Die Matrix der Triebe

Unter einem Trieb verstehe ich eine intrinsische Motivation, die einem weiten Spektrum an Verhaltensweisen zugrunde liegt. Die bekannteste Triebtheorie geht auf Sigmund Freud zurück. In der aktuellen psychologischen Forschung wird dem Begriff Motivation der Vorzug gegeben. Ich verwende dennoch die Bezeichnung „Trieb“, um näher an der Alltagssprache zu bleiben.

Die Triebtheorie ist der Schlüssel zum Verständnis geschlechtsspezifischen Verhaltens. Ich beschränke mich hier auf die Darstellung von Trieben mit klarem Geschlechtsdimorphismus. Triebe, die bei beiden Geschlechtern in gleicher Form auftreten (wie z.B. der Selbsterhaltungstrieb) werden hier nicht behandelt.

Der wichtigste und bekannteste Trieb des Menschen ist der Sexualtrieb. Er kommt bei Männern und Frauen vor, jedoch nicht in gleicher Intensität und Ausprägung. Daneben gibt es noch zwei männliche Triebe, den Spieltrieb und den Konkurrenztrieb, sowie zwei weibliche Triebe, den Dekoriertrieb und den Erziehungstrieb. Sie sind nicht originär sexuell, haben aber zum Teil starke Wechselwirkungen mit dem Sexualtrieb. Man kann die nicht sexuellen Triebe wie folgt in Matrixform darstellen:

eqn

Diese Triebe sind die Ursache für die ungleiche Geschlechterverteilung in vielen Berufen, z.B.:
Spieltrieb: Baggerfahrer, Programmierer, Physikprofessor
Konkurrenztrieb: Spitzenpositionen in den meisten Berufsfeldern (selbst in frauendominierten Bereichen)
Dekoriertrieb: Floristin, Kosmetikerin, Friseurin
Erziehungstrieb: Lehrerin, Kindergärtnerin

  • Der Sexualtrieb
    Viele verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Männer einen stärkeren sexuellen Trieb als Frauen haben. Laut einem Review von 2001 gibt es keine widersprechenden wissenschaftlichen Ergebnisse. [link] Heißt das, dass Frauen weniger/keinen Spaß am Sex haben? Nein, Frauen haben sogar mehr Spaß am Sex als Männer.* Der scheinbare Widerspruch zu den Forschungsergebnisse kommen durch folgende Effekte zustande:

    • Männer leiden stärker unter Sexlosigkeit als Frauen. Für viele MABs ist es ein riesen Problem, mit ihrem Sexualtrieb, den sie nicht ausleben können und vielleicht niemals ausleben werden, umzugehen. Manche versuchen, den Trieb medikamentös einzudämmen. Von weiblichen ABs habe ich sowas noch nie gehört. Frauen haben nicht den „Druck“, etwas zu unternehmen. Wenn es zum Sex kommt, haben sie Hochgefühle, die Männer sich nicht mal vorstellen können. Wenn es keinen Sex gibt, können sie normal weiterleben.
    • Befriediegende Sexualität besteht immer zu 50% aus Begehren und zu 50% aus Begehrtwerden. Männer fühlen sich bereits begehrt, wenn eine Frau sie ran lässt, ohne Geld dafür zu verlangen. Frauen fühlen sich erst begehrt, wenn es einem Mann gelingt, ihre Wiederstände zu überwinden. Frauen können ihren Trieb nicht so zeigen wie Männer. Wenn sie es täten, wäre der Sex nicht mehr so befriedigend für sie.

    Bei Männern ist der Sexualtrieb vor allem auf das Aussehen gerichtet. Was die anderen Leute von ihrer neuen Eroberung halten, ist erst mal zweitrangig. Frauen achten vor allem darauf, dass der neue Partner bei ihren Freunden vorzeigbar ist und selbst einen großen Freundeskreis hat. Die reine Optik ist für sie erst mal nachrangig. Dieser Umstand sorgt für viele Missverständnisse zwischen den Geschlechtern, z.B. denken viele MABs, ihr Misserfolg läge am Aussehen und viele Frauen glauben, Männer haben junge, hübsche Freundinnen, um andere zu beeindrucken.

  • Der Spieltrieb
    Unter „spielen“ verstehe ich hier die zweckfreie Beschäftigung mit einem Objekt. Dieses Objekt kann ein Computer, eine Modelleisenbahn, ein Quadrocopter, eine Münzsammlung, etc. sein.
    Der Spieltrieb ist ein rein männlicher Trieb. Um dich davon zu überzeugen, kannst du ja mal ein Lego-Technik-Spielzeug in eine gemischt-geschlechtliche Runde werfen. Die Männer werden mit Begeisterung damit zu spielen beginnen, während bei den Frauen der Erziehungstrieb durchkommt, und sie versuchen, durch abfällige Bemerkungen die Männer von ihrem Tun abzuhalten. Gibst du der Runde statt dessen ein weibliches Spielzeug, z.B. eine Barbie-Puppe, wirst du kein umgekehrtes Verhalten beobachten.
    Die Existenz eines Spieltriebs wird von den meisten PUAs geleugnet oder als reine Kompensationshandlung verschrieen.
    Der Spieltrieb ist ein für Frauen äußerst unattraktiver Trieb. Ein spielender Mann wirkt auf sie unreif und unmännlich. Wenn du Sex mit Frauen haben möchtest, geht das nur, wenn du deinen Spieltrieb zumindest partiell unterdrückst.
  • Der Konkurrenztrieb
    Die meisten Männer lieben es, mit anderen in Leistungskonkurrenz zu treten, sei es im Beruf, beim Sport oder in der Freizeit. Sie lieben es, in einer Rangordnung zu leben und ihren Rang offen zur schau zu tragen. Man kann das an vielen Beispielen beobachten. Z.B. sind die meisten männerdominierten Organisationen (wie z.B. das Militär oder die katholische Kirche) streng hierarchisch organisiert. Der Rang in diesen Organisationen ist sogar an der Kleidung erkenntlich. Das Interesse an sportlichen Wettkämpfen, insbesondere an Fußball, ist bei Männern ungleich größer. Die Konkurrenz zu Vereinen benachbarter Städte wird dort regelrecht kultiviert.
    Der männliche Konkurrenztrieb ist ein für Frauen äußerst attraktiver Trieb. Ein Mann, der aus einem Konkurrenzkampf siegreich hervorgeht, wirkt unabhängig von seinen sonstigen Eigenschaften auf Frauen begehrenswert. Männer, die es in einer Hierarchie ganz nach oben geschafft haben (z.B. Spitzensportler, -Schauspieler, -Musiker, -Politiker) haben meist keine Probleme, hübsche und teilweise deutlich jüngere Frauen für sich zu begeistern.
  • Der Dekoriertrieb
    Frauen lieben es, sich zu schminken und mit allerlei Schmuck und Accessoirs zu behängen, ihre Wohnung mit Zierkram zu verschönern, originelle Geschenkverpackungen zu erfinden, … Sie interessieren sich weit mehr für Mode, Schuhe und Frisuren als Männer. Für den Verführer kann die Kenntnis dieses Triebs bei der Wahl eines geeigneten Kompliments hilfreich sein, er hat für ihn aber nicht die zentrale Bedeutung wie der Erziehungstrieb.
  • Der Erziehungstrieb
    Der Erziehungstrieb ist ein Trieb, der darauf zielt, normativ auf seine Mitmenschen einzuwirken, sie zu belehren und zu optimieren. Neben dem hohen Frauenanteil in pädagogischen Berufen und Studiengängen gibt es viele weitere Belege für diesen Trieb. Feminismus und Vegetarismus sind z.B. zwei moderne Strömungen, innerhalb derer Frauen der Umerziehung der Welt frönen und ihre eigene Höherwertigkeit zelebrieren können. Der Erziehungstrieb ist eng verwandt mit dem männlichen Konkurrenztrieb. Jedoch konkurrieren die Frauen nicht um Leistungsüberlegenheit, sondern um moralische Überlegenheit. Man erkennt das an dem weiblichen Bedürfnis, sich als „bessere Menschen“ zu gerieren.
    Der Erziehungstrieb macht auch vor (potentiellen) Partnern nicht halt, sondern erfährt gerade dort seine intensivste Ausprägung. Man erkennt das z.B. daran, dass es für Frauen ein ganzes „Literaturgenre“ an Partnererziehungsliteratur gibt – für Männer jedoch kein derartiges Werk**:

    Der Erziehungstrieb ist ein paradoxer Trieb, d.h. er wird dann befriedigt, wenn er nicht erfüllt wird. Wenn der Mensch, den sie zu erziehen versucht, sich nicht erziehen lässt. Die wichtigste Lehre, die du aus der Pick-up-Theorie ziehen kannst, ist, dass du dich nicht dem weiblichen Erziehungstrieb unterwerfen darfst. Wenn du dich von Frauen erziehen lässt, macht das dich unglaublich unattraktiv. Wenn du dich in einer Beziehung erziehen lässt, machst du deine Partnerin zu tiefst unglücklich und zerstörst damit die Beziehung.

* Das ist nicht nur mein Eindruck, sondern auch der vieler PUAs, die sich zu dem Thema geäußert haben. Ein wissenschaftlicher Nachweis dieser Behauptung ist schwierig, da man „Spaß“ schlecht messen kann.
** Jedenfalls findet man sie nicht in seriösen Buchhandlungen. Im Internet gibt es mittlerweile auch solche Bücher. Meist haben sie einen Bezug zum SM.

Weblinks:
Positive Erfahrungen beim Zusammenleben mit einer Freundin, Alles Evolution
Enthält viele Beispiele zum weiblichen Dekoriertrieb. Z.B:

Oder in den Kommentaren:

Kann ich zumindest teilweise bestätigen. Diese Obsession mit Sauberkeit, Stoffen und Kleidung hat meine Frau auch, und manmchmal nervt mich das ziemlich. Ich habe vorher längere Zeit allein e gelebt und ich denke, meine Wohnung war auch sauber auf einem akzeptablen Niveau.

Andererseits ist unsere Wohnung jetzt viel schöner und gemütlicher, aufgrund ihres Gefühls für Dekoration; sie stellt halt einen Sessel und drei Töpfe mit Pflanzen um und es sieht plötzlich alles ganz anders und schöner aus als vorher.

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