele nahmhafte PUAs (z.B. Satana) zeitlebens in der Anonymität bleiben, dass die PU-Szene überhaupt erst aufgrund der Anonymität im Internet entstehen konnte und dass Pütz‘ Freundin sich verpixeln lässt, wenn eine Kamera auf die beiden gerichtet wird, während meine sich nicht für mich schämen braucht. Übrigens wurde in [Sprenger, S. 245, 248] nachgewiesen, dass ABs nicht weniger authentisch als Männer in festen Partnerschaften wirken.
  • Überwinde deine Ängste! Vor allem die Angst vor dem Ansprechen!
    Dem kann ich nur zustimmen und hier das Pütz’sche Vier-Punkte-Programm wiedergeben:

    1. So viele fremde Menschen grüßen, bis du zwanzig mal zurückgegrüßt worden bist
    2. Zehn fremden Frauen ein ehrlich gemeintes Kompliment machen
    3. Mit fünf fremden Frauen ein Gespräch von mindestens drei Minuten Dauer führen
    4. Eine fremde Frau dazu bringen, dir ihre Telefonnummer zu geben

    Als AB wirst du diese Aufgaben womöglich nicht bewältigen können – unter anderem, weil Dinge verlangt werden, die nicht in deiner Hand liegen. Mach dir statt dessen dein eigenes Programm, das an deine individuellen Herausforderungen angepasst ist und das keine Schritte enthält, die du nicht selbst beeinflussen kanst.

  • Werde durch PU zu einem besseren Menschen
    Pütz möchte sich von den „gewöhnlichen PUAs“, denen es nur darum geht, Frauen ins Bett zu kriegen, abgrenzen. Es ist aber auch eine Haltung, mit der er viele ABs, die nicht indirekt als minderwertige Menschen bezeichnet werden wollen, sicher verprellt. Ich kann damit auch nicht so viel anfangen. Ich war als AB schon okay, bin es jetzt immer noch. Von einem PU-Buch erwarte ich, dass es mir dabei hilft, Frauen zu verfüheren – nicht mehr und nicht weniger.

WARNUNG:
Pütz ist ein viel gelesener Autor, was dazu führt, dass Frauen im deutsche Sprachraum täglich mit Pütz-Zitaten konfrontiert werden. Das kommt mittlerweile nicht mehr so richtig gut an – insbesondere dann nicht, wenn das Gesamtpaket nicht nach Alpha schmeckt.

Was Pütz zum Thema Onlinedating vorschlägt: (vgl. S. 79f)

Als Beispiel dafür, wie es anders geht, füge ich dir hier mal den Text meines Onlineprofils einer Singleseite ein. Ich habe es vor etwa einem halben Jahr auf dieser Seite hinterlegt und habe dort selbst nur fünf Frauen angeschrieben. Stattdessen schreiben mich ständig Frauen an und machen mir Komplimente für den Text in meinem Profil.
“Ich bin sehr empathisch, ich kann gut zuhören, was aber nicht heißt, dass ich immer Lust dazu habe. […] Attraktivität ist Voraussetzung, auch figürlich. Das Auge fickt mit ;-)”

Und was die Frauenwelt davon hält:

Die Vorstellung, täglich 20 Zuschriften vom Kaliber „Du solltest schon attraktiv sein. Das Auge isst mit.“ zu verkraften, dürfte manche Frau veranlassen, die Finger vom Online-Dating zu lassen. [Link]

Vermeide es also, irgend etwas aus dem Werk wörtlich zu übernehmen. (Das ist letztlich auch bei anderen Ratgebern keine schlechte Devise.)

Trotz aller Kritik: Klare Kaufempfehlung! Du kannst aus dem Buch viel über Frauen lernen. Darüber hinaus erzeugt es beim Lesen ein wohliges Gefühl.


[Pütz] Der perfekte Eroberer (Maximilian Pütz, Arne Hoffmann)

Weblinks:
Mit dem Casanova-Code zum perfekten Eroberer, Die Welt
Buchrezension „Der perfekte Eroberer“ von Maximilian Pütz und Arne Hoffmann, koydo
Interview mit Maximilian Pütz – Ein Autor und Flirtcoach!, eDarling

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Ein Kommentar zu “Rezension: Der perfekte Eroberer (Maximilian Pütz, Arne Hoffmann)

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