Der Killerinstinkt

Herausforderungen
Es gibt drei Typen von Herausfoderungen:

  • lineare Herausforderung
    Das sind Herausforderungen, bei denen du den Grad der Zielerreichung zu jeder Zeit kennst. Beispiele hierfür sind Streckenzurücklegungssportarten („Rennen“), z.B. 200 m Brustschwimmen, Marathonlauf, aber auch das Stricken eines Pullovers. In jedem dieser Beispiele ist jederzeit klar, wo du auf deinem Weg zum Ziel gerade stehst.
  • nichtlineare Herausforderung
    Das sind Herausforderung ohne „Fortschrittsbalken“. Hier siehst du das Ziel erst, wenn du es bereits erreicht hast. Die Zeit davor „stocherst du im Trüben“. Du hast vor der endgültigen Ziehlerreichung keine Zwischenerfolge. Ein Beispiel für eine solche Herausforderung ist die Bewerbung um einen Arbeitsplatz. Du bewirbst dich fortwärend, wirst immer wieder abgelehnt, und wenn du die erste positive Rückmeldung bekommst, hast du dein Ziel bereits erreicht. Ein weiteres Beispiel wäre die Suche nach einem verlorenen Gegenstand.
  • prädatorische Herausforderung
    Auch hier gibt es keinen „Fortschrittsbalken“. Im Gegensatz zur nichtlinearen Herausforderung siehst du dein Ziel kurzfristig und unvorhersehbar und es verschwindet auch ebenso schnell wieder, wenn es dir nicht gelingt, instantan größte Resourcen zur Zielerreichung frei zu machen. Hier brauchst du den sog. Killerinstinkt, den auch Raubtiere bei der Jagd nach ihrer Beute haben, um deine Chancen in Erfolge zu verwandeln. Ein Beispiel dafür ist die Sportart Fußball, bei der bekanntlich der Ball innerhalb von 90 Minuten nicht schrittweise immer näher auf das gegnerische Tor zubewegt wird, sondern bei der dir z.B. nach einem bislang chancenlosen Spiel der Ball vor die Füße rollt und wo du in diesem Moment spürst, dass du ihn durch die Beine des Torwarts ins gegnerische Tor schießen kannst. Diese Chance besteht nur für Bruchteile einer Sekunde und kommt danach nicht wieder. Wer solche Chancen ohne zu zögern nutzen kann, wer auch in Stresssituationen immer alles richtig macht, der hat ihn, den Killerinstinkt. Ein weiteres Beispiel für eine prädatorische Herausforderung ist die Partnersuche bei heterosexuellen Männern.

Der Killerinstinkt bei der Partnersuche
Jahrelang hast du Frauen angesprochen, jahrelang bist du abgewiesen und gedemütigt worden. Und ausgerechnet heute triffst du eine Frau, deren lächeln dir verrät: Bei ihr ist alles anders. Du kannst es eigentlich kaum glauben, aber tief in deinem Inneren spürst du es: Die will mich! Die steht auf mich! Jetzt heißt es für dich: Kein inneres Hallelulja singen, Gott nicht für dieses Geschenk des Himmels loben und preisen, sondern einen kühlen Kopf bewahren und eiskalt durcheskalieren: Nummerntausch, Date, Kuss, Sex. Du hast in der Regel 6-10 Stunden gemeinsam Verbrachte Zeit, um sie zu verführen. Wenn du diese Zeit nicht nutzt und – aus welchen Gründen auch immer – es nicht in ihr Bett schaffst, dann hast du es bei dieser Frau für immer verkackt. Egal wie geil sie dich am Anfang fand. Ihr könnt dann nur noch Freunde werden. Und für dich heißt es dann wieder: Jahrelang Frauen ansprechen, jahrelang abgewiesen werden, bis vielleicht wieder eine solche Chance kommt.

Als AB fehlt dir vermutlich das benötigte Raptoren-Gen. Schon der Begriff Killerinstinkt im Zusammenhang mit Partnersuche wiedert dich vermutlich an. Dazu zwei Dinge:

  • Fast alle Männer haben diesen Killerinstinkt. Im Normalzustand sind sie so friedlich, wie ein in der Sonne dösender Alligator. Aber wenn sie ein paarungswilliges Weibchen entdechen, schnappen sie unbarmherzig zu. Das ist normal, das muss so sein und wer als Mann nicht so ist, geht eben leer aus. Das ist übrigens auch der Grund, warum aus AB-Sicht Beziehungen im Freundeskreis vollkommen unvorhergesehen und unerklärlich, wie aus dem Nichts, entstehen. Da hat dann wohl ein Alligator zugeschnappt.
  • Auch wenn es das besagte Raptoren-Gen nicht in dein Erbgut geschafft hat, kannst und solltest du versuchen, dir prädatorisches Verhalten anzueignen. Geh davon aus, dass dir am Anfang ein paar Mega-Chancen durch die Lappen gehen. Dass du z.B. mit einem heißen Mädel ausgehst und dann – überwältigt von dem dir zuteil gewordenen Glück – das kleine Zeitfenster zum Eskalieren verpasst. Mach dir deshalb keine Vorwürfe, aber versuche, daraus zu lernen und jedes mal ein bisschen besser zu werden.
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